Der Notarzt in Vreden ist zwar noch eingeplant, doch das kann sich schnell ändern

hzAntrag auf Kreisebene

Im Rettungsdienstbedarfsplan steht ganz deutlich drin, dass Vreden Notarztstandort ist. Wir haben uns erklären lassen, warum das den Abzug des Notarztes trotzdem wohl nicht verhindern wird.

Vreden

, 04.11.2019, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einfach so lässt sich der Notarzt nicht aus Vreden abziehen, meint die SPD auf Kreisebene. Sie bezieht sich auf den aktuell gültigen Bedarfsplan für den Rettungsdienst im Kreis Borken.

Darin heißt es über die Rettungswache in Vreden: „Die Notärztin/der Notarzt wird mit dem RTW am Krankenhaus abgeholt.“ Beim Punkt Notfallversorgung wird explizit der Notarzt am St.-Marien-Hospital aufgeführt. Außerdem ist Vreden auf der Karte mit einem blauen Punkt als Notarztstandort gekennzeichnet.

SPD will, dass Bedarfsplan weiter umgesetzt wird

All das hat Elisabeth Lindenhahn von der Kreis-SPD aufhorchen lassen. Nachdem die Diskussion über den Abzug des Notarztes aus Vreden hochgekocht ist, hat sie sich eingelesen. Ihre Schlussfolgerung: „Ohne Weiteres geht das gar nicht.“

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Deswegen hat sie einen Antrag verfasst. Die SPD fordert darin die Verwaltung auf, den im Juli 2017 beschlossenen Bedarfsplan auch über den 31. Dezember 2019 hinaus umzusetzen.

Bedarfsplan muss auf jeden Fall geändert werden

Dass das gar nicht so einfach ist, erklärt Dr. Elisabeth Schwenzow, Dezernentin für Sicherheit und Ordnung beim Kreis Borken. „Wir werden den Bedarfsplan in diesem Winter so oder so anpassen müssen.“ Denn dieser Plan bietet die Grundlage für das, was bei den Krankenkassen abgerechnet werden kann.

Heißt: Was nicht im Bedarfsplan steht, wird auch nicht von den Krankenkassen bezahlt. Deswegen wird er immer wieder angepasst. Ein Beispiel: In der aktuellen Version steht, dass in Bocholt die Rettungswache erweitert werden soll. Doch ein Anbau ist nicht möglich, jetzt soll ein Neubau her. Damit der aber finanziert werden kann, muss er im Bedarfsplan stehen. Also wird der Plan im Winter geändert.

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Die Änderungen werden mit den Krankenkassen abgestimmt, die das Ganze ja bezahlen sollen. Beim Notarztstandort Vreden gebe es da durchaus Diskussionsbedarf, sagt Elisabeth Schwenzow. „Selbst wenn wir das im Plan drin lassen, streichen uns die Krankenkassen das wieder raus.“

Krankenkassen wollen Notarzt in Vreden nicht bezahlen

Der Redaktion liegt eine E-Mail vor, in der vonseiten der Krankenkassen deutlich gemacht wird, dass ein Notarzt in Vreden nicht notwendig sei. „Das Notarztaufkommen in Vreden rechtfertigt (...) keinen eigenen Notarztstandort“, heißt es in dem Schreiben. Deswegen können die Kosten nicht übernommen werden. 363 Notarzteinsätze gab es 2018, also knapp einen am Tag.

Thema soll auf Kreisebene diskutiert werden

Trotzdem möchte die Kreis-SPD das Thema auf die politische Tagesordnung setzen. „Bislang gab es ja eigentlich nur eine Unterrichtung. Das Thema wurde noch gar nicht diskutiert“, meint Elisabeth Lindenhahn. Deswegen soll das Thema nun im Ausschuss für Sicherheit und Ordnung am 18. November und im Kreisausschuss und Kreistag im Dezember diskutiert werden.

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Auch Elisabeth Schwenzow arbeitet gerade an einer Vorlage zum Thema Notarzt für die nächsten politischen Sitzungen. „Wir wollen den Vorschlag der Vredener Ärzte prüfen. Wir müssen wissen, welche Qualifikationen vorhanden sind und welche Zeiten abgedeckt werden können“, sagt sie. Die Ärzte hatten erklärt, dass sie beim Notarzt-Dienst einspringen und 80 Prozent der Zeiten abdecken könnten.

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