Gewerbegebiet Gaxel soll „Grün statt Grau“ werden

Projekt startet

Gewerbegebiete müssen nicht trist und grau sein. Genau das möchte die Stadt Vreden mit dem Projekt „Grün statt Grau“ im Industriegebiet Gaxel erreichen.

22.12.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gewerbegebiet Gaxel soll „Grün statt Grau“ werden

Zum Auftakt von „Grün statt Grau“ hat die Stadt Vreden die Verbundpartner zu einer Besichtigung ins Industriegebiet Gaxel eingeladen Stadt Vreden © Stadt Vreden

Wie eine nachhaltige Gestaltung bestehender Gewerbe- und Industriegebiete gelingen kann, erproben der Wissenschaftsladen Bonn, die Technische Universität Darmstadt und die Universität Osnabrück zusammen mit mehreren Pilotstädten seit drei Jahren in einem Verbundprojekt. Seit Oktober dieses Jahres kann auch Vreden von dem Verbund profitieren. Im Industriegebiet Gaxel startet das Projekt „Grün statt Grau“.

Als Schlüsselthemen für eine nachhaltige Entwicklung von Industrie- und Gewerbegebieten haben sich Wasser und Boden, Stadtklima, Energie und Mobilität hervorgetan. Der Klimawandel wird in Zukunft auch in Gewerbe- und Industriegebieten entsprechende Anpassungen erfordern, so die Stadt Vreden in einer Pressemitteilung.

Fachberatungen

So heizen sich diese Gebiete im Sommer durch hohe Versiegelungsraten und die geringe Durchgrünung besonders auf und auch bei Starkregenereignissen verlangt der Mangel an Versickerungsflächen den Kanalsystemen so einiges ab. Hier gilt es den Vredener Unternehmen im Industriegebiet Gaxel Umsetzungsvorschläge zu unterbreiten, um die negativen Auswirkungen des Klimawandels abzumildern.

Die Unternehmen können sich beispielsweise für eine Fachberatung zur naturnahen Umgestaltung ihrer Firmengelände anmelden. Die ersten sieben Unternehmen aus Gaxel haben bereits Beratungstermine in Anspruch genommen. Nach der Umsetzung soll nicht nur der „Wohlfühlfaktor“ für Tiere und Pflanzen steigen, sondern auch für die Beschäftigten. Durchgrünte Firmengelände schaffen insbesondere in den heißen Sommermonaten ein besseres Klima und sprechen Beschäftigte und auch Kunden an.

Auch der Umgang mit Regenwasser kann in den Fachberatungen ein wichtiges Thema sein. Retentionsmulden sowie eine Dach- oder Fassadenbegrünung können helfen, Teile des Regenwassers direkt vor Ort versickern zu lassen. Begrünte Dächer und Fassaden bieten außerdem einen nicht zu unterschätzenden gebäudeklimatischen Vorteil. Gebäude heizen sich durch den Bewuchs im Sommer weniger auf, sodass bei Rekordsommern ein angenehmeres Arbeiten möglich werden kann.

Dachbegrünung bringt Ersatzlebensräume

Ganz nebenbei werden Ersatzlebensräume für Pflanzen und Tiere auf den Dächern und an Fassaden geschaffen. Eine Dachbegrünung ist im Übrigen nicht nur für Dächer mit einer hohen Tragkraft und freien Dachflächen eine Option. Mithilfe von vorkultivierten Moosmatten lassen sich auch Flächen mit geringer Tragfähigkeit und unter aufgeständerten PV- oder Solarthermieanlagen für die Begrünung verwenden. Die Moose benötigen kaum Pflege und nehmen ihre Nährstoffe aus der Luft und dem Regenwasser auf.

Um der Hitzeentwicklung auf Gebäuden und versiegelten Flächen im Industriegebiet Gaxel auf den Grund zu gehen, plant die Stadt Vreden, im Sommer 2020 eine Thermographie-Befliegung zu machen. Diese soll Aufschluss darüber geben, wo eine Gebäudebegrünung für die Temperaturregulierung sinnvoll sein könnte.

Als mit Gold ausgezeichnete Europäische Energie- und Klimaschutzkommune hat die Stadt Vreden Nachhaltigkeit durch umweltfreundliche Energie und Mobilität schon lange im Visier, so heißt es in der Pressemitteilung. Mit dem Projekt „Gaxelino“ werden die Fahrradstrecken ins Industriegebiet zukünftig komfortabler und sicherer. Auch die geplante Schnellbuslinie „Baumwollexpress“ und eine E-Ladestation im Industriegebiet sollen eine umweltverträgliche Mobilität fördern.

Netzwerk soll entstehen

Als Sachbearbeiterin für „Grün statt grau“ wird Dr. Julia Gottwald in den nächsten zwei Jahren für den Austausch zwischen den Unternehmen und der Stadtverwaltung verantwortlich sein sowie die Planung und Umsetzung der Prozesse begleiten. Ein wichtiges Instrument soll dabei der Aufbau eines Unternehmernetzwerkes sein. Eine gemeinsame nachhaltige Weiterentwicklung des Industriestandortes Gaxel durch aktiven Austausch zwischen allen Beteiligten bringt Vorteile für das gesamte Gebiet, aber auch für den einzelnen Unternehmer. Vom Unternehmerfrühstück bis hin zu Fachvorträgen zu gebietsrelevanten Themen oder Vermittlung von persönlichen Beratungen sind hier verschiedene Maßnahmen in der Planung.

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