Hans Krebs aus dem Erzgebirge hat in Vreden ein Zuhause gefunden

hz100. Geburtstag

Seit 45 Jahren lebt Hans Krebs bereits im St. Antoniusheim in Vreden. Der Sachse, der heute 100 Jahre alt wird, liebt Ordnung und Musik. Zu seinem Ehrentag hat er nur einen großen Wunsch.

Vreden

, 14.08.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn Hans Krebs aus ganzem Herzen lacht, erkennt jeder Besucher, dass der Bewohner des Vredener St. Antoniusheims auch mit 100 Jahren noch jung geblieben ist. Am 14. August 1920 wurde Hans Krebs in Annaberg im Erzgebirge geboren und feiert heute somit seinen 100. Geburtstag. „Als ich die 80 und 90 geschafft hatte, habe ich mir gesagt, jetzt werde ich auch 100“, erklärt Hans Krebs.

Dieses Ziel hat er erreicht, in Vreden fühlt sich der Sachse längst zu Hause, denn er wohnt bereits seit 1975 im Antoniusheim. „Man hat eine gute Chance, hier alt zu werden“, scherzt Brunhilde Klein, eine langjährige Pflegerin, die Hans Krebs gut kennt. 1956 verließ das heutige Geburtstagskind die DDR Richtung Münsterland. Neun Jahre lang war er verheiratet, Hans Krebs hat eine Tochter.

Ordnungsliebend und feierlustig

„Früher hat Hans jeden Tag den Park gefegt, morgens und mittags war er aktiv“, erinnert sich Brunhilde Klein. Später habe er im Pflegeheim im Speisesaal mitgeholfen und die Räume gereinigt. „Ordnung war mir immer wichtig“, fasst Hans Krebs seine Tätigkeiten zusammen.

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Bei Geburtstags- und Karnevalsfeiern kommt die lustige Seite von Hans Krebs zum Vorschein, dann hat er in der Vergangenheit oft getanzt und spielt mit Leidenschaft das Tamburin. „Die Freude an der Musik ist Hans immer anzumerken. Wenn die Feuerwehrkapelle kommt, macht er immer mit“, erzählt Andreas Egbert, Sozialarbeiter im Antoniusheim. Generell sei Hans Krebs immer sehr am gesellschaftlichen Zusammenleben im Heim interessiert.

„Ein paar Jahre will ich noch bleiben“

Hans Krebs legt Wert auf sein Äußeres, trägt Hemd und Stoffhose, will immer wieder neue Sakkos haben und hat sich auch zum 100. Ehrentag noch einmal eine neue schwarze Hose gewünscht. Er sitzt im Rollstuhl, kann aber zum Beispiel noch eine Brücke bauen und sich so aktiv an der Pflege beteiligen, wie Andreas Egbert berichtet.

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Heute kommen einige alte Weggefährten vorbei, um Hans Krebs zu gratulieren. Aufgrund der Corona-Maßnahmen ist allerdings keine große Feier möglich. Die gab es allerdings bereits im vergangenen Jahr, als alle Bewohner zu Nenas Song „99 Luftballons“ einen Ballon in die Luft steigen ließen. „Es wird eine kleine Überraschungsfeier geben“, verspricht Andreas Egbert dennoch.

Große Wünsche hat Hans Krebs an seinem 100. Geburtstag nicht. „Ich wünsche mir auf jeden Fall, gesund zu bleiben. Alle hier sind nett und pflegen mich gut. Das waren gute Jahre hier. Ein paar Jahre will ich hier noch bleiben“, sagt Hans Krebs und lacht. In diesem Moment will man nicht ausschließen, dass er in zehn Jahren den nächsten runden Geburtstag feiern kann.

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