Mit Masken und Abstand: Vredener Jugendwerk startet ins Sommerprogramm

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Auf dem Vredener Jugendcampus kehrt schon bald Leben zurück – natürlich mit Einschränkungen. Beim Jugendwerk ist man froh darüber, denn „der Druck in den Familien“ sei spürbar gestiegen.

Vreden

, 22.05.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Freitagmorgen ist es ungewöhnlich ruhig am Jugendcampus Vreden. Kein Stimmengewirr, keine spielenden Kinder. Doch immerhin: Nach mehreren Wochen komplettem Stillstand brennen wieder einige Lichter. Schon bald soll mehr folgen.

Denn trotz der immer noch anhaltenden Coronavirus-Pandemie startet Anfang Juni das Sommerprogramm des Jugendwerks. Der entsprechende Dringlichkeitsbeschluss wurde am Mittwochabend gefasst.

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„Im Zuge der allgemeinen Lockerungen haben wir uns überlegt, wie auch wir den Betrieb am Campus wieder aufnehmen können“, erklärt Tom Tenostendarp, ehrenamtlicher Vorsitzender des Jugendwerks. Gemeinsam mit seinen Kollegen feilte er über eine Woche an einem Konzept zur Wiedereröffnung. Orientierung bot der Empfehlungskatalog des Kreises Borken.

Unterstützung von der Stadt Vreden

Unterstützung erhielten sie dabei auch von Gabriele Terhalle vom Fachbereich Schule, Sport und Kultur der Stadt Vreden, die ihre Expertise mit einbrachte. „Beim Hygienekonzept konnten wir einige Dinge von den Schulen übernehmen. Da muss man das Rad nicht immer neu erfinden“, sagt sie.

Die klare Ansage an alle Kinder und Jugendlichen: Abstand halten! Karten sollen dabei als Erinnerungshilfe dienen.

Die klare Ansage an alle Kinder und Jugendlichen: Abstand halten! Karten sollen dabei als Erinnerungshilfe dienen. © Johannes Schmittmann

So ist die Gruppengröße bei jedem Programmpunkt auf sieben Kinder oder Jugendliche beschränkt. Eine Voranmeldung ist zwingend erforderlich, um bei einer möglichen Covid-19-Erkrankung die Infektionsketten nachverfolgen zu können. Wer Erkältungssymptome zeigt oder zur Risikogruppe gehört, darf nicht teilnehmen.

Außerdem gibt es eine ganze Reihe von Regeln, die sich so auch an den Schulen wiederfinden. „Die Kinder und Jugendlichen müssen mit Maske vor dem Gebäude warten. Wir holen sie dann ab, waschen gemeinsam die Hände und begleiten sie dann zu ihrem Platz“, erklärt Maike Hericks, Sozialpädagogin und Leiterin des Jugendcafés.

Damit alle Teilnehmer den nötigen Sicherheitsabstand wahren können, soll ein Großteil der Aktivitäten im Freien stattfinden. Falls das Wetter mal nicht mitspielen sollte, steht auch die Trendsporthalle zur Verfügung.

Neuer Jugendcampus bietet viel Platz

„Wir haben am neuen Vredener Jugendcampus den Luxus, über viel Platz zu verfügen. Das kommt uns jetzt zugute“, sagt Tom Tenostendarp. Auch mit Materialien sei man bestens ausgestattet. „Wir versuchen das Infektionsrisiko durch alle Maßnahmen so gut es geht zu minimieren“, betont Maike Hericks. Beim Bogenschießen – eine der ersten Aktivitäten – erhält zum Beispiel jedes Kind seinen eigenen Pfeil und Bogen. Anschließend werden sie sofort mit Desinfektionsmittel gereinigt.

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Die Sozialpädagogin begrüßt, dass es nun wieder langsam losgeht beim Jugendwerk: „Wir haben gemerkt, dass der Druck in den Familien steigt. Kinder und Jugendliche wollen und müssen auch mal wieder etwas anderes sehen als die eigenen vier Wände. Der Freizeitbereich und alle Sportangebote lagen ja über mehrere Wochen komplett auf Eis.“

Kontakt zu Jugendlichen riss nie ab

Denn obwohl der Jugendcampus über Wochen geschlossen bleib, riss der Kontakt zu den Heranwachsenden nie ab. „Wir haben viele Gespräche geführt. Haben nachgefragt, ob es Probleme gibt oder wie sie sich aktuell fühlen“, sagt Hericks. Auch über die digitalen Medien wurde viel kommuniziert. Unter anderem gab es einen Back- oder Zumba-Onlinekurs.

Die Sozialpädagogin hofft, dass die zunächst nur sieben Teilnehmer pro Gruppe erst der Anfang sind. „Wir haben hier ja sonst 25 bis 50 Kinder pro Tag. Die Plätze für die ersten Angebote waren da natürlich schnell vergriffen.“ Um dem Andrang überhaupt Herr zu werden, finden teilweise zwei Programmpunkte gleichzeitig statt.

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An den letzten Details wird noch gefeilt, doch schon in der kommenden Woche will man mit der Bewerbung der Angebote beginnen. Auch das Ferienprogramm soll dann veröffentlicht werden. Beim Blick auf den Entwurf sagt Tom Tenostendarp: „Eigentlich mussten wir beim Programm im Vergleich zum Vorjahr nicht sehr viel ändern. Es ist natürlich ein Vorteil, dass jetzt der Sommer ansteht.“ Das optimistische Denken haben sie sich beim Jugendwerk über die Pause auf jeden Fall bewahrt.

Info:

Das vollständige Programm erscheint zeitnah auf der Homepage des Jugendwerks. Darüber ist auch die Online-Anmeldung möglich. Die Angebote richten sich an Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 21 Jahren.
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