Matthias Temminghoff, Vorsitzender des landwirtschaftlichen Ortsverbandes Vreden/Gaxel/Große-/Kleinemast/Dömern, blickt hoffnungsvoll auf die anstehende Maisernte. Was jetzt noch fehlt, seien ein paar sonnige Tage, erklärt er. © Till Goerke
Landwirte sind zufrieden

Endlich genug Regen: Mais wächst in Vreden so gut wie lange nicht

Das letzte Getreide ist geerntet. Die Ernte fällt durchschnittlich aus. Darüber sind die Bauern nach zwei dürren Jahren froh. Richtig gut sieht es bei einer anderen Frucht aus.

Die Getreideernte ist weitgehend abgeschlossen in Vreden. „Einzelne Flächen stehen vielleicht noch. Nicht überall hat das trockene Zeitfenster gereicht für die Ernte“, sagt Landwirt Matthias Temminghoff auf Nachfrage. „Wasser war nach zwei trockenen Jahren endlich wieder genug da. Was uns jetzt in den letzten zwei Wochen fehlte, war eine etwas längere Trockenperiode. Ohne die war die Ernte etwas schwieriger“, erklärt der Vorsitzende des landwirtschaftlichen Ortsverbandes Vreden/Gaxel/Große-/Kleinemast/Dömern.

Getreide darf höchstens 15 Prozent Restfeuchte haben

Um lagerfähig zu sein, muss das Getreide eine bestimmte Trockenheit haben. 14 bis 15 Prozent Restfeuchte dürften es höchstens sein. „Und man muss ja dann in dem passenden Zeitfenster einen Mähdrescher bekommen. Die Lohnunternehmer könne auch nicht mehr als arbeiten. Irgendwann ist dann halt Schluss. Aber wir haben es hinbekommen.“ Eine Alternative wäre, dass Getreide nachträglich zu trocknen. Doch das ist kostspielig.

Die Erträge sind durchschnittlich

In den vergangenen zwei Wochen wurden in Vreden Winterweizen, Wintertriticale und Winterrogen geerntet. Die Erträge sind durchschnittlich. Wasser war in diesem Jahr genug da, aber im Frühjahr war es zu kalt.

Dadurch ist das Korn kleiner geblieben. „Damit bin ich schon sehr zufrieden. Endlich wieder eine normales Jahr nach den Ausfällen durch die Dürre in den letzten beiden Jahren.“ Das höre er auch von den Kollegen.

Hoffnung auf eine sehr gute Maisernte

Auch der Mais hat im Vredener Raum sehr davon profitiert, dass er reichlich mit Wasser von oben versorgt wurde. Die Pflanzen sind hoch hinaus gewachsen. „Der Mais sieht sehr gut aus. Ich bin optimistisch, dass wir eine richtig gute Maisernte bekommen.“

Kein Wunder, der Mais habe in diesem Jahr immer passend Regen bekommen, so dass er sehr gut wachsen konnte. Für ein optimales Ergebnis fehlten jetzt nur noch ein paar sonnige warme Tage. „Damit er noch abreift und der Kolben gut wächst.“

Das Wetter kann immer noch dazwischenfunken

Natürlich kann das Wetter immer noch einen Strich durch diese Rechnung machen. Unwetter wie Hagel oder Sturm können jederzeit zu Ausfällen führen. „Damit muss man als Landwirt immer rechnen. Wir leben und arbeiten mit der Natur.“ Im letzten Jahr war der Mais so trocken, dass er schon Anfang September geerntet wurde. In diesem Jahr rechnet Temminghoff mit der Ernte Ende September/ Anfang Oktober. Das wäre der normale Zeitpunkt.

Strategien gegen die Trockenheit

Viele Landwirte haben auf die Trockenheit in 2019 und 2020 reagiert, indem sie andere Fruchtsorten anbauen. „Beim Getreide wurde vermehrt ein gegen die Trockenheit resistenterer Roggen angebaut.“ Dem gegenüber brauche Winterweizen bessere Standorte und eine gute Wasserversorgung.

Die Region zeichne sich durch viele leichte Sandböden aus. „Und mit denen sind wir einfach auf Wasser angewiesen, damit wir gute Erträge bekommen.“ Sandböden speichern Wasser wesentlich schlechter als Lehmböden.

Beim Mais lautet die Strategie gegen die Trockenheit daher: Teilflächenspezifische Aussaat. Das bedeutet: Wo sandiger leichter Boden ist, säht man weniger Pflanzen pro Quadratmeter, damit er nicht so dicht steht. Wo der Boden besser ist und mehr Wasser speichert, werden dafür die Pflanzen dichter gesät. „Genau so habe ich das in den letzten Jahren gemacht.“

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