Neue Vredener Rettungswache nimmt Formen an – doch es gibt noch Hürden

hzRettungswache Vreden

800.000 Euro soll die neue Vredener Rettungswache kosten. Aktuell liegt man im Zeit- und Kostenplan. Doch es gibt noch Hürden zu überspringen, wie der Kreis Borken als Träger berichtet.

Vreden

, 18.06.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie nimmt langsam Formen an: In regelmäßigen Abständen rollen in diesen Tagen die Betonmischer zum Ende der Straße „An‘t Lindeken“, wo in einem Jahr in direkter Nachbarschaft zum Krankenhaus die neue Vredener Rettungswache eröffnet werden soll. Bereits im Mai erfolgte – ganz großen Rummel – der erste Spatenstich. „Wir haben es den Profis überlassen“, erklärt Vredens Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch mit einem Augenzwinkern. Seitdem geht es am nördlichen Ende des „Gesundheits-Campus“ zügig voran. „Wir hoffen, dass wir in ein, zwei Wochen mit den Fundamenten durch sind. Dann folgt die Bodenplatte“, erklärt Christina Steevens, Architektin des Kreisbetriebes.

Gemeinsam mit Landrat Dr. Kai Zwicker, Joachim Hartmann (Stadt Vreden) und Heribert Volmering (Leiter des Fachbereiches Sicherheit und Ordnung beim Kreis Borken) und dem Bürgermeister nahm sie am Montagmittag die Baustelle unter die Lupe. Das Zwischenfazit: Bisher gibt es nichts zu bemängeln. „Wir liegen voll im Zeitplan“, sagt Christina Steevens. Es sei nach aktuellem Stand auch nicht zu befürchten, dass der Kostenrahmen von 800.000 Euro gesprengt wird. Die Architektin fügt aber nach kurzem Zögern hinzu: „Wir hoffen, dass das so bleibt.“

Auch öffentliche Bauten im Kreis bekommen Probleme

Denn auch bei öffentlichen Bauten wird es zunehmend schwieriger, Unternehmen zu finden, wie Landrat Kai Zwicker erklärt: „Wir haben Probleme bei den Ausschreibungen. Bei einer Turnhalle in Borken hat sich auf die erste Ausschreibung niemand beworben. Es ist alles ein bisschen komplizierter geworden.“ Damit meint er bürokratische Hürden und die aufgrund der guten Konjunktur gefüllten Bücher der handwerklichen Betriebe. Auch bei der Rettungswache macht sich das bemerkbar. „Beim Rohbau hatten wir auf die erste Ausschreibung drei Bewerber, bei den Fenstern waren es null“, berichtet Christina Steevens. Nun läuft Runde zwei.

Noch bleibt allerdings reichlich Zeit. In fast genau einem Jahr – am 1. Juli 2020 – soll die neue Rettungswache vom Provisorium an der Oldenkotter Straße zum An‘t Lindeken ziehen. Dann endet der Vertrag mit dem DRK-Kreisverband Borken über den Betrieb der Rettungswache Vreden. Wer in Zukunft den Betrieb übernimmt, ist aber noch völlig offen. „Ende des Jahres beginnt die Suche. Die Bewerbungen werden wir genau prüfen und dann im Dezember eine Entscheidung fällen“, erklärt Heribert Volmering. Die direkte Nachbarschaft zur Geschäftsstelle zum DRK-Ortsverband sei dabei kein Faktor. „Wir haben einige regionale Anbieter wie Johanniter, Malteser und DRK. Ein Wettbewerb tut immer gut“, sagt Kai Zwicker.

Neuer Vertrag läuft nur noch fünf Jahre

Der neue Vertrag läuft dann, anders als der alte, nur noch über fünf statt sieben Jahre. Dazu ist der Kreis Borken als Träger des Rettungsdienste neuerdings gesetzlich verpflichtet. „Optimal ist das nicht, weil immer neu geplant werden muss“, sagt Joachim Hartmann.

Froh ist man hingegen, über den gewählten Standort der neuen Rettungswache, wie Heribert Volmering betont: „Allein aus städtebaulicher Sicht liegt sie am Stadtrand optimal. So entsteht bei einer potenziellen Alarmierung für die Nachbarschaft weniger Lärm.“ Einen weiteren Vorteil sieht er darin, dass das Gebäude in öffentlicher Hand liegt und nicht vom Betrieb gebaut wurde. „Wir haben in Isselburg und Südlohn gute Erfahrungen damit gemacht, selbst zu bauen. Wir können Standort und Beschaffenheit des Gebäudes selbst wählen“, so Volmering.

Die neue Rettungswache

  • Die neue Rettungswache entsteht auf einem Grundstück, das der Kreis Borken im Rahmen eines Erbpachtvertrages von der Stadt Vreden erhielt.
  • Die Wache ist ausgelegt auf für zwei Fahrzeuge im 24-Stunden-Betrieb.
  • Die Wache wird Rund um die Uhr besetzt sein.
  • Im Jahr 2018 gab es 945 RTW-Einsätze, 30 Krankentransporte und 363 Notarzteinsätze.
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