Im Industriegebiet Gaxel sind zahlreiche Dächer und sogar Wände mit Solaranlagen bedeckt. © Markus Gehring
Klimaschutz

Klimaschutzmanager soll Vreden noch weiter nach vorne bringen

Schon im Februar hatten die Grünen einen Antrag auf einen Klimaschutzmanager gestellt. Jetzt hat der Rat darüber entschieden und sich die Frage gestellt: Brauchen wir das wirklich?

Die Stadt Vreden wird einen Klimaschutzmanager oder eine -managerin einstellen. Das hat der Rat in seiner Sitzung am Montagabend beschlossen. Die Grünen hatten die Stelle bereits im Februar im Rahmen der Haushaltsplanberatungen beantragt.

Die Stelle wird zunächst für zwei Jahre eingerichtet. Denn für diesen Zeitraum werden die Kosten vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert. Die Förderquote beträgt grundsätzlich 65 Prozent.

Die Aufgabe des Klimaschutzmanagers wird vor allem sein, ein Klimaschutzkonzept zu erstellen. Dieses muss kurz-, mittel- und langfristige Ziele und Maßnahmen zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen beinhalten und „somit auf lokaler Ebene zur Erreichung der nationalen Klimaschutzziele beitragen“. So schreibt es die Verwaltung in der Sitzungsvorlage.

Konkret heißt das, dass der Klimaschutzmanager eine Energie- und Treibhausgasbilanz, eine Potentialanalyse, Minderungsziele, einen Maßnahmenkatalog und eine Empfehlung für ein geeignetes Instrument zum Controlling und Management erstellt. Eine der Maßnahmen muss in den zwei Jahren umgesetzt werden, um die Fördermittel zu bekommen.

Vreden hat bereits viele Maßnahmen umgesetzt

„Jeder hier weiß, dass wir nicht bei Null anfangen. Nichtsdestotrotz bleibt viel zu tun, um das Pariser Klimaschutzabkommen zu erfüllen. Diesem Ziel der Klimaneutralität sind wir auch vor Ort in der Kommunalpolitik verpflichtet“, sagte dazu Gertrud Welper, Fraktionsvorsitzende der Grünen.

Grundsätzlich stimmten dem alle Parteien und auch die Verwaltung zu. „Ich hatte mich allerdings gefreut, wenn in dem Antrag auch unsere Bemühungen und Erfolge der vergangenen Jahre dargestellt worden wären“, sagte der Erste Beigeordnete Bernd Kemper.

Denn die Stadt Vreden ist Gold-Kommune beim European Energy Award (EEA). In diesem Prozess wurde unter anderem bereits eine Energiebilanz erstellt und zahlreiche Maßnahmen durchgeführt. Zum Beispiel ist die Stadt Vreden nach Angaben der Verwaltung seit 2017 bilanziell stromautark.

13 Windkraftanlagen wurden 2017 errichtet, das neue Biogas-Blockheizkraftwerk im Schulzentrum erzeugt rund eine Millionen Kilowattstunden Wärme und im Industriegebiet Gaxel läuft das Projekt „Grün statt Grau“ zur Förderung der Nachhaltigkeit. Wegerandstreifen, Gaxelino und Stadtradeln nannte Bernd Kemper als weitere Beispiele. „Viele Kommunen kommen zu uns, um sich die Projekte erläutern zu lassen“, ergänzte er.

„Verschwenden wir hier Steuergelder?“

Genau darüber hat auch die CDU-Fraktion diskutiert. „Wir haben uns gefragt: Brauchen wir wirklich einen Klimaschutzmanager oder verschwenden wir hier Steuergelder?“, sagte Michael Göring. Die Antwort: „Weil wir so gut aufgestellt sind, können wir noch mehr. Wir sollten Vreden zum Vorreiter machen.“

Ähnlich sah es Kasper Neuendorf (FDP): „Gerade im Gebäudebereich – auch bei privaten Gebäuden – und in der Mobilität gibt es noch viele Möglichkeiten. Da ist es gut, wenn jemand von extern draufschaut. Das kann nur eine Bereicherung sein.“

Die Stadt Vreden wird nun die entsprechenden Förderanträge für die Stelle einreichen. Der Klimaschutzmanager soll in Zukunft eng mit dem EEA-Energieteam zusammenarbeiten. „Wir hoffen, dass der Klimaschutz in Vreden nicht nur in ferner Zukunft, sondern bereits in den kommenden Projekten hinreichend berücksichtigt wird“, betonte Gertrud Welper abschließend.

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Als gebürtige Vredenerin habe ich mich aus Liebe zur Region ganz bewusst für den Job als Lokaljournalistin in meiner Heimat entschieden. Mein Herz schlägt für die Geschichten der Menschen vor Ort. Ich möchte informieren, unterhalten und überraschen.
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