Schulleiter Jürgen Klomfaß (r.) überreichte Abiturzeugnisse an 69 erfolgreiche junge Menschen. © Anna-Lena Haget
Gymnasium Georgianum

Erfolgreiche Abiturienten strahlen in Vreden mit der Sonne um die Wette

Unter dem Motto „Abivegas“ haben die Abiturienten des Gymnasiums Georgianum in Vreden unter freiem Himmel ihren Schulabschluss gefeiert. 69 Schüler bekamen ihre Abiturzeugnisse überreicht.

Heiß scheint die Sonne nicht nur auf die Wüste von Nevada, sondern an diesem Samstagnachmittag auch auf das Widukindstadion in Vreden. Getreu dem Motto „Abivegas“ des Abiturjahrgangs am Gymnasium Georgianum haben die Abiturienten mit ihren Gästen dort unter freiem Himmel die Korken knallen lassen.

Nach einem ökumenischen Wortgottesdienst wurde es auf der kleinen Bühne emotional. „Eigentlich ist das gesamte Schuljahr anders gelaufen als geplant“, fasste Stufenleiter Hendrik Schulze Ameling die Auswirkungen von Corona auf die Abiturientia zusammen.

Ganz besonderer Jahrgang

Ein ganz besonderer Jahrgang seien sie, die jungen Männer und Frauen, die unter erschwerten Bedingungen ihr Abitur abgelegt haben, wie auch Schulleiter Jürgen Klomfaß in seiner Laudatio zugab. „Zeigt euren eigenen Verstand und folgt nicht irgendwelchen Leuten, die versuchen, euch zu manipulieren“, appellierte der Schulleiter.

Für viele der 69 Abiturienten führt der Weg direkt ins Studium. Sina Kramer zeigte sich trotz aller Umwege stolz auf ihre Lehrer: „Es war schon erschwert, aber doch machbar durch die gute Vorbereitung. Man hat gesehen, dass die Lehrer alles gegeben haben, um uns gut auf die Prüfungen vorzubereiten“, sagte die 18-Jährige, die nach ihrem Abitur schon eine ungefähre Vorstellung davon hat, wohin dir Reise gehen soll: „Ich will auf jeden Fall studieren, etwas in die soziale Richtung“.

An sogenannten Familieninsel saßen die Eltern und Schüler jeweils zu dritt an einem Tisch.
An sogenannten Familieninsel saßen die Eltern und Schüler jeweils zu dritt an einem Tisch. © Anna-Lena Haget © Anna-Lena Haget

Stufenleiter Markus Lammers wies auf den Umstand hin, dass sich die Stufe ausgerechnet den 26. Juni, den Tag der Sonnenwende, ausgesucht hatte, um zu feiern. „Das Leben ist aus dem Rhythmus, aus dem Takt geraten“, spielte er auf die Coronapandemie an, die auch am Vredener Gymnasium für zahlreiche unvorhergesehene Änderungen gesorgt hatte.

Distanzunterricht, die Prüfungsvorbereitung ganz allein am eigenen Schreibtisch und die Klausurenphase mit Maske haben dennoch zu sehr vorzeigbaren Ergebnissen geführt.

Traumnotendurchschnitt

Allein 26 Schüler führen beim Notendurchschnitt eine 1 vor dem Komma und sechs haben mit Traumnoten von 1,0 oder 1,1 ihr Abitur gemacht, wie Stufenleiterin Eva Schultewolter betonte. Ihre „Vogelbabys“ ließ sie nicht ohne einen guten Rat ziehen: „Träumt und habt Visionen, lasst euch inspirieren“, so Schultewolter.

Inspirierend war auch das musikalische Rahmenprogramm, das von Abiturient Kai Macionga und dem Vredener Musicalstar Gerrit Hericks bestritten wurde. Hericks ist gleichzeitig öffentlicher Partner der AG „Schule ohne Rassismus“ am Gymnasium.

