Insektenschwärme in und um Vreden durch Paartanz der Haarmücken

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Das ganze Wochenende über waren in Vreden große Schwärme dunkler Insekten zu beobachten. Eine Mitarbeiterin der Biologischen Station Zwillbrock kennt die Hintergründe und wagt eine Prognose.

Vreden

, 29.09.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vielen Vredenern dürften am vergangenen Wochenende große Insektenschwärme im ganzen Ortsgebiet aufgefallen sein. Diese kreisten über dem Sportplatz der SpVgg Vreden an der Ottensteiner Straße und flogen gegen so manche Windschutzscheibe.

Auch Jessica Focke, Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Biologischen Station Zwillbrock, erlebte das Phänomen am Freitag aus der Nähe mit. „Ich bin durch ein paar Schwärme gefahren und hatte die auf der Windschutzscheibe“, erinnert sich die Diplom-Biologin.

Paartanz in großen Schwärmen

Als erstes habe sie bei den pechschwarzen Tieren an Märzfliegen gedacht. Diese gehören, anders als es der Name vermuten lässt, zur Familie der Haarmücken. Da die Märzfliegen allerdings vorwiegend im Frühjahr schlüpfen, waren an diesem Wochenende andere Haarmücken unterwegs. Bei den Haarmücken handelt es sich um stark behaarte und dunkle Mücken, die im Aussehen beinahe schon fliegenähnlich sind.

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„Haarmücken tanzen zur Paarfindung in der Luft und bilden dabei große Schwärme“, erläutert Jessica Focke das Verhalten der Insekten. Die Tiere paaren sich in der Luft, indem die Männchen die hochfliegenden Weibchen von unten anfliegen. Die Weibchen legen anschließend jeweils etwa 100 Eier in humusreichen Boden ab.

Haarmücken stechen nicht

35 bis 40 Tage nach der Paarung schlüpfen dann die neuen Haarmücken. In der Folge kann man immer mal wieder Schwärme beobachten. „Die kommen in der Zeit ab dem Spätsommer häufig vor, gerade in der Luft über der erwärmten Straße und vermehrt im ländlichen Bereich“, weiß Jessica Focke.

Mancher Fahrradfahrer könnte schon Bekanntschaft mit den Haarmückenschwärmen gemacht haben. Ein Zusammenstoß während der Fahrt mit den Insekten kann schmerzhaft sein. Haarmücken stechen jedoch nicht und spielen eine wichtige Rolle bei der Bestäubung von frühblühenden Obstbäumen. Sie ernähren sich dabei von Nektar und Honigtau. Sie sterben nach der Paarung relativ schnell.

Letzte Schwärme für dieses Jahr

Ob so viele Schwärme wie diesmal durch die Gegend fliegen, hängt auch vom Wetter ab. Bei warmen Bedingungen schlüpfen mehr Haarmücken und mehr pflanzen sich fort. „Es ist jetzt schon relativ kalt, da werden in einem Monat nicht mehr so viele Tiere schlüpfen“, prognostiziert Jessica Focke ein geringeres Haarmückenaufkommen im Herbst. Somit dürften alle Vredener bis zum nächsten Frühjahr Ruhe vor großen Insektenschwärmen haben.

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