Gaststätten dürfen wieder öffnen, doch Gäste müssen viele Regeln befolgen

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Durch die aktuellen Lockerungen dürfen auch in Vreden wieder Kneipen und Restaurants öffnen. Eine von ihnen ist die Gaststätte Schwering. Ein Familienbetrieb in der fünften Generation.

Vreden

, 14.05.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Acht Wochen lang waren auch in der Gaststätte Schwering in Doemern alle Zapfhähne hochgedreht. Wegen der Corona-Krise durfte der Familienbetrieb nicht öffnen. Lediglich außer Haus konnten Gäste bedient werden.

Das ist nun vorbei. Seit Mittwochnachmittag läuft der Betrieb wieder – wenn auch mit erheblichen Einschränkungen. „Wir können vielleicht 30 Prozent der üblichen Gäste unterbringen“, sagt Inhaberin Petra Galbraith-Schwering. An Gesellschaften oder große Familienfeiern in der Scheune oder der Tenne sei noch nicht zu denken.

Großer Abstand zwischen Tischen und Plätzen

Wegen der Hygienevorschriften mussten Tische aus den verschiedenen Räumen entfernt werden. Die Abstände zwischen den Gästen sind penibel auf 1,5 Meter ausgemessen. Wo das nicht ging, hat das Team um die Wirtin Plexiglasscheiben zwischen die Tische gebaut. Das alles musste mit einer Skizze belegt beim Ordnungsamt eingereicht werden.

Plexiglasscheiben zwischen den Tischen sollen einen Betrieb auch dort möglich machen, wo der Mindestabstand unterschritten wird.

Plexiglasscheiben zwischen den Tischen sollen einen Betrieb auch dort möglich machen, wo der Mindestabstand unterschritten wird. © Stephan Teine

Auch im Biergarten und auf der überdachten Terrasse stehen deutlich weniger Tische als üblich. „Die Regeln gelten ja auch im Außenbereich“, erklärt sie. Insgesamt komme der Betrieb so auf gut 350 Plätze. „Und die brauchen wir bei schönem Wetter auch, wenn die ganzen Fahrradausflügler kommen“, hofft sie.

Sitzplatz wird vom Personal zugewiesen

Gäste dürfen sich trotzdem nicht einfach so „ihren“ Tisch aussuchen. Draußen, vor der Eingangstür der Gaststätte weisen Schilder auf die besonderen Umstände hin. „Gäste müssen sich erst bei uns anmelden“, sagt Petra Galbraith-Schwering. Sie bekommen dann einen Tisch zugewiesen. Auch das eine Regelung, um den Überblick zu behalten und die Sicherheitsbestimmungen einzuhalten.

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Zusätzlich müssen sich Gäste mit ihren persönlichen Daten schriftlich registrieren. „Schon wegen des Datenschutzes wollen wir die Formulare nicht einfach so auf den Tischen auslegen“, erklärt die Wirtin. Sie wisse, dass andere Gastronomen das anders handhaben würden. „Ich habe vor ein paar Tagen etwas Marktforschung betrieben und war in Münster und Vreden unterwegs“, sagt sie. Die Registrierung der Gäste an der Theke sei zwar aufwendiger, sie habe damit aber ein besseres Gefühl.

Thekenbetrieb bleibt vorläufig gesperrt

A propos Theke: Die bleibt weiter gesperrt. Um die Hocker vor der Theke ist Flatterband gespannt. „Wir können hier den Mindestabstand nicht gewährleisten“, sagt sie. Daher falle das Herrengedeck an der Theke vorläufig aus.

Klare Anweisungen für die Gäste: Damit die Gaststätte öffnen kann, müssen etliche Regeln eingehalten werden. Dazu zählen Abstand, Hände desinfizieren, die persönliche Registrierung jedes Gastes und eben auch die Zuweisung der Sitzplätze.

Klare Anweisungen für die Gäste: Damit die Gaststätte öffnen kann, müssen etliche Regeln eingehalten werden. Dazu zählen Abstand, Hände desinfizieren, die persönliche Registrierung jedes Gastes und eben auch die Zuweisung der Sitzplätze. © Stephan Teine

Und es geht weiter: Das Personal wird Gesichtsvisiere tragen, Gäste sollen sich vor Betreten der Gaststätte die Hände desinfizieren, selbst auf den Toiletten und dem Gang dorthin warnen Aufkleber davor, den Abstand zu gering zu halten. Besucher müssen auch beim Betreten und wenn sie sich in der Gaststätte bewegen einen Mundschutz tragen. Nur wenn sie an ihrem Tisch sitzen, können sie ihn ablegen.

Eine ganze Reihe von Vorschriften, an die sich Gäste und Personal erst noch gewöhnen müssen.

Froh, überhaupt wieder zu öffnen

Dennoch ist Petra Galbraith-Schwering froh, überhaupt wieder öffnen zu können. „Gut, wir sind ein Familienbetrieb. Unsere Fixkosten halten sich in Grenzen“, erklärt sie. Deswegen könne sie nun auch mit dem begrenzten Platzangebot ganz gut kalkulieren. Mit dem Außer-Haus-Verkauf von Speisen habe sich der Betrieb in den vergangenen Wochen ganz gut über Wasser halten können.

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Auch sonst herrschte keine Langeweile: „Wir haben einiges renoviert und saniert“, sagt Petra Galbraith-Schwering. Es sei also „ganz ok“ gewesen.

Die Gaststätte Schwering ist ein echtes Familienunternehmen. Auch deswegen konnten die Folgen der Corona-Krise bisher ganz gut kompensiert werden.

Die Gaststätte Schwering ist ein echtes Familienunternehmen. Auch deswegen konnten die Folgen der Corona-Krise bisher ganz gut kompensiert werden. © privat

Aber Gästen ein frisch gezapftes Bier anzubieten, sei eben doch etwas ganz anderes. Von der aktuellen Krise will sie sich nicht unterkriegen lassen. Schließlich bewirtschafte ihre Familie die Gaststätte Schwering schon in der fünften Generation.

Es ist nicht die erste Schließung des Lokals

Auch eine lange Schließung des Lokals musste die Familie schon erdulden: Zuletzt im und nach dem zweiten Weltkrieg 1945 und 1946. Damals wurden die Räume zwangsbesetzt. Erst von der Wehrmacht, die sie als Schreibstube nutzte, nach Kriegsende von englischen Soldaten, die dort einquartiert wurden.

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Die Gaststätte wird zur Zeit betrieben von Petra Galbraith-Schwering und ihrem Sohn Micheal Galbraith. Sie werden tatkräftig unterstützt von Erich und Hedwig Schwering, Birgit Schönnebeck, Emma und Paul Galbraith sowie Aushilfen. Insgesamt ein Team von rund 20 Personen.

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