Täuschend echte 3D-Kunst: ein reißender Wasserfall mitten in Vreden

hzStreet-Painting in Vreden

Mit einem Floß den reißenden Wasserfall herunter, die Gischt spritzt. Und das mitten in Vreden. Denn am Wochenende ist auf dem Markt ein großes 3D-Kunstwerk entstanden.

Vreden

, 04.08.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einen Spalt weit reißt der Marktplatz in Vreden auf. In dem Spalt geht es auf einem Floß vom Springbrunnen ausgehend einen spritzenden Wasserfall hinunter bis in ein Becken in dem zwei rosa Flamingos stehen. Dieses täuschend echte 3D-Straßen-Kunstwerk hat Künstlerin Lydia Hitzfeld an diesem Wochenende in die Vredener Innenstadt gezaubert.

16 Stunden Arbeit und viele gezielte Pinselstriche brauchte es zum fertigen Kunstwerk. „Manchmal hab ich mir ein bisschen selbst Leid getan“, sagt Lydia Hitzfeld und lacht, als sie in der prallen Sonne steht und stolz auf ihr fertiges Bild schaut. Dabei ist dies für sie ein vergleichsweise kleines Projekt.

Weltrekord aufgestellt

2012 malte Lydia Hitzfeld gemeinsam mit drei weiteren Künstlern ein 1570 Quadratmeter großes 3D-Bild. „Es war bis dahin das Weltgrößte“, erzählt sie. Fünf Tage arbeitete das Team damals an dem Bild einer riesigen Arche Noah, die umgeben von vielen Tieren in einer tiefen Schlucht stand.

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Wenige Jahre später, 2015, sollte dieser Weltrekord noch einmal getoppt werden. „In den Staaten haben wir 14 Tage lang ein über 2000 Quadratmeter großes Bild gemalt“, sagt die Künstlerin, die ursprünglich aus Kevelar kommt. Das Bild zeigte einen gigantischen Megalodon Hai und einen Tintenfisch, die dem Betrachter aus einer großen Spalte im Boden entgegen kommen.

Spontane Improvisation

Die Idee für ein 3D-Kunstwerk auf dem Vredener Marktplatz war schnell geboren. „Und Google sei dank sind wir auf Lydia gestoßen“, sagt Jörg Lenhard vom Citymanagement Vreden. Gemeinsam mit dem Stadtmarketing und einigen Sponsoren hat er dieses Projekt realisiert. Die Flamingos im Bild schlagen die Brücke zu Vreden, aber das Motiv hat sich die Künstlerin selbst überlegt.

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„Das Meiste passiert spontan“, erzählt Lydia Hitzfeld während sie mit türkisen Farben den Anfang des Wasserfalls malt. „Und wegen der Senkung im Boden muss ich ein bisschen improvisieren.“ Schon während der ersten Pinselstriche stehen Interessierte vor der Absperrung. Gleichzeitig entstehen neben dem großen Kunstwerk viele kleine, denn für kreative Kinder gab es gratis Straßenkreide zum Malen.

Insgesamt investierte die Künstlerin 16 Stunden in das Werk.

Insgesamt investierte die Künstlerin 16 Stunden in das Werk. © Christin Lesker

Nach und nach wird das Bild immer realistischer. Das türkise Wasser, das den Wasserfall herunter rauscht, die spritzende Gischt und die rosa-roten Flamingos. Alles fügt sich perfekt in die aktuelle Aktion „Vreden ist bunt“, für die auch große Banner mit Fotos in der Innenstadt aufgehängt wurden.

Interaktives Kunstwerk

“Schlicht und einfach toll“, findet Jörg Lenhard, als das Kunstwerk am Samstagnachmittag fertig ist. Am Ende passt es perfekt, denn die Stadt hat sich ein interaktives Bild gewünscht. „Man kann das Bild nicht nur anschauen, sondern auch etwas machen“, erklärt Jörg Lenhard.

Denn wer sich auf das gemalte Floß stellt, sieht aus als würde er den Wasserfall herunter rasen. „Es ist eben ein Mitmach-Bild“, erklärt die Künstlerin. Damit die Perspektive passt, sind zwei Punkte markiert, von denen aus die Fotos besonders realistisch aussehen.

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Kaum ist die Absperrung abgenommen, schnappt Lydia Hitzfeld sich einige Kinder und zeigt ihnen, was sie auf dem Floß Lustiges anstellen können. Die Eltern schießen fleißig Fotos und immer mehr Passanten kommen und staunen.

Dank Lydia Hitzfelds Spezial-Farben können die Vredener das Kunstwerk sogar noch mehrere Monate bestaunen. Und im nächsten Sommer vielleicht sogar wieder. Denn als Jörg Lenhard sich das Kunstwerk so anschaut ist er sicher: „Das machen wir wieder!“.

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