Eisabwurf-Schilder in Doemern werfen Fragen auf – Betreiber bringen Licht ins Dunkel

hzBürgerwindpark Doemern

Warum stehen in der Bauerschaft Doemern plötzlich deutlich mehr Schilder, die auf Eisabwurf der Windkraftanlagen hinweisen? Die Betreiber erklären, was dahinter steckt.

Vreden

, 02.02.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Den Stein ins Rollen gebracht, hat Hendrik Mulder. Anfang der Woche postete das FDP-Ratsmitglied, selbst Doemerner, auf der Plattform Facebook zwei Fotos von Schildern, die in der Bauerschaft vor dem Eisabwurf durch Windkraftanlagen warnen. Dazu schrieb Mulder: „Bei dieser massiven Beschilderung am Windpark Doemern frage ich mich: Bin ich selbst Schuld, wenn ich beim Spaziergang erschlagen werde? Ist es wirklich so gefährlich, dass man bei gewissen Wetterbedingungen die Region sperren muss? Oder ist es nur ein bürokratischer Schwachsinn, der sein muss? Vielleicht ein wenig Aufklärung durch die Betreiber!“

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Offenbar war er nicht der einzige, dem die vielen Schilder am Bürgerwindpark Doemern aufgefallen sind. Innerhalb weniger Minuten entstand auf Facebook eine lebhafte Diskussion. Eine Userin kommentierte: „Wir joggen da vom Lauftreff her und es lagen verstreut Eisplatten auf der Straße und die möchte ich sehr ungern abbekommen.“ Daher habe sich der Lauftreff nach einer alternativen Strecke umgeschaut.

User glauben: Schilder sind eine Frage der Haftung

Für andere User ist es offensichtlich, warum die Schilder aufgestellt wurden. „Ich denke, dass das auch eine Frage der Haftung ist, für den Fall der Fälle... Es muss ja nichts passieren, aber wenn, dann hat man sich zumindest bei der Gefährdungsbeurteilung darüber Gedanken gemacht“, schreibt zum Beispiel ein Vredener. Ein anderer glaubt, dass es um Haftungsfragen geht: „Die CE (Conformité Européenne frz. für Europäische Konformität, d. Red.) schreibt vor, wo wieviele Schilder stehen muss.“

Auf Nachfrage erklärt Hendrik Mulder, was er mit dem Posting bezwecken wollte: „Ich wohne in Doemern und habe beobachtet, dass in letzter Zeit deutlich mehr Schilder zu sehen sind. Da frage ich mich, ob es einen Grund zur Sorge gibt, wenn es in so großem Stil aufgezogen wird.“ Er wiederholte seinen Wunsch, dass die Betreiber der Anlagen öffentlich erklären, was dahintersteckt. „Wenn nämlich wirklich eine Gefahr von den Windrädern ausgeht, dann hilft auch kein Schild.“

Willi Wisseling gibt weitgehende Entwarnung

Willi Wisseling ist gemeinsam mit Norbert Vöcker Geschäftsführer des Bürgerwindparks Doemern. Im Gespräch mit der Redaktion erklärt er, was hinter der Schilder-Aufrüstung steckt. „Die Stadt Vreden hat uns mitgeteilt, dass wir keine festen Schilder im öffentlichen Raum installieren dürfen. Deshalb haben wir jetzt zahlreiche mobile Warnungen aufgestellt.“ Hintergrund: „Die Anlagen sind 200 Meter hoch. Da kann es bei bestimmten Wetterlagen zu einem Eisansatz kommen. Besonders dann, wenn es nebelig ist und die Temperaturen um den Gefrierpunkt sind.“

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Deshalb seien alle Betreiber von Windkraftanlagen durch Auflagen des Kreises Borken verpflichtet, eine bestimmte Anzahl an Schildern aufzustellen. Grund zur Panik bestehe aber deshalb nicht, betont Wisseling: „Die Windkraftanlagen sind so programmiert, dass sie sich bei diesen Temperaturen automatisch abschalten. In seltenen Einzelfällen kann es aber vorkommen, dass sich trotzdem ein Eisbrocken löst. Vorsorge ist besser als Nachsorge.“

Dass die Anzahl der Schilder in Doemern so hoch ist, habe nicht nur mit den gesetzlichen Pflichten zu tun, wie der Geschäftsführer erklärt: „Bei uns ist die Besonderheit, dass im Bereich des Bürgerwindparks besonders viele Fußgänger und Radfahrer unterwegs sind. Wir haben ja als Betreiber eine gewisse Verantwortung.“ Es handle sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme. „Es ist vergleichbar mit dem Gefahrenschild eines Landwirts, der auf eine verschmutzte Straße hinweist“, so Wisseling. Da laut Wetterbericht der nächste Frost noch auf sich warten lässt, geht die Gefahr aktuell sowieso gegen null.

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