Eva und Thomas Gericks wollen Corona trotzen und Bauernhochzeit feiern

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Die Hoffnung, dass die Corona-Infektionen in der Region weiter stagnieren, mischt sich langsam mit Vorfreude: Eva und Thomas Gericks wollen am 14. August Bauernhochzeit feiern. Auf dem Hof.

Vreden

, 30.07.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Absagen können wir immer noch“ – dieser Spruch hat Eva und Thomas Gericks über Monate begleitet. Seit Ende 2019 stand der Termin für ihre kirchliche Trauung fest, für ihre Bauernhochzeit auf dem Hof Gericks im Ammeloer Waterhook: Freitag, 14. August 2020. Dann kamen Corona und der Lockdown.

Beim Treffen mit der Redaktion an einem sonnigen Abend im Ammeloer Waterhook erinnern sich die beiden mit gemischten Gefühlen an die Zeit. „Um uns herum haben viele, die im Mai oder Juni heiraten, sofort um ein Jahr verschoben“, sagt Eva Gericks. Aber sie beide waren ja erst im August dran. „Man hat ja am Anfang nicht geglaubt, dass das so krass wird“, blickt die 28-jährige Kauffrau zurück.

Corona trotzen und eine Bauernhochzeit auf dem Hof feiern

In der Zeit des Lockdowns kreisten die Gedanken ständig ums Absagen, sagt Thomas Gericks, der als Baumaschinenführer arbeitet. „Oder darum, dass wir feiern, aber Abstriche machen müssen.“ Die beiden wollten ihre Feier – nach zwei stressigen Jahren mit Umbau sollte die Hochzeit der Abschluss sein und dann mal eine Zeit lang einfach nichts anstehen. „Und nächstes Jahr sind wir auf gefühlt zehn Hochzeiten“, nennt Eva Gericks ein weiteres Argument.

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Dann kam Sonntag, 15. Juli: Die Landesregierung erlaubt Feiern bei Hochzeiten mit bis zu 150 Personen. „Eigentlich hätten wir 180 Gäste einladen wollen, aber dann mussten wir reduzieren“, sagt Eva Gericks. Schnell wurde durchgezählt – auch die Musiker der Band und das Servicepersonal müssen mitgerechnet werden – dann wurden Einladungen gedruckt und verschickt.

Mit der Einladung gab es einen Infozettel

Thomas und Eva Gericks hatten dann einen „heißen Telefondraht“ zum Vredener Ordnungsamt. Und mit der Einladung bekamen alle Gäste einen Infozettel: Alle Gäste müssen sich in eine Liste eintragen. Desinfektionsmittel wird reichlich vorhanden sein, ebenso Luft und Platz für alle in der knapp 30 mal 18 Meter großen Scheune.

Das Essen wird natürlich am Tisch serviert. Die Tische stehen mit Abstand und die obligatorischen „Kurzen“ gibt es nur aus Fläschchen, eine Spülmaschine spült Gläser so heiß, dass kein Virus überleben sollte, jemand wird da sein, um die WCs zu desinfizieren....

Auf den Schleiertanz wird wohl verzichtet

„Es wird ein anderes Feiern“, sagt Eva Gericks, und ihr Mann – vor zwei Wochen haben sie standesamtlich geheiratet – nickt. Einen Schleiertanz, wie es sonst Tradition ist, wird es wohl nicht geben. Und überhaupt, miteinander tanzen? „Das muss jeder selbst wissen“, sagt Eva Gericks.

„Es gibt ja keine Garantie, dass sich keiner ansteckt“, spricht Thomas Gericks die Zweifel aus, die natürlich bleiben. Aber: Der 32-Jährige und seine Frau denken positiv. Das wird nicht passieren. Der ein oder andere Gast habe auch abgesagt, „da haben wir Verständnis für“, sagen sie gleichzeitig. Aber die meisten wollen tatsächlich mitfeiern.

Brautpaar zieht mit Mund-Nase-Schutz zum Traualtar in St. Otger

Die kirchliche Trauung wird in Stadtlohn St. Otger gefeiert. Alle Gäste dürfen die Trauung in der großen Kirche mitfeiern, aber alle müssen Mund-Nase-Schutz tragen. Auch das Brautpaar. Auch beim Ein- und Auszug. „Wenn das Pflicht ist, kommst du ja nicht drum herum“, sagt der 32-jährige Bräutigam. Nur bei der Trauung selbst, bei dem ganz vertrauten Moment, nehmen Pfarrer und Fotograf Abstand, und die beiden dürfen sich unmaskiert anstrahlen.

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Nun hoffen beide, dass die Coronaschutzverordnung, die mit ihren gültigen Regeln bis zum 11. August läuft, nicht verschärft wird. Sie sind optimistisch, dass alles so gut klappt wie beim Heiratsantrag auf Norderney Ende 2019. Da führte Thomas seine Eva zum Essen aus und hatte mit dem Restaurantpersonal alles abgesprochen. Dann wurde das Tablett mit Rosenblättern und dem Ring an den Tisch gebracht – und nach dem Ja-Wort haben alle applaudiert, auch die Gäste.

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