Herbizid-Unfall in Ellewick hat ein Nachspiel

Bußgeldverfahren

Der Giftunfall vom November vergangenen Jahres hat ein Nachspiel. Der Verantwortliche muss zwar voraussichtlich nicht mit juristischen Konsequenzen rechnen. Doch der Kreis Borken will ein Bußgeld verhängen.

ELLEWICK

, 04.02.2016, 18:28 Uhr / Lesedauer: 1 min
Deutlich sichtbar: die Chemikalie, die im November beim Umfüllen übergelaufen und in den Schöttelbach gelangt war.

Deutlich sichtbar: die Chemikalie, die im November beim Umfüllen übergelaufen und in den Schöttelbach gelangt war.

Das sagte Kreissprecher Karlheinz Gördes am Donnerstag auf Anfrage der Münsterland Zeitung. Er verdeutlichte, dass die Sensibilität gegenüber solchen Vorkommnissen allgemein erheblich gestiegen sei.

Im konkreten Fall gehe der Kreis Borken davon aus, dass der Kreis ein Bußgeld in Betracht ziehe. Derzeit laufe noch das Anhörungsverfahren. Darin hat der Betroffene die Chance, seine Sicht darzulegen oder auch Einspruch zu erheben. Zur genauen Höhe eines möglichen Bußgeldes machte Gördes keine Angaben. Er gehe aber von einer vierstelligen Summe aus.

"Einmalige Geschichte"

Ein Strafverfahren wolle der Kreis Borken in diesem Fall nicht anstrengen. Es handle sich nach Einschätzung der Fachleute in der Kreisverwaltung eher um eine "einmalige Geschichte".

Das kann in anderen Fällen aber auch ganz anders gelagert sein. Es komme auf den jeweiligen Einzelfall, der für sich zu sehen und zu prüfen sei. Gördes berichtete, dass die Öffentlichkeit heute viel sensibler für derartige Verunreinigungen von Gewässern geworden sei: "Wir haben allein im Januar bereits 40 unterschiedliche Fälle gemeldet bekommen." In den vergangenen Jahren seien es im Schnitt jährlich ein gutes Dutzend gewesen. Der Kreis wolle grundsätzlich gesehen durchgreifen, wenn es zu solchen Umweltbelastungen komme.

Vorbeugend wirken

Gleichzeitig setze man aber auch auf Vorbeugung, denn oft sei kein Vorsatz damit verbunden, sondern eher Fahrlässigkeit: "Wichtig ist deshalb auch eine intensive Beratung der Landwirte, wie sie etwa durch die Landwirtschaftskammer geschieht." Gördes machte aber auch deutlich, dass für solche Gewässerverunreinigungen nicht ausschließlich Landwirte die Verantwortung trügen.

Der Vorfall im vergangenen November hatte zu einer Belastung des Schöttelbachs im Raum Ellewick geführt. Die Berkel selbst war nicht verunreinigt worden. Auf einem Hof war beim Umfüllen Herbizid übergelaufen. Ein Großteil der Flüssigkeit war zurückgehalten worden, zu einem Fischsterben war es nicht gekommen.

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