Gentechnikfreie Zone wäre einen Versuch wert

SPD hatte zur Diskussion geladen

VREDEN "Ein bisschen Grüne Gentechnik gibt es nicht, entweder man ist dafür, oder man ist dagegen", machte Bürgermeisterkandidat Norbert Wesseler gleich zu Beginn der Veranstaltung "Grüne Gentechnik - Segen oder Teufelswerk" klar. Die Landtagsabgeordnete Stefanie Wiegand erinnerte an die Geschichte des Genmais' und machte die unterschiedlichen Haltungen von Forschern und Verbrauchern und von Wissenschschafts- und Landwirtschaftsministerien deutlich. "Dabei ist eines ganz klar: Der Verbraucher will keine gentechnisch veränderten Lebensmittel", so Wiegand.

06.07.2009, 16:31 Uhr / Lesedauer: 1 min

Sie zitierte Misereor mit dem Satz: "Gentechnologie ist nicht die Zauberformel, die uns die Sicherung der Welternährung bringen wird. Notwendige Grundlage für Ernährungssicherheit ist der ungehinderte und rechtlich abgesicherte Zugang zu fruchtbarem Land und Saatgut".

Landwirt Theo Helmert meinte, dass durch die Gentechnik die Entscheidungsfreiheit der Landwirte noch weiter eingeschränkt werden würde. Dabei bestimme schon heute die Industrie in starkem Maße über die Bauern. Er könne nicht verstehen, dass vom Vorsitzenden des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Johannes Röring kein klares Nein zur Gentechnik gekommen sei.

Nicht rückholbar

In der Fragerunde machte einige Landwirte deutlich, dass Gentechnik einmal angewandt nicht rückholbar sei, denn durch Pollenflug und Bestäubung breite sie sich ungehindert aus. Was kann der Verbraucher tun und wie kann er überhaupt erkennen, ob Lebensmittel gentechnisch verändert sind? Auch diese Fragen wurden diskutiert.

Am Ende war man sich in dem Wunsch einig, der Kreis Borken solle zur Gentechnikfreien Zone erklärt werden. "Dazu müssen sich alle an einen Tisch, das wird ein schwieriges Unterfangen, aber der Versuch lohnt sich allemal", mit diesen Worten schloss die Ortsvereinsvorsitzende Ursula Schulte.

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