Mittelalterliche Töne zwischen modernen Skulpturen und Plastiken

Musikschulgruppe "Saltarello" spielte in Ernings Skulpturenpark

VREDEN In der Reihe "Trompetenbaum und Geigenfeige - Musik in Gärten und Parks im Münsterland" erklang am Samstagnachmittag im Skulpturenpark Erning "Alte Musik". Viele Gäste lauschten - im Schatten - Krummhorn, Gambe und Gesang.

06.07.2009, 16:41 Uhr / Lesedauer: 1 min

"In dieser Stunde herrschte im Garten (im Schatten der Bäume) welche die heitere Gesellschaft erfrischte, (als das Musikensemble) begann mit süßer Harmonie zu spielen und dass die Vöglein auf den Cypressen lauschten und sich angeregt fühlten ihre Lieder mit mehr Süßigkeit und Fülle zu singen." Diese beschriebene Szene aus dem Jahre 1384 von Giovanni del Prato fand im Skulpturenpark Erning am sonnigen Samstagnachmittag eine Renaissance.

Das Borkener Musikschulgruppe "Saltarello" unter der Leitung von Claudia Senft spielte unter Birken ein Repertoire mittelalterlicher Musik. Allmähliche klangliche Gruppierungen mit Krummhörnern, Blockflöten, Gamben, Cornamuse, Dulzian, Gesang und Schlagwerk wurden beliebig wie zu jener Zeit eingesetzt, schufen somit eine abwechslungsreiche Klangfarbe.

Senft erläuterte hierzu Interessantes und humorvoll Historisches. Erst in der Spätrenaissance gab es Gruppen gleicher Instrumente und die Musikart änderte sich zur klaren harmonischen Mehrchörigkeit. "Saltarello" schuf eine Symbiose aus den zartbesaiteten Holzinstrumenten und den Skulpturen aus Stahl und Eisen.

Privater Park

Dr. Dr. Adolf Erning begrüßte im Anschluss an das Konzert die zahlreichen Gäste, auch zu deren Belustigung den abwesenden Bürgermeister und Kulturamtsleiter, berichtete von den Anfängen des privaten Skulpturengartens. Ausschlaggebend gewesen war das Bildhauersymposion 1977/78 mit der Folkwanghochschule Essen. Damals, so Erning, habe er nicht unbedingt das Wohlwollen der Stadt Vreden zur Gründung eines Skulpturenparks erlangt und so habe er selbst die Initiative ergriffen. Auf seinem 18 000 Quadratmeter großen Grundstück und 400 Meter entlang der Berkel gründete er mit seiner Frau Johanna, einer Landschaftsarchitektin und ebenfalls künstlerisch tätig, einen privaten Kunstgarten. Dieser beherbergt mittlerweile über 100 Plastiken und Skulpturen. Die Landschaftsarchitektin Zimmermann macht auf einen Rundgang die Gäste darauf aufmerksam, welche Wechselspiele, sprich Veränderung der Natur samt Lichtveränderung der verschiedenen Jahreszeiten auf das Szenario hat.

Erning beendet seinen Vortrag mit einem Zitat aus Goethes Faust: "Hier bin ich Mensch, hier darf ich´s sein". hft

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