Veranstalter finden geplantes Plastik-Verbot gut und meinen: „Das ist möglich“

hzPlastikfreie Veranstaltungen

Die Stadt Vreden möchte Veranstaltungen nur noch genehmigen, wenn auch Kunststoff-Geschirr verzichtet wird. Veranstalter vor Ort finden die Idee gut und wollen mit gutem Beispiel vorangehen.

Vreden

, 03.03.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Plastikgabeln, Kunststoff-Schalen, Einwegbecher – all das möchte die Stadt Vreden bei Veranstaltungen gerne verbieten. Die Grünen hatten einen entsprechenden Antrag gestellt. Wie genau das umgesetzt werden soll, war den Ratsfraktionen jedoch noch nicht ganz klar. Deswegen wird jetzt ein Konzept erstellt.

Der Reit- und Fahrverein will da mit gutem Beispiel vorangehen. „Unser Reitturnier ist bereits plastikfrei“, sagt Geschäftsführer Jörg Lenhard.

Alternativen aus Hanf, Mais oder Holz

Auch Ralf Derlas kann die Zweifel bei diesem Thema gar nicht verstehen. Der Organisator des Mittelaltermarktes „Fredenna“ sagt: „Das ist eine Kleinigkeit, das umzusetzen.“ Schließlich gelte ab dem nächsten Jahr sowieso ein Plastik-Verbot von der EU.

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„Wir benutzen schon jetzt ganz wenig Plastik, aber die Diskussion im Rat war der Anstoß, auch die letzte Plastikgabel zu verbannen“, so Ralf Derlas weiter. Bei „Fredenna“ im Mai setzt er deswegen auch auf Alternativen. Mehrwegbecher, Schalen aus Hanf oder Mais und Gabeln aus Holz – das sei schließlich kein Problem.

Dabei gehört Ralf Derlas genau zu den Veranstaltern, die bei den Ratsfraktionen für Fragezeichen gesorgt hatten. Denn die Akteure sind keine Vredener. Die Clans und Gruppen, die bei „Fredenna“ ihre Lager im Park aufschlagen, kommen aus ganz Deutschland. „Aber denen kann man das schon erklären und darauf werde ich auch Wert legen“, sagt Ralf Derlas zum Thema Plastik-Verbot.

„Da muss man Druck aufbauen“

Rolf Elsing, der zusammen mit Michael Meyerink zahlreiche Veranstaltungen in Vreden organisiert, ist in diesem Punkt etwas skeptischer. „Bei Caterern ist das schon schwierig. Das ist ja ein krasser Einschnitt“, meint er. Trotzdem spreche er natürlich vorher mit den Imbissbuden über das Thema und rege an, auf Plastik so gut es geht zu verzichten.

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Das geplante Verbot findet er auf jeden Fall gut. Denn: „Wenn man es nicht verbietet, wird nicht viel kommen. Da muss man Druck aufbauen. Und da sollte man auch vor der Kirmes nicht Halt machen.“

Eine Einschränkung würde er aber machen. „Komplett auf Einweggeschirr zu verzichten, ist auf die Schnelle nicht möglich. Ohne Kunststoff aber geht es. Es gibt Wege, man muss sich nur Gedanken machen“, sagt der DJ.

Verwaltung arbeitet an Richtlinien

Über genau solche Details soll sich die Verwaltung nun Gedanken machen. Der Rat hat das so beschlossen. Der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss wird sich dann mit dem Thema befassen und Richtlinien beschließen.

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Das Ziel ist, dass die Stadt Vreden nur noch Veranstaltungen genehmigt, die sich an diese Vorschriften halten. Der Rat hat bereits beschlossen, dass es nur noch einen städtischen Zuschuss gibt, wenn auf Kunststoffgeschirr verzichtet wird.

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