Hausarzt in Vreden – für Udo Lütkemeier und Sohn Ulf ist dies eine gute Entscheidung

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40 Jahre niedergelassener Arzt – Udo Lütkemeier kann einiges erzählen aus dem Praxisalltag. Heute ist einiges anders, weiß auch sein Sohn Ulf. In dritter Generation ist dieser nun tätig.

Vreden

, 28.03.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Udo Lütkemeier und seine Praxis an der Neustraße kennen die meisten Vredener von Kindesbeinen an, denn schon sein Vater Dr. Christian Lütkemeier praktizierte im Haus an der Neustraße 8. Seit 2013 kümmert sich Dr. Ulf Lütkemeier (Facharzt für Innere Medizin) in der dritten Generation der Arztfamilie um das Wohl der Patienten.

Sein Vater Udo Lütkemeier, Facharzt für Innere Medizin, ist jetzt 40 Jahre als niedergelassener Internist in Vreden tätig – seit Juli 2013 aber nicht mehr in Vollzeit. Der 75-Jährige unterstützt das Ärzteteam der Gemeinschaftspraxis Dr. Ulf Lütkemeier und Mechthild Windmeier (Fachärztin für Innere Medizin und Allgemeinmedizin) aber immer noch an zwei Nachmittagen als angestellter Arzt.

Udo Lütkemeier wurde in Hagen geboren und wuchs mit seinen fünf Geschwistern in Vreden auf, wo sein Vater Dr. Christian Lütkemeier im Erdgeschoss des Hauses an der Neustraße seine Arztpraxis gründete. „Damals operierte mein Vater seine Patienten noch selber im Krankenhaus und war auch für die Geburtshilfe zuständig“, blickt Udo Lütkemeier zurück. Da die meisten Geburten in der Nacht waren und es in den Bauerschaften und Dörfern noch nicht überall ausgebaute Straßen gab, sei der Weg zu den Hausgeburten vor allem bei Regenwetter sehr beschwerlich gewesen. Deshalb begleiteten Udo oder ein Bruder den Vater schon als Jugendliche als Fahrer und Beifahrer.

Geburtshilfe geleistet

„Ich erinnere mich noch, dass der DKW im Matsch oft in den tiefen Fahrrinnen stecken blieb. Dann musste Vater anschieben und wir saßen am Lenkrad. Nach der Geburt des Kindes wurden wir bei den Bauern mit einem ganz besonders leckeren Essen belohnt, es gab Stuten mit dicker Butter und köstlichem Schinken“, erzählt Udo Lütkemeier lachend. Nach seinem Medizinstudium in Münster arbeitete er an der Raphaelsklinik in Münster und anschließend in Xanten. Seine Ehefrau, eine gebürtige Vredenerin, wollte gern wieder zurück nach Vreden, als sich Dr. Christian Lütkemeier seinen Sohn als Nachfolger wünschte. „Rückblickend war das keine schlechte Entscheidung, aber die Arbeit als Hausarzt ist doch etwas ganz anderes als die Tätigkeit in einer Klinik“, sagt Udo Lütkemeier.

Sein herzkranker Vater setzte seine Arbeit aber doch noch fort, als Udo Lütkemeier den Dienst in Vreden antreten wollte. So eröffnete Lütkemeier junior in der Wohnung über der Praxis seines Vaters im Frühjahr 1979 die eigenen Räumlichkeiten. „Nach einem Jahr fing ich mit dem Neubau der Praxis an. Als die Fundamente gerade fertig waren, hörte mein Vater aber auf zu praktizieren“, erinnert sich der 75-Jährige. Von 7 bis 8 Uhr morgens wurde bei ihm früher geröntgt. In seiner Praxis gab es ein eigenes Labor und Udo Lütkemeier war froh über eine tüchtige Arzthelferin, die ihn in seinen Anfangsjahren sehr gut unterstützte. Ein Arzt hatte damals sehr lange Arbeitstage, von 7 Uhr morgens bis 19 Uhr abends, mit zusätzlich sechs Notdiensten im Monat.

Familienfreundlicher

„Heute gibt es sechs Notdienste im Jahr und die Arbeitszeiten in der Praxis sind viel familienfreundlicher geworden“, sagt sein Sohn Dr. Ulf Lütkemeier. Der 40-Jährige ist mit seiner Ehefrau vor sechs Jahren von Münster nach Vreden gezogen und freut sich, dass er in der zweistündigen Mittagspause seine Kinder und die Ehefrau sieht. Die Gemeinschaftspraxis führt er zusammen mit der hausärztlichen Internistin Mechthild Windmeier, die dort seit Juli 2011 tätig ist. Es gibt immer viel zu tun. „Wir sind zwei junge Ärzte, das ist bestimmt ein Grund“, erklärt der Mediziner. „Wenn in den nächsten Jahren einige ältere Kollegen in den Ruhestand gehen, dann mache ich mir jetzt schon Gedanken, wie das mit einer optimalen hausärztlichen Versorgung in Vreden weitergeht“, blickt Ulf Lütkemeier voraus.

Ihm gefällt die Arbeit als Hausarzt aufgrund der persönlichen Kontakte zu den Patienten und der Arbeit im Team. In der Klinik hatte er einen Chef, in seiner Hausarztpraxis ist er selbst verantwortlich, nennt er einen Unterschied. Er betont, dass er sich freuen würde, wenn sich zukünftig noch weitere jüngere Ärzte in Vreden hausärztlich niederlassen.

Bis zum September dieses Jahres wird sein Vater Udo Lütkemeier der Gemeinschaftspraxis noch weiter mit Rat und Tat zur Seite stehen. Danach möchte der 75-Jährige gerne seinen Ruhestand genießen. Den Kontakt zu seinem langjährigen Arbeitsplatz verliert er aber auf jeden Fall nicht. Er wohnt ja nur ein Geschoss über der Praxis.

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