“Trotz aller Umstände hat das meiste gut geklappt.” Paula Schroer (18) © Anna-Lena Haget © Anna-Lena Haget

Abiturientin Paula Schroer geht mit dem Abi in der Tasche in ein freiwilliges soziales Jahr in einem Kindergarten. Trotz der besondern Umstände, so sagt sie, habe das meiste gut geklappt. „Wir haben uns an die Veränderungen anpassen können“, so die 18-Jährige.

Sicher auch, weil die Stadt Vreden als Schulträger flexibel auf die schlagartigen Veränderungen in der Pandemie reagiert hat. „Die Stadt hat unsere Digialausrüstung gewaltig verbessert“, erklärte Jürgen Klomfaß und sprach Bürgermeister Tom Tenostendarp ein Lob aus.

“Ich hab einfach gelernt, wie sonst auch.” Michel Völkering (18) © Anna-Lena Haget © Anna-Lena Haget

Der ließ es sich nicht nehmen, den Abiturienten persönlich zu gratulieren. Tenostendarp, der selbst am Georgianum seinen Abschluss gemacht hatte, lobte das Engagement der Schüler. „Am Ende erhalten Sie eine Urkunde, die beweist, dass sich die Anstrengung über zwölf Jahre gelohnt hat“, so der Bürgermeister.

„Einigen von euch ist der Weg zum Abitur leicht gefallen, anderen schwerer. Mancher musste sicherlich auch manchmal kämpfen“, stimmte Elternvertreterin Annette von der Assen ihrem Vorredner zu. Sie und Edith Engel von der Schulpflegschaft riefen den Jugendlichen deren allerersten Tag am GGV in Erinnerung.

“Man hat gesehen, dass die Lehrer alles gegeben haben, um uns gut auf die Prüfungen vorzubereiten.” Sina Kramer (18) © Anna-Lena Haget © Anna-Lena Haget

Die bunten T-Shirts von einst haben die Abiturienten längst abgelegt. Für Tim Eßeling beispielsweise geht es als nächstes erst einmal in den Blaumann, aber auch zurück an den Schreibtisch. Der 18-Jährige peilt ein duales Studium an, bei dem er eine Ausbildung im Bereich Heizung-Sanitär absolviert, um anschließend seinen Abschluss in Energie- und Gebäudetechnik zu machen.

Den durch Corona erschwerten Weg zum Abitur nimmt er locker. „Es war wohl entspannt. Wenn man zu Hause war, konnte man sich dem Unterricht manchmal gut entziehen“, so Eßeling lächelnd.

Hilfe von Familie und Lehrern

Abivegas, das große Glücksspiel, bei dem jeder letztlich auf sich gestellt war? Bestimmt nicht, wie auch die beiden Stufensprecher Nils Rensing und Inga Trautmann versicherten. „Obwohl wir einen besonderen Weg zum Abitur gegangen sind, denke ich doch, dass wir einen guten Weg gegangen sind“, versicherte Rensing.

Ohne die Familien und Lehrer, die Hilfe des Fördervereins und auch des Hausmeisters sei eine so einzigartige Schulzeit nicht möglich gewesen, waren sich die Stufensprecher mit ihren Mitschülern einig. So gab es für die Wegbegleiter dann auch kleine Aufmerksamkeiten und liebe Worte zum Abschied.

“Wenn man zu Hause war, konnte man sich dem Unterricht manchmal gut entziehen.” Tim Eßeling (18) © Anna-Lena Haget © Anna-Lena Haget

„Geht hinaus in die Welt, lasst euch ausbilden und kommt dann zurück nach Vreden, denn wir brauchen euch hier“, rief Björn Kemper vom Ehemaligenverein des GGV den Abiturienten zu. Ein Rat, den Michel Völkering (18) beherzigt. Er geht nach dem Abitur eine Ausbildung zum Tischler an.

„Ich habe ein Praktikum gemacht, das hat mir gut gefallen und ich wollte nicht direkt ein Studium nachschieben“, sagt er. Der Weg zum Abitur unter Coronabedingungen sei für ihn nicht viel anders gewesen als gewöhnlich. „Ich hab einfach gelernt, wie sonst auch“, ergänzt er.

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