Offsite und Wohnungen am Markt 9: Viel Vorfreude im Bauausschuss

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Die Pläne eines Investors, am Markt 9 ein neues Haus für Gastronomie und Wohnungen zu errichten, stieß im Bauausschuss geradezu auf Begeisterung und Vorfreude: „Da kommt Leben auf den Markt.“

Vreden

, 12.06.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das nicht-denkmalgeschützte Jugendstil-Gebäude am Markt 9 wird abgerissen. An seiner Stelle möchten die Investoren Melanie und Hendrik Siehoff ein Gebäude mit vier Etagen errichten, in dem Wohnungen geplant sind und im Erdgeschoss mit dem „Offsite“ des Ahauser Unternehmens Tobit ein modernes gastronomisches Angebot einziehen soll.

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„Ich denke, das ist eine gute Nachricht für Vreden“, kommentierte Dirk Hetrodt vom Bauamt, als er dem Bauauschuss am Mittwochabend die Pläne vorstellte. Er stellte sich schon den Sommer 2021 vor: „Was da wohl los sein könnte.“ Sein Urteil: „Das ist eine Bereicherung.“

„Am Markt tut sich was. Das ist für uns gut so“, sagte Heinz-Bernd Röring (CDU). Das Gebäude sei klar gegliedert, „das ist dem Markt zuträglich“, befand er. Hendrik Mulder (FDP) sprach die Höhe des Gebäudes an: „Es ist groß, größer als andere. Aber ein Baustein für die Belebung.“ Und wies noch mit Blick auf die gescheiterten Pläne auf dem Bierbaum-Gelände auf einen weiteren Aspekt hin: „Und wir kriegen auch noch Wohnungen.“

Entwurf fehlt „Feingespür für die bestehende Architektur“

Für die Grünen signalisierte Sandra Lentfort ebenso Zustimmung. Sie persönlich aber war enttäuscht: „Das ist architektonisch unsensibel, mir gefällt die Fassade nicht.“ Die drei Häuser am Markt seien ortsbildprägend, dem Entwurf fehle Feingespür für die bestehende Architektur. Dem widersprach Reinhard Laurich (SPD): „Das Gebäude hat eben keinen Denkmalschutz.“ Jetzt einen Investor zu knebeln, was die Fassade angehe, wäre „nicht fair“. Die SPD begrüße die Pläne.

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Joachim Hartmann, Fachbereichsleiter Bauen bei der Stadt, teilte mit, dass Investoren und Architekt sehr wohl versucht hätten, den Jugendstil zu berücksichtigen. „Aber die Stile zu kreuzen, gelang nicht.“

Für die UWG schwinge „ein bisschen Wehmut mit“, so Elmar Kampshoff, aber: „Wir sind dankbar, dass investiert wird.“ Über die Größe des Gebäudes könne man wieder einen Disput beginnen, „muss man aber nicht. Das Maß ist verträglich“, schloss Kampshoff.

Investoren wollen „Frequenz in die Stadt bringen“

Die Investoren sind Melanie und Hendrik Siehoff, die an der Wessendorfer Straße ein Schuhgeschäft betreiben. Im Gespräch mit der Redaktion betonte Melanie Siehoff, dass es ihr und ihrem Mann mit der Investition darum gehe, „Frequenz in die Stadt zu bringen“. Die Gastronomie wolle im Frühjahr 2021 starten, so soll bis dahin das Erdgeschoss des Neubaus bezugsfertig sein. „Das ist unser Ziel.“

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