Eine modernere Kirche, die Initiative ergreift und Frauen gleichberechtigt, das wünschen sich die vier Vredener von der katholischen Kirche. © dpa
Corona-Erfahrungen

Messdiener-Leiter: In der Kirche hat sich bislang zu wenig verändert

Seit über einem Jahr gibt es wegen der Corona-Pandemie in vielen Bereichen Einschränkungen. Vier Vredener Messdiener-Leiter berichten, was sich für sie geändert hat und was sie sich wünschen.

Vier junge Messdiener-Leiter aus Vreden – alle Anfang 20 – haben sich mit der Youngcaritas des Caritasverbandes Ahaus-Vreden zum Gespräch getroffen. Es ging um ihre Erfahrungen in der Coronazeit. Ein Blick auf das Verhältnis zur Kirche in Pandemie-Zeiten blieb dabei nicht aus, heißt es in einer Pressemitteilung des Verbands.

Niklas Droste, Florian Dünne, Felix Lentfort und Leander Nünning sind von den Folgen der Corona-Pandemie intensiv betroffen. Die Uni und Berufsschulen waren lange geschlossen, alles läuft online, soweit es geht, um Kontakte möglichst zu reduzieren. Auch die Gruppenstunden und Messdienerleiter-Sitzungen in Vreden müssen pausieren.

Gibt es auch Positives?

Die negativen Folgen liegen auf der Hand: kaum mehr Kontakte, viele Sportarten müssen pausieren, Tanzen und Feiern ist nicht möglich, Geschäfte und weitere Einrichtungen sind nur eingeschränkt geöffnet.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind enorm. Aber gibt es nicht vielleicht doch einige Bereiche, die positiv beeinflusst wurden? Die vier jungen Vredener meinen: Ja, es gibt einiges Positives. Zum Beispiel sei der tägliche Stress auf ein Minimum heruntergefahren, man habe kaum Termine mehr. Manchen Verpflichtungen müsse man nicht mehr in dem Maße wie früher nachkommen.

Die neu gewonnene Zeit, da sind sich die vier Vredener einig, hat den Familienzusammenhalt um einiges gestärkt. „Anstatt am Wochenende loszuziehen und feiern zu gehen, sitzt man nun zuhause und amüsiert sich mit der Familie“, berichtet Felix Lentfort. Doch so viel neu gewonnene Zeit kann auch Langeweile mit sich bringen.

Florian Dünne
Florian Dünne © privat © privat

„Irgendwas muss man ja machen und so kann auch das spazieren gehen zum neuen Hobby werden“, sagt Florian Dünne.

Einmal jährlich ging es, vor Corona, für die Messdienergemeinschaft auf Lagerfahrt, organisiert von den Lagerleitern. Die vier Vredener vermissen die Gemeinschaft und den Zusammenhalt in einer bunt gemischten Gruppe.

Für junge Menschen wird nichts geboten

Doch was „tut“ die Kirche nun konkret für junge Menschen? „Für unser Alter wird nichts angeboten“, berichtet Niklas Droste. „Wenn man etwas von der Kirche haben möchte, bekommt man es im jungen Erwachsenenalter nur über Selbstinitiative“, sagt Felix Lentfort. An dieser Stelle betonten alle vier aber, dass das Engagement von Pfarrer Christoph Theberath für die Jugend in Vreden vorbildlich sei.

Felix Lentfort © privat © privat

Zu wenig habe sich bislang in der Kirche verändert. Die Kirche müsse moderner werden, Initiative zeigen und die Gleichberechtigung der Frau festschreiben. Die Vredener Messdiener-Leiter wünschen sich modernere Gottesdienste, modernere Musik, Predigten die nicht nur aus der Bibel zitieren, sondern allgemeiner wirken.

„Die Kirche sollte als Ort für offene Kommunikation und Unterstützung stehen. So könnten vielleicht auch Jüngere den Weg zu Kirche öfter finden, aber dazu muss auch die Kirche deren Einstellungen überdenken und sich offen zeigen für Neues“, sagt Niklas Droste

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