Ludger Wildenhues repariert einen Wasserspender, den Orhan Dogan ins Repair-Café gebracht hat. © Anne Rolvering
Repair-Café

Mit Video: Zweites Leben für Wassersprudler und Heckenschere

Ehrenamtliche vom Verein "Mit Hand und Herz" reparierten am Samstag im Kult Gebrauchsgegenstände. Mit dem Repair-Café wollen sie ein Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft setzen.

Bei einer Tasse Kaffee gemütlich verweilen und Ludger Wildenhues über die Schulter schauen, der die defekten Alltags- und Gebrauchsgegenstände auseinander baute und reparierte – das Repair-Café im Kult war am Samstag sehr gut besucht. Als Begleitprogramm zur LWL-Sonderausstellung „Do it yourself“ hatten die Besucher die Gelegenheit, ihre Geräte von den Ehrenamtlichen des Vereines „Mit Hand und Herz“ direkt vor Ort reparieren zu lassen.

Orhan Dogan brachte einen defekten Wassersprudler ins Repair-Café. „Das Gerät ist noch nicht alt, aber es bringt das Wasser nicht mehr richtig zum Sprudeln,“ erklärte Orhan Dogan. Ludger Wildenhues stellte den Fehler fest und erklärte, dass ein Ersatzteil bestellt werden müsse. Der ehrenamtliche Helfer von „Mit Hand und Herz“ arbeitete vor seinem Ruhestand als Elektriker und Radio-Fernseh-Techniker und kennt sich mit Technik bestens aus.

Gemeinsam mit Hermann Temming, Rudi Pier und Heinrich Hilbolt gehört er zurzeit zum vierköpfigen Team der Repair-Café-Abteilung. Ludger Wildenhues teilte Orhan Dogan am Samstagvormittag mit, dass er das reparierte Gerät einige Tage später in Großemast, in der Werkstatt von „Mit Hand und Herz“, abholen könne.

Heckenschere und Staubsaugroboter brauchen Hilfe

An der Informationstafel warteten währenddessen Anja und Petra von dem Berge darauf, dass ihre mitgebrachten defekten Geräte, eine kleine Heckenschere und ein Staubsaugroboter, begutachtet wurden.

Ludger Wildenhues repariert eine kleine Heckenschere, die Anja und Petra von dem Berg mitgebracht haben – Bernhard Tenhumberg schaut dabei zu.
Ludger Wildenhues repariert eine kleine Heckenschere, die Anja und Petra von dem Berge mitgebracht haben – Bernhard Tenhumberg schaut dabei zu. © Anne Rolvering © Anne Rolvering

Vereinsvorsitzender Bernhard Tenhumberg erläuterte ihnen, dass das Repair-Café innerhalb des Vereines Ende 2018 gegründet wurde. „Es ist eine Selbsthilfewerkstatt zur Reparatur von defekten Alltags- und Gebrauchsgegenständen, die als Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft von ehrenamtlichen Helfern geleitet wird und dient gleichzeitig als sozialer Treffpunkt.“

Jeden Dienstagnachmittag und am ersten und dritten Samstagvormittag im Monat können Besucher in die ehemalige Großemaster Schule kommen, dem Vereinsheim von „Mit Hand und Herz“, um dort ihre defekten Geräte zur Reparatur abzugeben. Weitere ehrenamtliche Helfer für das Repair-Café und für die Holzwerkstatt werden laut Bernhard Tenhumberg aufgrund der großen Besuchernachfrage zurzeit noch dringend gesucht. Sie könnten sich gerne telefonisch bei ihm melden oder sich persönlich in Großemast informieren.

Verein will Ersatzteile bald vielleicht selber drucken

Anja und Petra von dem Berge fanden es sehr gut, dass mit dem Repair-Café eine Möglichkeit zur Reparatur von defekten Kleingeräte besteht. „Das hat für uns etwas mit Nachhaltigkeit zu tun,“ betonten die beiden Stadtlohnerinnen. Bei ihrer Heckenschere musste noch geklärt werden, ob sich die Reparatur lohnt und beim Staubsaugerroboter wollte Ludger Wildenhues ganz in Ruhe schauen, welches Ersatzteil bestellt werden muss.

„Rund siebzig Prozent der Geräte können wir reparieren. Wir haben jetzt bereits 495 Geräte wieder instand gesetzt,“ freute sich Ludger Wildenhues. Neue Ideen für weitere Angebote haben die Mitglieder bereits. „Wir können uns vorstellen, einen 3D-Drucker anzuschaffen, um Ersatzteile mittels 3D-Druck zu replizieren, dann brauchen wir die Ersatzteile nicht mehr bestellen“, sagte Bernhard Tenhumberg. Das wäre aber noch „Zukunftsmusik“. Wichtig sei, dass mit der Reparatur von defekten Geräten etwas für die Nachhaltigkeit getan wird und vieles vor dem Müll gerettet werden kann.

Über die Autorin
Redaktion Ahaus
Jahrgang 1965, fotografiert und schreibt seit 1999 als freie Mitarbeiterin für die Münsterland-Zeitung/Lokalredaktion Vreden. Menschen, Ehrenamt, Soziales, Politik, Geschichte, Natur, Kunst und Kultur sind ihre Lieblingsthemen.
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