Kommentar zur Drohmail von Markus Bußmann: „Das Wort Entschuldigung ist nicht gefallen“

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Die Drohmail von Markus Bußmann an das Unternehmen Stroetmann geht gar nicht. Redakteurin Victoria Garwer fragt sich in ihrem Kommentar, wie es nun mit der Idee „Neue Spinnerei“ weitergeht.

Vreden

, 09.11.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das war eine wirklich selten dämliche Aktion. Darüber lässt sich nicht streiten. Markus Bußmann hat sich wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert. Und wer eine Drohmail mit so heftigem Inhalt verschickt, der muss sich auch über die Konsequenzen nicht wundern.

Deshalb ist sein Rücktritt als Vereinsvorsitzender der einzig logische Schritt. Auch das Hausverbot des Bürgermeisters für die Ausschusssitzung ist nachvollziehbar. Und natürlich muss das Unternehmen Stroetmann bei so einer Mail Strafanzeige stellen.

Das Wort Entschuldigung ist noch nicht gefallen

Markus Bußmann selbst führt seinen Fehltritt auf eine starke Alkoholisierung zurück – an einem Wochentag um 21 Uhr. Ob das vielleicht zu einer verminderten Schuldfähigkeit führt, müssen Gerichte entscheiden. Eine Entschuldigung ist das aber in keinem Fall.

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Vielmehr fehlt das Wort Entschuldigung momentan völlig – zumindest von Markus Bußmanns Seite. Einige Vereinsmitglieder haben Max Stroetmann in der Sitzung die Hand gereicht und sich für das Verhalten ihres nun Ex-Vorsitzenden entschuldigt.

Auch in der zweiten Mail von Markus Bußmann schreibt dieser eigentlich nur, dass er die Drohung nicht ernst gemeint habe. Ein „Es tut mir leid“ hätte ihm an dieser Stelle wohl besser gestanden.

Keine Möglichkeit, zu Vorwürfen Stellung zu nehmen

Also ja: Hier ist einiges schief gelaufen. Trotzdem ist das kein Grund, den Menschen Markus Bußmann weiter zu diffamieren als er es selbst schon getan hat. In der Ausschusssitzung kam mitunter das Gefühl auf, dass hier auf Personen rumgehackt wird, die keine Möglichkeit haben, sich zu verteidigen.

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Wegen des berechtigten Hausverbots hatte Markus Bußmann in der Sitzung keine Möglichkeit, Stellung zu nehmen. Auch Vereinsmitglieder mussten sich Vorwürfe anhören, ohne sie kommentieren zu dürfen. Der Bürgermeister hat aus weiteren Mails zitiert, die mit der Sache „Neue Spinnerei“ gar nichts zu tun hatten.

Diskussion um die Sache wäre wünschenwert, ist aber schwierig

Natürlich wäre es wünschenswert, dass eine Debatte um die Pläne für die Spinnerei trotzdem noch sachlich geführt werden kann. Aber wenn man ehrlich ist, wird das schwierig.

Markus Bußmann ist es, der die Idee hatte. Er hat sie in die Öffentlichkeit gebracht. Er hat die Petition gestartet. Er hat den Verein gegründet. Er war der Vorsitzende. Er hat die Idee im Internet verbreitet. Er war das Gesicht der Idee „Neue Spinnerei Vreden“.

Nun muss sich der Verein entscheiden, wie es weitergeht. Wenn die Mitglieder weiterhin für die Idee kämpfen wollen, bleibt ihnen nur zu wünschen, dass sie es schaffen, diese Geschichte in den Köpfen wieder verschwinden zu lassen. Keine leichte Aufgabe.

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