Geburtstagsfeier endete nach sexueller Belästigung und Jochbeinbruch

hzFeier eskalierte

Hochprozentiger Alkohol in einer nicht geringen Menge war im Spiel bei einer Geburtstagsfeier in Vreden. Am Ende gab es eine sexuelle Belästigung und einen Jochbeinbruch.

Vreden

, 15.03.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mehr als eine Flasche Whiskey haben sich zwei Freunde im vergangenen November bei einer Geburtstagsfeier geteilt. Eine sexuelle Belästigung und ein Jochbeinbruch waren weitere Ereignisse der Feier. Und: Die Männer sind heute keine Freunde mehr.

Im Gegenteil: Einer der Männer, ein 35-jähriger Vredener war am Freitag vor dem Ahauser Amtsgericht wegen sexueller Belästigung und Misshandlung angeklagt. Er soll einer Zeugin an den Po gefasst haben und auf einen weiteren Zeugen so eingeschlagen haben, dass der mit einem Jochbeinbruch stationär ins Krankenhaus kam.

Opfer erlitt Jochbeinbruch

Die Schläge und den Jochbeinbruch räumte die Anwältin für ihren Mandanten gleich zum Prozessauftakt ein. Bei der sexuellen Belästigung drehte sie den Spieß aber um: Der Zeuge habe der Stieftochter des Angeklagten im Flur an den Po gefasst.

Die junge Frau habe geschrien und sich danach im Bad eingeschlossen. Die Anwältin führte aus, dass die junge Frau noch heute „schwer belastet“ sei durch die Vorkommnisse und es ihr „überhaupt nicht gut“ gehe. Das liege aber auch daran, dass sie durch ähnliche Vorfälle traumatisiert sei.

Tochter wurde sexuell belästigt

Der Angeklagte war laut Aussage seiner Anwältin durch den Vorfall so „aufgeladen“, dass er seinen Freund zur Rede stellte. Und dann war es wohl vorbei mit der Freundschaft. Der Gast der Geburtstagsfeier wurde aus der Wohnung geworfen - nicht ohne ein paar Schläge einstecken zu müssen.

Die Anzeige wegen sexueller Belästigung sei „falsch“. Es sei genau umgekehrt gewesen, erklärte die Anwältin dem Richter. Sie beantragte, das Verfahren gegen Geldauflagen einzustellen.

Das sah der Richter anders. Die Körperverletzung sei nicht wegzureden. Und: Das Opfer habe erhebliche Verletzungen erlitten. Der Richter war sich aber auch darüber im Klaren, dass das Zeugen-Ehepaar bei der Anschuldigung der sexuellen Belästigung bleiben würde.

Aussage gegen Aussage

Damit hätte Aussage gegen Aussage gestanden. Für den Richter ein Punkt, mit Staatsanwältin und Verteidigung über die Einstellung in diesem Punkt zu reden. Der Tatvorwurf sei ohnehin an der „untersten Schwelle“ und „eigentlich Quark“, so die Einschätzung des Richters.

Was für das Plädoyer des Staatsanwalts dann blieb, war die vorsätzliche Körperverletzung, mit „erheblichen Verletzungen“ als Folge. Als Strafe dafür sah er 120 Tagessätze zu je 90 Euro als angemessen an.

8.000 Euro Strafe

Die Anwältin bat das Gericht, bei der Urteilsfindung die Situation zu berücksichtigen, die dazu führte, dass es zu der Körperverletzung kam. Sie beantragte die Einstellung des Verfahrens gegen ein angemessenes Schmerzensgeld.

Der Richter verurteilte den Angeklagten dann wegen vorsätzlicher Körperverletzung zu 100 Tagessätzen zu je 80 Euro. Man dürfe „die Schwere der Körperverletzung nicht außer Acht lassen“. Auch zwei Vorstrafen des Angeklagten - Einfuhr und Handel mit Betäubungsmitteln - flossen mit in die Urteilsbegründung.

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