Alles begann in Papas Garage: Vredener produzieren besondere Türen für internationale Kunden

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Bereits seit 2002 gibt es die Firma „Keizers Türen und Konzepte“ in Vreden. Seitdem ging es stetig bergauf. Verändert hat sich bei dem Familienunternehmen seit der Gründung so einiges.

Vreden

, 22.03.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Schon am Eingang fällt auf, dass Türen die Spezialität von Martin Keizers sind. Hellbraunes Holz, etwa zweieinhalb Meter hoch und einen Meter breit. Aus der Entfernung ist die große Eingangstür der Firma „Keizers Türen und Konzepte“ an der Gutenbergstraße 6a bereits ein echter Hingucker. Hinter ihr verbirgt sich die Geschichte eines Familienunternehmens, welches klein anfing und mittlerweile Kunden in ganz Europa hat.

Wer das Firmengebäude zum ersten Mal betreten möchte, der sucht vergebens nach einer Türklinke. Es wird schnell deutlich: Hier werden besondere Türen hergestellt.

Die Eingangstür von "Keizers Türen und Konzepte" ist ein echter Hingucker und fällt schon von Weitem auf.

Die Eingangstür von "Keizers Türen und Konzepte" ist ein echter Hingucker und fällt schon von Weitem auf. © Pascal Albert

Wobei hergestellt werden sie eigentlich gar nicht in Vreden, sondern in Ostwestfalen, verrät Martin Keizers (41). Angefangen hatte für den Geschäftsführer alles durch seinen Vater Wilhelm Keizers. Der hatte sich als Tischler bereits 1981 selbstständig gemacht.

15 festangestellte Mitarbeiter hat „Keizers Türen und Konzepte“

„Ich bin in einer Tischlerei groß geworden“, sagt Martin Keizers und lacht, während er im modernen Besprechungsraum im Erdgeschoss an einem großen, massiven Holztisch sitzt. Auch der wurde selbst hergestellt, erzählt er stolz. Genauso wie viele andere Dinge im Inneren des 2016 fertiggestellten Gebäudes.

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Es sei immer sein Wunsch gewesen, irgendwann in der gleichen Branche wie sein Vater zu arbeiten. Er absolvierte eine Tischlerausbildung, ehe er Innenarchitektur studierte. Schon im Juli 2002 - noch während seines Studiums - gründeten er und sein Vater ihr nun schon über 17 Jahre altes Unternehmen. Zum Start waren sie nur zu dritt. Vater, Sohn und ein Geselle. Heute beschäftigt „Keizers Türen und Konzepte“ 15 Mitarbeiter und vier Aushilfen, verrät Martin Keizers.

Bei "Keizers Türen und Konzepte" wurde beim Bau des aktuellen Firmengebäudes viel selbst gemacht.

Bei "Keizers Türen und Konzepte" wurde beim Bau des aktuellen Firmengebäudes viel selbst gemacht. © Pascal Albert

Bis auf zwei Buchhalterinnen habe jeder in seiner Firma eine Tischlerausbildung absolviert, sagt er. Da das Vredener Unternehmen sehr individuelle Aufträge bearbeite, „ist es sehr wichtig, dass alle das Handwerk gelernt haben“, erklärt der 41-Jährige. Hauptsächlich kümmert sich die Vredener Firma um komplexe Innentüren für Hotels, Geschäfte oder Villen. Außerdem „sind wir Zulieferer für andere Tischler“, beispielsweise mit Rauch- oder Brandschutztüren.

Baustellen in Hamburg, Montpellier und Tel Aviv

Gut zwei Jahre habe es gedauert, ehe die Vater-Sohn-Firma durchstartete. „2004 hatten wir unser erstes Hotelprojekt“, erinnert sich Martin Keizers. Im selben Jahr zog die Firma dann auch aus der Garage von Wilhelm Keizers aus.

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Der neue Standort war eine ehemalige Bäckerei an der Straße Up de Bookholt. Zwölf Jahre blieben sie dort, während das Unternehmen immer größer wurde. 2016 folgte dann der Umzug an den aktuellen Standort. Dort sei „alles größer geworden“ - die Kunden waren es schon längst geworden.

Das Firmengebäude an der Gutenbergstraße ist bereits der dritte Standort von "Keizers Türen und Konzepte" in Vreden.

