Richtige Befüllung der Restmülltonne ist nicht so einfach wie gedacht

hzMülltrennung

Zwei Drittel der Abfälle, die im Restmüll landen, gehören dort nicht hin. Das für Vreden zuständige Müllunternehmen Remondis kennt die Hintergründe und appelliert an die Bürger.

Vreden

, 01.08.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Laut einer Studie des Umweltbundesamtes sind zwei Drittel der Abfälle, die in Deutschland in der Restmülltonne landen, dort nicht richtig aufgehoben. Um zu klären, woran das liegt und was eigentlich in den Restmüll gehört, haben wir mit dem in Vreden zuständigen Müllentsorgungsunternehmen Remondis gesprochen.

Womit wird die Restmülltonne falsch befüllt?

„Nach wie vor haben wir eine viel zu hohe Fehlbefüllungsquote“, stellt Remondis-Sprecher Michael Schneider fest. Das gelte für die meisten Müllsorten. Auch bei der gelben Tonne würden etwa 40 Prozent falsch befüllt. Ausnahmen seien einzig Glas und Altpapier, bei denen die Trennung nicht schwierig ist. „Das Problem ist, dass in der Restmülltonne viele Stoffe landen, die eigentlich noch verwertbar sind. Dazu zählen oft die klassischen Küchenabfälle, die eigentlich in die Biotonne gehören“, führt Michael Schneider aus. In manchen Haushalten sei gar keine Biotonne vorhanden. 39 Prozent aller Bioabfälle würden im Restmüll landen.

Jetzt lesen

Was könnte man mit diesen Abfällen sonst machen?

„Das Potenzial ist enorm“, stellt Michael Schneider fest. Pro Jahr gingen durch falsche Entsorgung fast acht Millionen Tonnen Bioabfälle verloren, aus denen man zum Beispiel Biogas generieren könne. „Diese Fehlbefüllungsquote, die wir uns aus Nachlässigkeit erlauben, stoppt den Klimaschutz“, warnt er.

Was gehört denn nun in die Restmülltonne?

„In die Restmülltonne gehört alles, was nicht recycelt werden kann“, fasst der Remondis-Sprecher knapp zusammen. Das Angebot ist also ziemlich breit, reicht von Hygieneartikeln über Kugelschreiber bis zu Tapetenresten und vielem mehr. Generell sei es wichtig, alles, was voneinander getrennt werden kann, auch wirklich zu trennen.

Warum wissen anscheinend nur wenige, wie man den Müll richtig trennt? Was kann man tun, um das Bewusstsein zu verbessern?

„Alle Beteiligten, Privatwirtschaft und Kommunen, müssen sich fragen, was man tun kann, um die Informationen näher an den Verbraucher zu bringen“, gibt Michael Schneider die Richtung vor. Deswegen habe Remondis angefangen, mit seinem pädagogischen Lerntheater „Wertstoffprofis“ Kinder und Jugendliche in Kindergärten und Schulen über die richtige Mülltrennung zu informieren. „Gerade mit den Jugendlichen rennen wir, Stichwort Fridays for Future, da offene Türen ein“, berichtet er.

Jetzt lesen

Auf der Website von Remondis könne man nachschauen und im Zweifelsfall anrufen, wenn man sich nicht sicher sei, welcher Müll in welche Tonne gehöre. „Wir können nur an die Leute appellieren: Getrenntes Sammeln ist ein wesentlicher Beitrag zu Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz“, sagt Michael Schneider. Er stellt aber fest, dass nicht jeder so viel Wert auf das Thema legt. „Manchen ist es auch egal.“

Wie viel Abfälle produziert jeder im Jahr?

„In Deutschland werden pro Kopf im Jahr 617 Kilogramm Abfälle produziert“, erklärt Michael Schneider. 39 Kilogramm davon seien Verpackungsabfälle.

Jetzt lesen

Wie wird der Restmüll am Ende entsorgt?

Weil der Restmüll verbrannt wird, sind alle zu Unrecht einsortierten Abfälle für die Recyclingprozesse verloren. „Wir bemühen uns, noch etwas herauszuholen und die Metalle zu retten, denn die Verbrennungsschlacke kann man als Baustoff nutzen“, berichtet Michael Schneider.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt