Geldautomat in Tankstelle in Vreden gesprengt – Täter erfolglos

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Unbekannte haben in einer Tankstelle in Vreden einen Geldautomaten gesprengt. Anwohner hörten die Explosion und wählten den Notruf. Für die Täter hat sich das Ganze offenbar nicht gelohnt.

Vreden

, 01.09.2020, 09:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist ein bisschen wie im Krimi, was sich am Dienstagmorgen auf dem Parkplatz vor der Tankstelle an der Bahnhofstraße in Vreden abspielt. Eine Frau und ein Mann in weißen Kitteln laufen herum und machen Fotos. Flatterband der Polizei sperrt die Tankstelle und Teile des Parkplatzes ab. Gegenstände auf dem Boden sind mit gelben Nummern markiert: ein Feuerlöscher, ein Stück Schnur und zwei ziemlich verkohlte Gasflaschen.

Es sind Beweisstücke, die die Täter zurückgelassen haben. In der Nacht zu Dienstag gegen 3 Uhr wurde hier ein Geldautomat gesprengt. Der stand in dem Verkaufsraum der Tankstelle, die zu diesem Zeitpunkt geschlossen war. „Das ist hier in der Region eine absolute Seltenheit“, sagt Thorsten Ohm von der Polizeipressestelle. Häufiger sind Geldautomaten an Gebäudewänden oder in Foyers der Geldinstitute betroffen.

Feuerwehr musste Brand nach der Explosion löschen

Im Inneren machten sich die Täter an dem Automaten zu schaffen – es kam zu einer Verpuffung. „Die Täter haben ein Gasgemisch in den Automat eingeleitet und diesen entzündet“, erklärt Thorsten Ohm das typische Vorgehen. „Da sind oft richtige Experten am Werk, die genau wissen, wie viel Gas sie brauchen.“

Die Tankstelle blieb am Dienstag erst einmal abgesperrt.

Die Tankstelle blieb am Dienstag erst einmal abgesperrt. © Victoria Garwer

In diesem Fall führte das aber nicht zum Erfolg. Der Tresor innerhalb des Automaten blieb unbeschädigt, sodass die Täter nicht an Geld gelangt sind. Im Gebäude entstand Sachschaden. Kräfte der Feuerwehr Vreden löschten einen Brand, der bei der Tat entstanden war.

Die Beweisstücke wurden mit gelben Nummern markiert.

Die Beweisstücke wurden mit gelben Nummern markiert. © Victoria Garwer

Von außen ist davon am Dienstagmorgen wenig zu sehen. Die Scheiben sind trotz der Verpuffung heil geblieben und auch der Rest des Gebäudes wurde von außen nicht beschädigt. Die automatische Tür aber ist wohl kaputt. Denn darüber hatten sich die Täter gewaltsam Zutritt verschafft.

Anwohner riefen in der Nacht die Polizei

Anwohner hörten in der Nacht die Explosion und wählten den Notruf, wie ein Polizeisprecher am Dienstag sagte. Sie beobachteten im Anschluss ein dunkles Auto, das mit hohem Tempo Richtung Winterswyker Straße davonfuhr.

Die Polizei fahndete am Morgen unter anderem mit einem Polizeihubschrauber nach den Kriminellen.

Mitarbeiter der Spurensicherung dokumentierten am Dienstagmorgen die Beweise.

Mitarbeiter der Spurensicherung dokumentierten am Dienstagmorgen die Beweise. © Victoria Garwer

Die deutsche Polizei verständigte zudem umgehend die niederländische Politie –diese unterstützte die Fahndung im Bereich der Grenze. Der Tatort blieb zunächst abgesichert, um die Spurenlage genau auswerten zu können. Neben der Spurensicherung waren am Dienstagmorgen auch Polizisten vor Ort, die Zeugenaussagen der Mitarbeiter aufnahmen.

Polizei sucht nach Zeugen nach Automatensprengung

Bereits im Juni hatte es einen ähnlich gelagerten Fall in Vreden gegeben: Damals hatten die Täter einen Geldautomaten in der Vredener Innenstadt gesprengt. Es wurde ein hoher Sachschaden angerichtet. Die Explosion war so stark, dass sogar die Scheiben von in der Nähe stehenden Autos zerstört wurden.

Die Tankstelle blieb am Dienstag erst einmal abgesperrt.

Die Tankstelle blieb am Dienstag erst einmal abgesperrt. © Victoria Garwer

„Die Täter sind damals ganz anders vorgegangen als jetzt. Im Juni wurden sogenannte konventionelle Sprengmittel genutzt und es kam zu einer richtigen Explosion statt zu einer Verpuffung“, erklärt Thorsten Ohm den Unterschied. Die Täter konnten damals mit Bargeld flüchten.

Orte an der Grenze immer wieder von Automatensprengungen betroffen

Dass gerade Vreden immer mal wieder mit solchen Automatensprengungen zu tun hat, sei kein Zufall, so der Pressseprecher der Polizei. Grund dafür ist die direkte Grenzlage. „Das können wir landauf, landab in den Orten an der Grenze beobachten“, sagt Thorsten Ohm. „Die Täter denken, sobald sie über die Grenze sind, sind sie in Sicherheit. Was natürlich nicht stimmt.“ Denn die Polizei arbeite durchaus grenzüberschreitend zusammen.

Die Polizei bittet um Hinweise an das zuständige Kriminalkommissariat in Borken: Tel. (02861) 9000.

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