Missbrauchsfälle: KFD-Frauen fordern Kirche zum Handeln auf

hzProtest in Vreden

Eine brennende Fackel und Taschenlampen waren Symbole für Protest und Anklage: KFD-Frauen protestierten gegen die Vertuschung von Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche.

Vreden

, 12.12.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Unter dem Motto „#MachtLichtAn“ fand am Montagabend vor der Georgskirche der Auftakt der bundesweiten KFD-Aktion der Klage-Andachten zum Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche statt. Die rund 50 Teilnehmerinnen setzten ein Zeichen und forderten damit die deutschen Bischöfe auf, Licht in die Missbrauchsfälle zu bringen und die kirchliche Sexualmoral zu verändern.

„Es wird Zeit zum Handeln, damit Konsequenzen gezogen werden, wir fordern Taten von allen Verantwortlichen der Amtskirche,“ sagte Gertrud Roth, bevor die Veranstaltung begann. Die Vertuschung der Vorfälle sorge für viel Ärger. Es sei unverantwortlich, wie die Kirche mit den Vorfällen umgehe. „Wir müssen die Opfer in den Blick nehmen,“ fügte Doris Rolvering vom Team der KFD St. Marien, die die Veranstaltung organisiert hatte, hinzu. Mit „Sprachlosigkeit, Wut, Enttäuschung und Fassungslosigkeit“ beschrieben die Teilnehmer ihre Gefühle über die Art und Weise des Umgangs der katholischen Kirche im Missbrauchsskandal.

„Protest wird lauter“

„Der Protest wird langsam lauter, wir sind nicht mehr tatenlos,“ erklärte Walburga Rensing. Der Bundesverband der KFD hatte alle Mitglieder und Gruppen sowie alle Interessierten zur Klage und zum Gebet zur Erneuerung der Kirche aufgerufen. Um die Fassungslosigkeit und ihr enttäuschtes Vertrauen darüber, dass Priester, Bischöfe und andere Verantwortliche über Jahrzehnte geschwiegen, Täter gedeckt und den Missbrauch vertuscht haben, auszudrücken, standen die Teilnehmer der Klage-Andacht bewusst vor der Kirche. „Wir möchten unsere Wut und Enttäuschung vor Gott tragen, aber auch unsere unerschütterliche Hoffnung auf tiefgreifende Reformen in der Kirche“, hob Gertrud Roth hervor.

Umfassende Ausklärung gefordert

So fordere die KFD die Deutsche Bischofskonferenz auf, den Missbrauchsskandal glaubwürdig und umfassend aufzuklären, unabhängige Missbrauchsbeauftragte als Anlaufstelle für Betroffene einzusetzen, den verantwortungsbewussten und befreienden Umgang mit Körperlichkeit und Sexualität in Ausbildung, Lehre und Katechese zu stärken und sich für eine strukturelle Erneuerung der Kirche einzusetzen.

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