„Heldinnen des Alltags“: Frauen, die anderen Frauen Mut machen

In der Barockkirche in Zwillbrock entstand eines der Motive für den Mutmach-Kalender: Eine türkische Frau, die allen Traditionen und religiösen Hindernissen zum Trotz ihr Leben als alleinerziehende Mutter meisterte und sich sinnbildlich „selbst heiratete“. © Caritasverband/Bödding
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Mal geht es um eine junge Frau, die vor 17 Jahren als Frühchen mit 500 Gramm auf die Welt kam, kaum Überlebenschancen hatte, sich aber bis heute tapfer ins Leben gekämpft hat. Mal geht es um eine Frau, die Gewalt in der Ehe erfuhr, mit nichts als ihren drei Kindern floh und getragen durch ihren Glauben ein neues Leben begonnen hat. Insgesamt sind es zwölf Geschichten, die Mut machen.

Sie zeigen, dass man es schaffen kann, selbst aus der ausweglosesten Situation wieder in ein gutes Leben zurückzufinden. Großformatige Bilder der Frauen und einige Lebensgeschichten sind noch bis zum 20. Oktober täglich von 9 bis 18 Uhr in der St.-Felicitas-Stiftskirche zu sehen. Darauf macht der Caritasverband Ahaus-Vreden in einer Pressemitteilung aufmerksam.

Diakon und Pastoralreferent Tobias Beck von der Pfarrgemeinde St. Georg, Ulrike Terhaar vom SkF und Silke Uelsmann vom Caritasverband Ahaus-Vreden mit einem großformatigen Motiv in der St. Felicitas-Kirche.
Diakon und Pastoralreferent Tobias Beck von der Pfarrgemeinde St. Georg, Ulrike Terhaar vom SkF und Silke Uelsmann vom Caritasverband Ahaus-Vreden mit einem großformatigen Motiv in der St. Felicitas-Kirche. © Caritasverband

Die Bilderschau fußt auf dem Projekt eines „Mutmach-Kalenders“, für den die Vredenerin Silke Uelsmann vom Caritasverband Ahaus-Vreden und Ulrike Terhaar vom Sozialdienst katholischer Frauen Heldinnen des Alltags in Gronau suchten. Frauen, die schwierige, manchmal auch existenzielle Lebenserfahrungen gemacht und gemeistert haben.

Sie sollten darüber erzählen und sich passend zu ihrer Geschichte fotografieren lassen. Im Zuge der Suche nach diesen starken Frauen meldete sich die Fotografin Hiske van Keulen aus Bad Bentheim, um sich als Fotografin anzubieten und gleichzeitig mit ihrer eigenen Geschichte am Kalender teilzunehmen. Daraufhin entstand die Idee, die Bilder zusätzlich auszustellen und eine Wanderausstellung für das ganze Jahr 2022 zu organisieren, aktueller Halt ist Vreden.

Schwierige Lebensumstände meistern

Silke Uelsmann begegnen in ihrem Beruf bei der Gemeindecaritas – ebenso wie Silke Terhaar beim SkF – alltäglich Frauen, die viele Sorgen und Probleme haben. „Häufig fragen wir uns, wie unsere Klientinnen diese schweren Lebensumstände aushalten, oder sogar meistern und zur Verbesserung führen“, erklärt Silke Uelsmann. „Oft schon hatten wir den Gedanken, Heldinnen des Alltags vielleicht nicht gleich ein Denkmal zu setzen, aber doch öffentlich darauf aufmerksam zu machen, was tagtäglich von Müttern und Frauen geleistet wird“, erläutert sie.

Jeden Tag mit neuer Kraft begonnen

Viele persönliche Schicksale aus ihrer Arbeit haben sie erfahren lassen, wie entschlossen und ausdauernd sich diese Frauen in Krisen, bei Schicksalsschlägen und mit Krankheiten immer wieder aufrichten, die Situation mit Kraft und Mut angehen und sich dem Leben stellen. „Mit unserem „Mut-Mach-Kalender“ werden „starke Frauen“ vorgestellt, die sich nicht unterkriegen lassen und auch in Krisenzeiten jeden Tag mit neuer Kraft begonnen haben und beginnen“, berichtet Ulrike Terhaar.

Die „Mutmach-Kalender“ liegen sowohl in der Bäckerei Geelink, Freiheit 5, als auch im Schreibwarengeschäft Gescher, Kirchplatz 8, in Vreden aus. Ein Exemplar kostet 15 Euro. Der Erlös ist für die „Unterstützung von Frauen in schwierigen Lebenssituationen“ gedacht.

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