Weniger Straftaten in Vreden, aber mehr Gewalt und mehr Einbrüche

hzKriminalitätsstatistik

Die Zahl der Straftaten in Vreden ist deutlich zurück gegangen. Das liegt vor allem an den Drogendelikten. Zu Körperverletzungen hingegen kam es im vergangenen Jahr sehr oft.

Vreden

, 13.03.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Weniger Straftaten insgesamt, aber mehr Gewalt. Das ist eine Erkenntnis der Kriminalitätsstatistik für Vreden. 852 Straftaten und damit 258 oder 23 Prozent weniger als im Vorjahr verzeichnete die Polizei im Jahr 2019 in Vreden. Doch in einigen Bereichen gab es auch Anstiege.

Das ist vor allem bei den Körperverletzungen zu sehen. 104 waren es 2019, im Vorjahr nur 89. Bei der Gewaltkriminalität ist die Zahl von 27 auf 32 gestiegen. In diese Kategorie fallen zum Beispiel Vergewaltigungen, räuberische Erpressung, Geiselnahmen oder besonders schwere Körperverletzungen.

Gleichzeitig gibt es aber auch hier positive Nachrichten von der Polizei. Denn die Aufklärungsrate bei diesen Gewaltverbrechen und Körperverletzungen liegt bei über 80 Prozent. 120 Täter konnten in den beiden Kategorien im vergangenen Jahr ausgemacht werden.

Straftaten gegen das Leben, also Mord oder Totschlag, gab es in Vreden weder im Jahr 2019 noch im Vorjahr. Die Zahl der Raubdelikte (6) und der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (17) ist ungefähr auf dem selben Level geblieben.

Deutlich weniger Drogendelikte

In anderen Kategorien gab es deutlich weniger Straftaten. Besonders auffällig sind hier die Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz. Minus 87 Prozent zeigt die Statistik an. Oder in absoluten Zahlen: 41 statt 332 Fälle.

Thorsten Ohm von der Polizeipressestelle kann das erklären. Im Vorjahr wurden in Vreden zahlreiche Pakete und Briefe mit Drogen sichergestellt. Dealer aus den Niederlanden haben sie über die Grenze gebracht und in Vreden in die Briefkästen geworfen. „Jede Sendung zählt da als einzelner Straftatbestand“, sagt er. Die Zahl im vergangenen Jahr war deswegen extrem hoch, jetzt ist sie wieder auf dem Level der vorangegangen Jahre angekommen.

Anders sieht das bei den Diebstählen aus Fahrzeugen aus. Auch hier ist die Zahl deutlich zurückgegangen, von 48 auf 20. Doch diese Entwicklung zeichnet sich seit Jahren ab. Die Trendkurve zeigt deutlich abwärts. Vor zwei Jahren waren es nämlich noch 129 Fälle. Die Polizei sieht den Grund vor allem in Präventionsmaßnahmen. Den Leuten sei bewusster, dass sie keine Wertgegenstände im Auto liegen lassen sollten, hieß es schon 2018 als Begründung.

Fahrraddiebstähle werden fast nie aufgeklärt

Autos werden übrigens nicht so häufig gestohlen (8 Fälle), Fahrräder hingegen schon (135 Fälle). Diese Zahl bleibt weiter auf hohem Niveau, die Aufklärungsrate weiter sehr niedrig. Nur in 5,9 Prozent der Fälle kann die Polizei einen Täter ausfindig machen.

„Das ist typisch in diesem Bereich. Bei Fahrraddiebstählen gibt es keine ausgeprägte Spurenlage“, erklärt Thorsten Ohm. Täter könne man häufig nur auf frischer Tat ertappen oder wenn das gestohlene Rad bei einer Verkehrskontrolle auffällt. „Das Fahrrad gut zu sichern, ist hier die beste Prävention“, so Thorsten Ohm.

Zahl der Einbrüche hat sich vervierfacht

Einen starken Anstieg gab es bei den Wohnungseinbrüchen. Von 4 auf 16 hat sich die Zahl sogar vervierfacht, während die Aufklärungsrate von 75 auf 31 Prozent gesunken ist. Thorsten Ohm sieht hier aber keine besorgniserregende Entwicklung: „Die Fallzahl im vergangenen Jahr in Vreden war einfach sehr niedrig. Kreisweit geht die Zahl der Wohnungseinbrüche zurück.“

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Der Vergleich zu anderen Kommunen im Kreis Borken zeigt noch eine interessante Entwicklung. In der Statistik wird dazu die sogenannte Kriminalitätshäufigkeitszahl ausgewiesen. Sie gibt an, wie viele Straftaten auf 100.000 Einwohner kommen. So lassen sich Kommunen mit unterschiedlichen Einwohnerzahlen besser vergleichen.

Hier ist in Vreden ein sehr deutlicher Rückgang von 4903 auf 3763 zu sehen. Damit steht die Widukindstadt kreisweit sehr gut da. Nur in Heek, Reken, Velen und Raesfeld ist die Gefährdung durch Kriminalität noch niedriger.

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