Hille Höltermann holt ausgefallenen Basar in den eigenen Vorgarten

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Der Frühjahrsbasar an der Felicitasschule musste wegen des Coronavirus ausfallen. Damit die Schüler nicht umsonst gewerkelt haben, hat Hille Höltermann den Basar in den eigenen Vorgarten verlagert.

Vreden

, 03.04.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie haben gebastelt, gemalt, getöpfert und gepflanzt - seit Weihnachten. Entstanden ist kistenweise Oster- und Frühlingsdeko. Doch die Werke der Schüler der Vredener Felicitasschule werden in diesem Jahr nicht auf einem großen Basar verkauft. Die Veranstaltung am 20. März wurde wegen des Coronavirus abgesagt.

Hille Höltermann, die als Floristin an der Förderschule arbeitet, hat den Verkauf deswegen kurzerhand zu sich nach Hause verlagert. Am Mittwochmorgen holt sie die letzten Kisten aus ihrem Kofferraum. Die Häschen aus Beton drapiert sie auf der Kiesfläche an der Seite des Hauses. Die großen Blumen aus Keramik steckt sie in die Blumenbeete und die Blumentöpfe in Eierform mit frischen Pflanzen stellt sie auf einem Tischchen zusammen.

Die Schüler der Felicitasschule haben fleißig Frühlingsdekoration hergestellt.

Die Schüler der Felicitasschule haben fleißig Frühlingsdekoration hergestellt. © Victoria Garwer

„Das ist einfach viel zu viel, um es bis nächstes Jahr zu lagern“, sagt sie, während sie einige Bretter mit frühlingshaften Zeichnungen an einem Zaun aufhängt. „Und außerdem sind wir auf das Geld angewiesen. Schließlich haben wir damit gerechnet.“

Mit dem Erlös des Basares werden zum Beispiel die Logopäden, Ergotherapeuten oder die Fahrten mit dem Schulbulli bezahlt. Auch eine Floristik-Auszubildende von Hille Höltermann muss weiter ihren Lohn bekommen.

Kein Verkauf mehr an der Felicitasschule

Die Deko-Objekte verkauft die Floristin nun also in ihrem eigenen Vorgarten. „Mich haben immer wieder Leute gefragt, ob sie etwas kaufen könnten. Aber ich will ja auch nicht jeden einzeln an der Schule treffen.“ Also hat sie mit dem Ordnungsamt gesprochen und die zuständigen Mitarbeiter hielten einen Verkauf zu Hause für möglich.

Trotzdem möchte Hille Höltermann natürlich nicht mit jedem einzelnen Käufer Kontakt haben. Die gebastelten, geschnitzten und getöpferten Objekte hat sie deswegen vor dem Haus im Marienhook in Szene gesetzt. Ein Schild weist darauf hin, dass die Besucher den Mindestabstand von zwei Metern einhalten sollen.

Ein Schild im Vorgarten erklärt die Regeln des ungewöhnlichen Basares.

Ein Schild im Vorgarten erklärt die Regeln des ungewöhnlichen Basares. © Victoria Garwer

Ihre private Dekoration hat Hille Höltermann vorher weggeräumt, damit es nicht zu einer Verwechslung kommt. Alles ist mit einem Preisschild versehen, das Geld werfen die Käufer einfach in den Briefkasten.

„So viel Vertrauen muss sein“, sagt Hille Höltermann. „Wer meint, dass er sich nicht daran halten muss, der muss dann selber sehen, wie er damit klarkommt.“ Die Erfahrung aber zeige, dass die Leute eher sogar großzügig sind und aufrunden.

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Während des Gespräches kommen immer wieder Nachbarn vorbei, die sich im Vorgarten umsehen. Sie suchen nach Dekoration für die eigene Wohnung oder den Garten. Oder aber sie nehmen ein Geschenk zu Ostern mit, das sie zur Not eben an die Liebsten verschicken.

Der Verkauf findet statt am Haus von Hille Höltermann, Marienhook 25.

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