Für Radfahrer an der Straße Up de Bookholt sind verschiedene Radwegvarianten in der Überlegung. © Lisa Wissing
Radverkehrskonzept

Neue Radweg-Modelle für die Breslauer Straße und Up de Bookholt

Radfahrstreifen, Mischverkehr, Schutzstreifen: Ein Planungsbüro hat im Auftrag der Stadtverwaltung Konzepte für zwei Straßen entwickelt und diese in der Ratssitzung vorgestellt.

Unterwegs mit dem Fahrrad – viele Vredener fühlen sich auf der Straße nicht so sicher wie auf dem Radweg daneben. Auch wenn Studien belegt haben, dass Radfahren auf der Straße sicherer ist, bleibt das Gefühl der Menschen oft ein anderes.

Mit der Gesetzesänderung im Jahr 2009 wurde die Benutzungspflicht für Radwege vielfach aufgehoben. Lange wurde kontrovers diskutiert, was für Radfahrer in Vreden geschehen soll.

Auf der Fahrbahn oder lieber auf einem separaten Radweg?

Vor zehn Jahren hatte die Stadt Vreden ein Nahmobilitätskonzept in Auftrag gegeben, um die Möglichkeiten für Fußgänger, Radfahrer und den motorisierten Verkehr aufzuzeigen, und seither einiges umgesetzt.

Kürzlich hat ein Planungsbüro, die nts Ingenieurgesellschaft, Konzepte für zwei Straßen in Vreden entwickelt. Im Auftrag der Stadtverwaltung hatte das Büro erarbeitet, ob Radfahrer künftig auf der Fahrbahn oder auf einem separaten Radweg fahren sollten.

Radwege sind zu schmal

Getrennte Radwege sind darin von vornherein nicht vorgesehen. Der Grund liegt darin, dass die Straßen zur Radwegsanierung laut gesetzlich vorgeschriebener Regelbreite nach den „Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen“ (RASt) zu schmal sind.

An der Breslauer Straße sind die Radwege zu schmal.
An der Breslauer Straße sind die Radwege zu schmal. © Lisa Wissing © Lisa Wissing

So beträgt die Straßenraumbreite an der Breslauer Straße etwa 14 Meter. Die Straße Up de Bookholt ist mit nur 12 Metern noch schmaler. Für getrennte Radwege ist jedoch eine Mindestbreite von 16,50 Metern vorgeschrieben. Schon heute seien Radfahrer hier oft auf der Fahrbahn unterwegs, erklärt Joachim Hartmann, Fachbereichsleiter der Stadtentwicklung.

Drei Varianten für die Breslauer Straße

  • Der Radfahrstreifen: Als Markierung dient ein durchzogener Strich, der rot eingefärbt ist. Halten und Parken ist bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h nicht möglich. Allerdings sind für den Radfahrstreifen auf der Breslauer Straße laut Experten keine ausreichenden Breiten vorhanden.
  • Der Mischverkehr: Hier können Autos halten, es gibt einen Parkstreifen, Fahrrad-Piktogramme und eine zulässige Geschwindigkeit von 30 km/h. 50 km/h wären zwar auch möglich, doch sicherer wäre eine 30-er Zone. Der Mischverkehr ermöglicht fahrbahnnahes Parken.
  • Der Schutzstreifen: Als Markierung dient eine unterbrochene Leitlinie, eventuell rot eingefärbt, mit passenden Piktogrammen. Halten und Parken ist nicht möglich. Diese Variante erlaubt eine zulässige Geschwindigkeit von 50 km/h. In allen drei präsentierten Modellen beträgt der Überholabstand zum Radfahrer 1,50 Meter.

Drei Varianten für Up de Bookholt

  • Der Schutzstreifen: Erlaubt eine zulässige Geschwindigkeit von 50 km/h. Weder Halten noch Parken sind erlaubt. Als Markierung dient eine unterbrochene Leitlinie, die eventuell rot eingefärbt ist. Diese Variante ist zwar möglich. Aber nur, wenn Gehweg, Schutzstreifen und Fahrbahn ein Mindestmaß aufweisen, was auch sehr schmal werden würde.
  • Der Mischverkehr: Ein Modell, das den Kfz-Verkehr bevorrechtigt. Die empfohlene Geschwindigkeit liegt bei 30 km/h, auch wenn 50 km/h möglich wären. Halten und Parken ist im Mischverkehr geordnet möglich. Fahrrad-Piktogramme markieren auf der Fahrbahn die Einordnung.
  • Die Fahrradstraße: Dieses Modell gewährt dem Radverkehr das Vorrecht im Straßenverkehr. Auch hier ist Halten und Parken geordnet erlaubt. Fahrrad-Piktogramme auf der Fahrbahn oder ein Fahrradstraßensymbol dienen als Markierung.

Noch steht nicht fest, welches Modell ausgewählt wird. Die Konzeptideen werden weiter diskutiert. Das langfristige Ziel der Ratsmitglieder sieht eine Stärkung des Radverkehrs vor. Mit einer einheitlichen Gestaltung und Erhöhung der Verkehrssicherheit. Vor der nächsten Sitzung am 13. September möchte die Verwaltung eine Radtour für Mitglieder des Fachausschusses anbieten, sofern es Corona zulässt.

Lesen Sie jetzt