Gefährlich und zu klein: Mini-Kreisverkehr am Rathaus in Vreden regt Autofahrer auf

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Der neue Mini-Kreisverkehr am Vredener Rathaus kommt nicht sehr gut an. Autofahrer finden ihn zu klein und übersehen ihn. Die Stadt erklärt, warum er gebaut wurde und was sich noch ändert.

Vreden

, 19.02.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein blaues Schild mit Pfeilen, die einen Kreis bilden. Darüber ein Vorfahrt-gewähren-Dreieck. Die neuen Schilder an der Lüntener Stegge und der Alstätter Straße machen es eigentlich ganz deutlich: Hier ist ein Kreisverkehr.

Doch die neue Verkehrsregelung ist offenbar nicht allen klar – oder sie finden sie einfach nicht gut. Das zeigen Beobachtungen vor Ort und eine hitzige Debatte im sozialen Netzwerk Facebook. Die Meinung der Nutzer über den Mini-Kreisel dort: „Fürchterlich, lächerlich, viel zu klein und sehr gefährlich.“

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Auch die Autorin dieses Textes hat an der Stelle schon schlechte Erfahungen gemacht. Im Kreisel hätte sie Vorfahrt gehabt, doch ein Autofahrer von der Lüntener Stegge hat die neue Regelung offenbar übersehen. Fast wäre es zum Zusammenstoß gekommen, weil er ohne anzuhalten in den Kreisel einfuhr, um dann auf die Alstätter Straße abzubiegen.

Abknickende Vorfahrtsstraße wurde zu Kreisverkehr

Bis vor einigen Wochen war genau das erlaubt. Es war eine sogenannte abknickende Vorfahrtsstraße. „Daran gab es immer wieder Kritik. Unter anderem, weil sich der Verkehr bei der Einfahrt in die Innenstadt auf der Alstätter Straße oft zurückgestaut hat“, sagt Hermann Wilmer von der Fachabteilung Tiefbau im Rathaus.

Über den Bedarfsstreifen, der in einem Mini-Kreisverkehr die Mitte bildet, dürfen große Fahrzeug fahren.

Über den Bedarfsstreifen, der in einem Mini-Kreisverkehr die Mitte bildet, dürfen große Fahrzeug fahren. Autofahrer sollten das vermeiden. © Victoria Garwer

Es wurden verschiedene Möglichkeiten geprüft, der Rat hat schließlich die Variante mit dem Mini-Kreisel beschlossen. Es ist der erste in Vreden. So ein Mini-Kreisverkehr darf angelegt werden, wenn ein normaler Kreisverkehr platztechnisch nicht möglich ist und auf den angrenzenden Straßen maximal 50 km/h erlaubt sind.

Markierung im Mini-Kreisel kommen noch

Die Voraussetzungen sind an der Stelle hinter dem Rathaus erfüllt. Bei einem Mini-Kreisverkehr gibt es in der Mitte oft nur einen weißen Punkt oder eine gepflasterte Fläche wie in Vreden. Auf der Fahrbahn sollen Pfeile darauf aufmerksam machen, dass Auto- und Radfahrer im Kreis fahren müssen.

Doch solche Pfeile fehlen in Vreden. „Die Markierungen kommen noch“, sagt Hermann Wilmer. Die zuständige Firma wolle damit im März anfangen. „Vorher geben sie keine Gewährleistung, weil es wegen der Witterung zu Problemen kommen kann.“

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Auf die Fahrbahn kommen seinen Angaben nach noch Pfeile, Fahrbahnrandmarkierungen und Zebrastreifen. „Dann wird die neue Verkehrsregelung sehr deutlich. Aber bei Änderungen braucht es immer eine gewisse Zeit, bis sie verinnerlicht sind“, meint Hermann Wilmer.

Baustelle an der Alstätter Straße noch nicht abgeschlossen

Bei Facebook stellen sich die Nutzer noch eine Frage: Wie sollen Lkw oder Autos mit Anhänger durch den Mini-Kreisel kommen? „Dafür gibt es den gepflasterten Bedarfsstreifen“, sagt Hermann Wilmer. Damit meint er die Fläche in der Mitte. Diese darf – wie auch bei größeren Kreisverkehren – von großen Fahrzeugen überfahren werden. Autofahrer sollten das jedoch vermeiden.

Die Mitte des Mini-Kreisverkehrs ist leicht erhöht.

Die Mitte des Mini-Kreisverkehrs ist leicht erhöht. © Victoria Garwer

Ein Grund für den Kreisel an dieser Stelle ist zudem die Verkehrsberuhigung. Es ist also durchaus gewollt, dass Fahrzeuge hier langsamer unterwegs sind. Im Moment ist die Einfahrt in die Innenstadt über den Butenwall allerdings tatsächlich noch sehr kompliziert und vor allem eng. Das liegt auch daran, dass die Baustelle auf der Alstätter Straße noch nicht abgeschlossen ist.

Wenn alles fertig ist, wird der Mini-Kreisel vier Ausfahrten haben. Die Alstätter Straße wird begradigt und führt dann direkt ohne Schlenker in die Innenstadt. Nur den Kreisel müssen Autofahrer dann noch umfahren.

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