Fürstbischof erließ Edikt

04.01.2008, 18:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

Vreden Es gibt keine schriftlichen Angaben zu der Zahl der Pestopfer in Vreden. Es könne aber davon ausgegangen werden, das auf "Hilbolts Karkhoff" die Toten beerdigt wurden, die um das Jahr 1666 herum der Seuche erlagen. Aus seiner Arbeit in verschiedenen Archiven weiß der Vredenr Historiker Dr. Hermann Terhalle, dass zu dieser Zeit die Pest auch im Westmünstlerland wütete, wenn auch nicht so verheerend wie in den Großstädten.

Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen erließ 1666 ein Edikt mit zehn Punkten mit genauen Vorschriften dazu, die weitere Verbreitung der Pest zu verhindern. "In den Städten soll täglich, auf dem Lande wöchentlich zweimal Gottesdienste gehalten, dabei für die Verstorbenen und um Abwendung weiteren Uebels geflehet werden", heißt es dort unter anderem.

Strenge Regeln galten für die Angehörigen und die Häuser der Pestkranken: Jeder, der in einem infizierten Haus war oder mit einem Erkankten in Berührung gekommen war, musste einen "weißen Stecken" oder ein rotes Kreuz auf der Brust tragen, die noch nicht gereinigten Häuser mit einem Strohkranz oder einem weißen Kreuz auf der Tür versehen werden. Plünderer wurden zur Strafe ihres Eigentums entledigt. Die Verstorbenen mussten "von besonderen Leichenbestattern, auf einem eigends dazu anzuschaffenden Karren, an entfernten, außerhalb der Städte und bewohnten Ortschaften auszumittelnden Orten bei Kapellen und dgl. beerdigt und dabei nur die Begleitung des Geistlichen gestattet werden", heißt es weiter in dem Edikt, das Wilhelm Elling einem Beitrag über die Pest im Münsterland im "Ochtruper Heimatblatt" beifügte. ewa

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