Das Firmengebäude an der Gutenbergstraße ist bereits der dritte Standort von "Keizers Türen und Konzepte" in Vreden. © Pascal Albert

Durch seinen Beruf „kommt man schon ein bisschen rum“, erzählt Keizers. Aktuell werde unter anderem nach Berlin und Hamburg geliefert. Die am weitesten entfernte Baustelle sei zur Zeit in Montpellier, in Frankreich. Sein Unternehmen war allerdings auch schon außerhalb Europas im Einsatz. Zum Beispiel in den USA oder in der israelischen Stadt Tel Aviv.

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Die Montage beschränke sich jedoch auf den europäischen Raum. Und in dem hat das Unternehmen auch mit einigen Hindernissen zu kämpfen. Denn in Europa „gibt es sehr unterschiedliche Brandschutzverordnungen“, sagt Martin Keizers. Bei Aufträgen aus verschiedenen Ländern gilt es also, immer wieder andere Verordnungen in die Planungen mit einzubeziehen.

„Die Schnellen fressen die Langsamen“

Gerade bei großen Projekten komme es zudem vor, dass ein Auftraggeber nicht nur Türen bestellt, sondern auch weitere Möbelteile. Beispielsweise „auch mal eine Schrank- oder Wandverkleidung, wo die Tür mit integriert ist“. Bei „Keizers Türen und Konzepte“ werden diese Teile allerdings - genauso wie die Türen - nicht selbst gefertigt. Doch der Weg, um sich die fertigen Möbelstücke anzusehen, ist für Martin Keizers nicht lang.

Die Tischlerei von Hermann Meyer ist schon seit vielen Jahren Partner von Martin Keizers Unternehmen.

Die Tischlerei von Hermann Meyer ist schon seit vielen Jahren Partner von Martin Keizers Unternehmen. © Pascal Albert

Einmal aus dem Lager raus, nach rechts abbiegen, ein paar Schritte gehen und schon steht er in der großen Halle der Tischlerei von Hermann Meyer. „Das ist schon sehr lange unsere Partnerfirma“, sagt Keizers stolz.

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Seit fast 18 Jahren ist der 41-Jährige nun in der Branche tätig. Dabei hat er auch einige Veränderungen miterlebt. Die Digitalisierung zum Beispiel habe auch auf sein Unternehmen großen Einfluss. Als er und sein Vater die Firma gründeten, sei noch viel mit Faxgeräten gearbeitet worden, heute werde alles per Email gemacht. Das ist natürlich deutlich schneller. Und Geschwindigkeit ist ein wichtiger Aspekt, um im Geschäft erfolgreich zu sein, erklärt er: „Es fressen nicht die Großen die Kleinen, sondern die Schnellen die Langsamen.“

Martin Keizers: Qualität kostet auch mal einen Euro mehr

Auch bei der Innenraumplanung helfe die Digitalisierung sehr, sagt Keizers. Früher sei die nämlich noch „von Hand“ gemacht worden. „Das war eine Heidenarbeit.“ Heute werde so etwas „relativ schnell“ mit einem 3D-Programm gemacht.

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Doch nicht nur sein Unternehmen hat sich seit der Gründung verändert, sondern auch seine Kunden. Aktuell merke er, dass der Trend „weg vom Großraumbüro“ und wieder zu kleineren Büroräumen gehe.

"Keizers Türen und Konzepte" kümmert sich um alles rund ums Thema Türen.

"Keizers Türen und Konzepte" kümmert sich um alles rund ums Thema Türen. Dazu zählen natürlich auch Türklinken aller Art. © Pascal Albert

Auch die „Geiz-ist-geil-Mentalität“ sei wieder „ein bisschen weg“. Der Kunde lege immer mehr Wert auf die Qualität und gucke dabei nicht zuerst auf den Preis. „Die Leute haben begriffen, dass Qualität auch mal einen Euro mehr kostet“, erklärt Martin Keizers.

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Die nächste Generation des Vredener Unternehmens steht derweil womöglich auch schon in den Startlöchern. Einen siebenjährigen und einen zehnjährigen Sohn hat Martin Keizers. Könnten die beiden das Familienunternehmen vielleicht in Zukunft übernehmen? „Ja, tatsächlich“, sagt ihr Vater mit einem strahlenden Lächeln. „Sie heimwerken auch mal gerne am Wochenende mit mir.“

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