Coronabedingt mit ein wenig Verzögerung kann Büchereileiter Michael Schürmann nun den Start des Projekts „Open Library" verkünden. Die Buchleihe wird dadurch für die Kundschaft noch flexibler. © Gudrun Niewöhner
Bücherei

„Open Library“ macht Buchleihe in der Bücherei St. Georg noch flexibler

Coronabedingt musste der Start der „Open Library“ in der Bücherei St. Georg verschoben werden. Nun wird für weitere 46 Wochenstunden geöffnet – ohne Personal. Spannend für Berufstätige.

Im Winter hätte das Projekt der „Open Library“ in der Bücherei St. Georg eigentlich starten können. Doch dann machte der zweite Lockdown im Zuge der Corona-Pandemie den Verantwortlichen buchstäblich „einen Strich durch die Rechnung“, blickt Leiter Michael Schürmann zurück. Mit den jüngsten Lockerungsstufen der Corona-Schutzverordnung des Landes NRW kann nun der offizielle Startschuss offiziell „nachgeholt“ werden. Seit dem 1. Juni läuft dieses Modellprojekt für eine moderne und attraktive Büchereiarbeit.

Das Konzept: Künftig kann jeder auch außerhalb der Kernöffnungszeiten – dienstags bis freitags von 9 bis 12 Uhr und 14.30 bis 18 Uhr – die Bücherei betreten und sich „bedienen“. Dies entsprechend auch, wenn gar kein Personal vor Ort ist. Die Nutzerinnen und Nutzer erhalten Zutritt mit Leserausweis und Pin – eine enorme Steigerung der Flexibilität. Bundesweit ist die Vredener Bücherei damit die erste in kirchlicher Trägerschaft, die das Konzept der „Open Library“ anbieten kann.

Maßnahmen während des Lockdowns waren enorm arbeitsintensiv

So werden die Öffnungszeiten um 46 Stunden in der Woche ausgeweitet. Insgesamt sei die Bücherei dann 72 Stunden pro Woche geöffnet, ergänzt Schürmann, der sich mit seinem Team über die „neuen Freiheiten“ freut. „Einrichtungen wie der Abholservice oder Terminbuchungen sind während des Lockdowns sehr gut gelaufen, doch es war für unser Team schon enorm arbeitsintensiv“, berichtet der Büchereileiter. Man habe Wochen mit bis zu 200 Buchungen gehabt.

Auch wenn man schon etwas früher hätte öffnen können, so habe erst einmal der Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Kunden im Mittelpunkt gestanden. „Gemeinsam haben wir nun entschieden, dass wir zum Juni Öffnungen verantworten können. Dies mit einem guten Gefühl“, so Schürmann.

Kontaktnachverfolgung und Maskenpflicht

Es gelte weiterhin, „die richtige Balance zu finden“. So bleiben die Kontaktnachverfolgung mit der Luca-App – ein QR-Code wird im Eingangsbereich ausgehängt – und Maskenpflicht (FFP2 oder medizinische Maske) obligatorisch. Dass die neuen Freiheiten und Möglichkeiten zu einem Zustrom führen werden, dass denkt Schürmann nicht: „Jeder wird sein Lieblingszeitfenster finden und nutzen wollen.“ Das werde entzerren. In Sachen „Open Library“ denkt Schürmann vor allem an Berufstätige und -pendler, die gerne vor oder nach der Arbeit oder auch in der Mittagspause noch die Chance wahrnehmen wollen, die Bücherei zu besuchen.

Die zusätzlichen Öffnungszeiten orientieren sich an den Erfahrungen, die das Team der Bücherei in der Vergangenheit mit den Wünschen der Kundschaft gemacht hat: montags von 7 bis 14 Uhr und von 18 bis 20 Uhr, dienstags, mittwochs und freitags von 7 bis 9 Uhr, von 12 bis 14.30 Uhr und von 18 bis 20 Uhr, donnerstags von 7 bis 9 Uhr und von 12 bis 14.30 Uhr und samstags von 7 bis 20 Uhr.

In der Bücherei stehen dann den potenziell 2500 aktiven Leserinnen und Lesern 36.000 physische Medien zur Verfügung – inklusive eBooks. Neben der Leihe von Medien können die Besucher auch in den Räumen am Kirchplatz verweilen. Aus Sicherheitsgründen sind die öffentlich zugänglichen Bereiche videoüberwacht.

Anfallende Gebühren können digital beglichen werden

Die Realisierung dieses richtungsweisenden Projektes der „Open Library“ wurde vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW mit rund 19.600 Euro gefördert. Michael Schürmann freut es, dass gerade jetzt zahlreiche Förderprogramme eingesetzt würden, um gerade die Digitalisierung voranzutreiben.

Und auch in dieser Hinsicht kann der Büchereileiter auf eine weitere Neuheit hinweisen: epayment, die digitale Gebührenzahlung. „Die Kunden können künftig etwaige Gebühren zeit- und ortsunabhängig von zuhause oder unterwegs begleichen. Dazu stehen ihnen verschiedene epayment-Methoden zur Verfügung“, erklärt Schürmann (Sofortüberweisung, Zahlung per Paypal oder mit Kreditkarte). Dazu muss sich der Kunde in sein Leserkonto einloggen. „Sobald die Buchung erfolgt ist, kann der Kunde wie gewohnt physische und digitale Ausleihen vornehmen“, ergänzt Schürmann.

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