Jösners Töns ist auch mit 95 Jahren ein guter Entertainer

Jösners Töns

Anton Terhürne alias Jösners Töns liebt es, Menschen zum Lachen und Nachdenken zu bringen. Darum hat er jetzt seine dritte CD veröffentlicht. Mit besonderen Themen. Und natürlich auf Platt.

Vreden

, 07.12.2018, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Jösners Töns ist auch mit 95 Jahren ein guter Entertainer

Anton Terhürne und seine neue CD © Anne Rolvering

Mit 95 Jahren möchte Anton Terhürne, besser bekannt als „Jösners Töns“, die Leute immer noch „zum Lachen und zum Denken bringen“. „Utt mien Lääwen – dat meeste in Platt un ock in Hochdütsch watt“ – lautet der Titel der dritten CD des Wennewicker Kiepenkerls.

Diese hat er gemeinsam mit seiner Tochter Maria Terhürne im September und Oktober 2018 in einem Tonstudio in Graes aufgenommen. Es ist die Fortsetzung seiner Lebenserinnerungen. Jösners Töns beginnt seine Aufnahme mit dem Gesang des fröhlichen Liedes „Wegg mett de Vedräilichkäit“. „Die erste Strophe des Liedes passt zu meinem Lebensmotto,“ sagt Jösners Töns.

Mit 756 öffentlichen Auftritten als Kiepenkerl, der erste fand im Jahr 1975 im Saal Kleine statt, hat Anton Terhürne schon zahlreiche Gäste gut unterhalten. Vor wenigen Wochen schöpfte er dann neue Kraft bei einem vierwöchigen Kuraufenthalt in Bad Wörrishofen.

Selbst geheilt

Dass er sich als junger Mann mit seiner eigenen Kneipp-Kur von seiner schweren Lungenkrankheit selbst heilte, erzählte er den dortigen Therapeuten. „Alle haben mich angehalten, von meinen Erfahrungen in einem Vortrag zu berichten, das habe ich auch getan und bekam eine sehr gute Resonanz“, blickt Anton Terhürne auf seinen Auftritt vor Mitarbeitern und Kurgästen zurück.

Auf seiner neuen CD erzählt Anton Terhürne unter anderen von Rückschlägen und Unbegreiflichem: „Unbegreiflich ist, dass ich unheilbar krank war und jetzt mit 95 Jahren noch eine CD aufnehmen kann.“ Ein Rückschlag sei für ihn seine erneute Erkrankung an Lungentuberkulose gewesen, nachdem er wohl zu viel gearbeitet hatte.

Im Gedächtnis geblieben ist ihm ein Satz, den ihm sein nun 100-jähriger Freund Gerard Weenink mit auf den Weg gab: „Wir Christen sind doch viel reicher als die, die nicht glauben, wir haben doch die Vorfreude auf das, was nach dem Leben kommt.“ Gerard Weenink hätte ihm damit neuen Lebensmut gegeben. Sein tiefer Glaube stärkt Anton Terhürne noch heute, jeden Tag.

Viele Themen

Anton Terhürnes CD gliedert sich in acht Episoden und handelt unter anderem von der Bauernhochzeit mit seiner Mathilde, vom Ehe- und Kinderglück und von „Hausgeburten und Kindermund“ – also von allen bedeutsamen Familienereignissen in den Jahren 1951 bis 1962. Anschließend erfährt der Zuhörer von Anton Terhürnes „Eiertouren“ nach Bottrop. Eier, Kartoffeln, Gemüse, Hühner, Gänse und Weihnachtsbäume, also alle Selbsterzeugnisse von seinem Wennewicker Bauernhof, beförderte Anton Terhürne 18 Jahre mit dem Auto nach Bottrop zu einem großen Kundenkreis. Solange bis ihm am Steuer vor Müdigkeit beinahe die Augen zugefallen wären.

Die Erinnerungen an „Onkel Gustav und andere helfenden Hände“ und „Schoppen Tone und andere Besonderheiten“ hat Anton Terhürne nun ebenfalls auf seiner CD verewigt. „Gustav blieb nach dem Krieg 21 Jahre auf unserem Hof und hatte bei uns Familienanschluss. Als er starb, wurde er als erster und einziger evangelisch Getaufter auf dem Wennewicker Friedhof beerdigt“, berichtet Anton Terhürne. Da er neben nachdenklichen Texten auch immer etwas Lustiges vorträgt, geht es auf seiner CD zudem um kurzweilige Erlebnisse, die mit der Vredener Kirmes zusammen hängen. Mit Weisheiten zum Thema „Heimat“ endet die unterhaltsame CD. „Ich habe noch viel Material für die nächste CD und möchte die Leute noch lange weiter zum Lachen und Nachdenken bringen“, sagt er. Er wünscht sich, das er 100 Jahre alt wird und weiter als „Lebenswanderer“ auftreten kann.

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