Neues Leben für alte Dorfschule in Zwillbrock: 29 Übernachtungsplätze

hzBiologische Station Zwillbrock

Früher Dorfschule, bald eine Art Jugendherberge: Wo früher die Zwillbrocker das Einmaleins lernten, sollen bald 29 Touristen übernachten können. Die Arbeiten für den Umbau haben begonnen.

von Josef Barnekamp

Vreden

, 01.07.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Flamingos besuchen, das Venn erkunden, Flora und Fauna unter die Lupe nehmen und an der Biologischen Station viel Wissenswertes über die Natur erfahren: Das kann man schon jetzt in Zwillbrock. Der Vredener Ortsteil ist wegen seiner Flamingokolonie und der Venn- und Moorlandschaft drumherum ein beliebtes Ziel von Ausflüglern, aber auch von Schulklassen, Familien und Radfahrern. Allerdings müssen bislang all jene, die dort die Natur genießen und etwas über sie lernen möchten, abends das Venn wieder verlassen, wenn sie denn nicht im örtlichen Hotel absteigen.

Jetzt lesen

Ab der Saison 2022 soll es im Zwillbrocker Venn aber eine weitere Übernachtungsmöglichkeit geben. An der Biologischen Station Zwillbrock sollen dort, wo jetzt noch die alte Dorfschule steht, 29 Übernachtungsplätze entstehen. Geplant sind vornehmlich Vier-Bett-Zimmer, aber auch ein Raum mit sechs Betten und zwei Einzelzimmer, davon eins mit barrierefreiem Zugang. „Guter Jugendherbergsstandard“, fasste Hermann-Josef Frieling von der Biologischen Station die Ausstattung zusammen.

Angebot soll mit Selbstversorgung durch die Gäste funktionieren

Im Blick habe man für die neue Unterkunft vor allem Gruppen, sagte der Geschäftsführer der Biologischen Station, Dr. Dietmar Ikemeyer, der zusammen mit Frieling sowie Vredens Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch und Vredens Bauamtsleiter Joachim Hartmann die Pläne vorstellte. Aber auch Schulklassen und Gruppen auf Bildungsurlaub sowie Individualreisende, die beispielsweise auf der Berkelradroute von Billerbeck nach Zutphen unterwegs sind, hat man im Blick. Buchen können Gruppen das Angebot, das in Selbstversorgung funktionieren soll, über die Biologische Station.

Geld fließt vom Land, von der EU und aus Vreden und Berkelland

Finanziert wird der rund 1,67 Millionen Euro teure Bau über ein Modell, wie es bei Interreg-Projekten üblich ist. So steuern die Stadt Vreden und die niederländische Kommune Berkelland sowie die Biologische Station rund 28 Prozent der Summe bei. Ein knappes Viertel zahlen deutsche Landesministerien und niederländische Provinzen bei, die andere Hälfte kommt aus EU-Mitteln.

Das neue Übernachtungsangebot soll auch all jenen zugute kommen können, die auf der Berkelroute – hier bei Zutphen – unterwegs sind.

Das neue Übernachtungsangebot soll auch all jenen zugute kommen können, die auf der Berkelroute – hier bei Zutphen – unterwegs sind. © Josef Barnekamp

„Zwillbrock ist ein touristisch ganz relevanter Punkt“, sagte Dr. Christoph Holtwisch. Auch deswegen habe die Stadt ein großes Interesse an der gemeindlichen Entwicklung, die auch eine Verlegung der vor der Station herführenden Landstraße um die Station herum vorsehe. Er sehe das Projekt sehr positiv, zumal die alte Dorfschule nie wirklich saniert worden sei und künftig zusätzliche Übernachtungsmöglichkeiten für den Ort bereitstelle.

Jetzt lesen

Dr. Dietmar Ikemeyer betonte, dass der Umbau der Schule samt neuen Schlafplätzen prima in das Gesamtkonzept der „Bildungsberkel“ passe. Er verwies darauf, dass es künftig neben Zwillbrock eine zweite, ähnliche Übernachtungsmöglichkeit entlang des knapp 120 Kilometer langen Berkelradweges gebe. Auch die Sirksfelder Schule bei Coesfeld, die mit Landesmitteln umgebaut worden ist, hat ein ähnliches Konzept und bietet knapp 50 Plätze vornehmlich für Gruppen und Schulklassen. Die Route entlang der Berkel werde zudem weiter aufgewertet durch einen Infopavillon, der ein Stückchen den Fluss herunter bei Eibergen liege.

Laut Stadt Vreden läuft die Ausschreibung für den Restabriss der alten Dorfschulen. Für die Entkernung hat bereits ein Team der Bio-Station gesorgt. Die Rohbauarbeiten sollen in Kürze starten.

Lesen Sie jetzt