Klare Tendenz bei unserer Umfrage vor dem Bürgerentscheid zum Schulcampus

hzBürgerentscheid Vreden

Vor dem Bürgerentscheid zum Schulcampus in Vreden haben wir unsere Nutzer gefragt, wie sie zu den Forderungen der Bürgerinitiative stehen. Die Auswertung zeigt eine klare Tendenz.

Vreden

, 25.05.2019, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Thema Schulcampus erhitzt die Gemüter in Vreden. Wir wollten schon vor dem Bürgerentscheid am Sonntag wissen, wie das Stimmungsbild aussieht und haben in einer Umfrage die Nutzer nach ihrer Meinung gefragt. 415 Antworten haben wir bekommen. Die Auswertung zeigt: die Bürgerinitiative (BI) liegt vorne.

55 Prozent geben an, dass sie den Forderungen der BI zustimmen und den Ratsbeschluss aufheben lassen wollen. 36 Prozent stimmen der Variante D1 und damit der Meinung des Rates und der Verwaltung zu. Neun Prozent haben sich noch nicht entschieden. Heißt: selbst wenn sich alle Unentschlossenen letztendlich für die Variante D1 entscheiden würden, läge die BI noch vorne.

Besonders viel Zuspruch erntet die Forderung der Bürgerinitiative, die Schulstraße zu erhalten und verkehrstechnisch zu optimieren. 65 Prozent sehen das genauso. Diese Zahl ist deswegen so auffällig, weil sie zehn Prozentpunkte über der Zustimmungsrate für die BI liegt. Heißt: Zehn Prozent der Teilnehmer stehen zwar grundsätzlich auf der Seite des Rates und der Verwaltung, halten die Schulstraße aber dennoch für erhaltenswert.

Bei der zweiten Frage des Bürgerentscheides spiegelt sich hingegen ziemlich genau das allgemeine Stimmungsbild wider. Die BI fordert, dass eine Leichtathletikanlage mit Kreisbogenbahn im Schulzentrum erhalten bleibt, ohne Erweiterung des Sportzentrums an der Ottensteiner Straße.

Ähnlich sieht es bei der dritten Forderung der Bürgerinitiative aus: „Auf den Bau einer großen Drei- beziehungsweise Vierfachhalle zwischen den Schulen soll verzichtet werden.“

Bei der Abfrage der Meinungen zum Thema Schulcampus hat sich die Redaktion dazu entschieden, auch die folgende Option zur Auswahl zu stellen: „Ich stimme den Forderungen der Bürgerinitiative zu, weil ich der Stadt zeigen möchte, dass ich mir nicht alles gefallen lasse.“ 54 Teilnehmer der Umfrage, also 13 Prozent, haben diesen Punkt angekreuzt. Oder anders ausgedrückt: Von den 228 Personen, die den Forderungen der BI zustimmen, tun dies 24 Prozent nicht deswegen, weil sie davon überzeugt sind, sondern weil sie protestieren wollen.

Kritik und Lob für die Antwortmöglichkeit

Zu dieser Frage gab es viele Reaktionen in unterschiedlichen Situationen und Gesprächen. Einige Teilnehmer haben der Redaktion vorgeworfen, dass die Umfrage dadurch unseriös und boulevardesk sei. Von anderen Seiten gab es aber auch Lob. Denn schließlich war diese Haltung bereits lange vor dem Ratsbeschluss zum Schulcampus und dem Bürgerbegehren in einigen Gesprächen rauszuhören.

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Drei Fraktionen (SPD, FDP, UWG) haben sich im Laufe des Beratungsprozesses mit der Verwaltung überworfen. Von einer „Ehekrise“ war die Rede, interfraktionelle Gespräche mit allen Fraktionen und der Verwaltung finden seit November 2018 nicht mehr statt. Verschiedene Politiker werfen der Verwaltung vor, unsauber zu arbeiten, sich parteiisch zu verhalten, Vorlagen für die Sitzungen schlecht vorzubereiten und wichtige Informationen nicht zur Verfügung zu stellen. Um herauszufinden, inwiefern sich diese Haltung auch in der Bevölkerung wiederfindet, hat die Redaktion die genannte Antwortmöglichkeit formuliert.

Keine repräsentative Umfrage und keine Wahlprognose

Die Umfrage mit all ihren Fragestellungen wurde bereits im März dieses Jahres erarbeitet, als feststand, dass es zum Bürgerentscheid kommen wird. Um auch Nicht-Leser der Münsterland Zeitung zu erreichen, wurden am 26. April Flyer in Vredener Briefkästen verteilt. Die Online-Umfrage lief vom 11. bis zum 22. Mai. Aufgrund technischer Probleme war es an den ersten beiden Tagen möglich, mehrfach teilzunehmen. Die Redaktion kann nicht überprüfen, ob nur wahlberechtigte Vredener abgestimmt haben. Die Umfrage ist nicht repräsentativ und hat auch nicht den Anspruch, eine Wahlprognose zu sein.

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