Integratives Café Plus in Vreden schließt zum Jahresende – Das sind die Gründe

hzHaus Früchting

Menschen mit Behinderung haben im Café Plus in Vreden eine Beschäftigung gefunden. Doch jetzt muss das integrative Café schließen. Das Haus Früchting erklärt diesen Schritt.

Vreden

, 25.11.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Café Plus in Vreden schließt zum Jahresende. Das teilt Bruder Karsten-Johannes Kruse, Verwaltungsleiter beim Haus Früchting, mit. In dem Café haben Menschen mit Behinderung eine Beschäftigung gefunden.

Über die Entscheidung hat das Haus Früchting am Montagabend die Mitarbeiter, Beschäftigten und Angehörigen informiert. „Das ist uns sehr schwer gefallen, aber uns blieb keine andere Wahl“, sagt Karsten-Johannes Kruse. „Das Angebot im Café wird angenommen, aber nicht in dem Umfang, dass es sich trägt“, ergänzt Werkstattleiter Christian Kröger.

Menschen mit Behinderung haben gebacken und bedient

Das Café Plus ist 2017 als Integrationsprojekt gestartet. In dem Neubau an der Straße Up de Bookholt ist neben dem Werkstattladen das Café eingerichtet worden. „Menschen mit psychischer oder geistiger Behinderung wurden hier beschäftigt. Sie haben zum Beispiel Kuchen gebacken oder die Kunden bedient“, erklärt Karsten-Johannes Kruse.

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Für die Beschäftigten war das ein Schritt nach draußen, eine Öffnung. „Für sie ist es durchaus eine Herausforderung, auf andere zuzugehen“, so Christian Kröger.

An sechs Tagen in der Woche gab es in dem Café mit 40 Sitzplätzen Frühstück, Kaffee und Kuchen. Sonntags wurde ein Frühstücksbüfett angeboten. „Das war ein ganz normaler Café-Betrieb“, meint Christian Kröger.

Café Plus hatte Kunden, aber nicht genug

Und das Angebot wurde angenommen, es gab eine feste Stamm-Kundschaft. „Für viele Menschen war das ein erstmaliger Kontakt zu Menschen mit Behinderung. Das ist schön, aber ändert an der finanziellen Situation nichts“, erklärt Kröger.

„Das Projekt wurde durch eine private Förderung finanziert. Das Geld ist jetzt aufgebraucht“, sagt Karsten-Johannes Kruse. Von Anfang an sei das Café Plus als ein zeitlich begrenztes Projekt geplant gewesen. Das Problem: Durch das Café kommt nicht genug Geld rein, um die Personalkosten zu decken.

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Die Menschen mit Behinderung werden über Pflegesätze und mit Werkstatterlösen bezahlt. Die Mitarbeiter aber, die zur Betreuung im Café arbeiten, können nur zu einem sehr geringen Teil über die Pflegesätze finanziert werden.

Werkstattladen vom Haus Früchting bleibt geöffnet

Hinzu kommt ein Kostendruck des LWL als Kostenträger vom Haus Früchting. Der hat im Sommer angekündigt, Stellen zu streichen. Deswegen laufen nun Verträge aus, einige Mitarbeiter werden in andere Abteilungen versetzt. Das Dienstverhältnis von zwei Mitarbeitern im Café Plus wird nicht verlängert. Die Menschen mit Behinderung finden in anderen Bereichen der Werkstatt von Haus Früchting eine neue Aufgabe.

In den letzten Monaten hat das Haus Früchting versucht, eine Möglichkeit zu finden, das Café Plus trotzdem weiterzuführen. Auch nach externen Pächtern wurde gesucht. Doch keine Idee führte zum Erfolg. Also wird das Café zum Jahresende geschlossen. Zum letzten Mal wird es am 19. Dezember öffnen.

Der angrenzende Werkstattladen, in dem Florales und Kreatives verkauft wird, läuft aber weiter. „Mit Sicherheit bekommen Kunden dort dann auch mal eine Tasse Kaffee. Aber das Angebot mit Kuchen und Frühstück wird es nicht mehr geben“, sagt Karsten-Johannes Kruse. Die Räumlichkeiten werden vom Haus Früchting weiter genutzt.

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