Rechtsstreit um den Neubau am Markt in Vreden: Nachbar und Investor einigen sich

hzEhemaliges Brauhaus

Ein Eigentümer eines angrenzenden Grundstücks hat Klage gegen die Baugenehmigung für den Neubau am Markt in Vreden eingereicht. Eine Lösung scheint gefunden.

Vreden

, 14.11.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Um das Bauvorhaben am Markt in Vreden gab es einen Rechtsstreit, den die Parteien inzwischen außergerichtlich beigelegt haben. Frank Mensing hatte Klage gegen die Baugenehmigung eingereicht. Der Rechtsanwalt vertrat in diesem Fall seine Eltern. Der Familie gehört ein Haus in der direkten Nachbarschaft zum geplanten Neubau.

„Das Gebäude hat eine Hackschnitzel-Heizung. Die Hackschnitzel werden mit einem Trecker angeliefert“, erklärt Frank Mensing im Gespräch mit der Redaktion. Das Problem: Während der Bauarbeiten ist die Straße An’t Lummert oft für längere Zeit gesperrt. „Das Haus mit sieben Wohnungen und zwei Gebewerbeeinheiten muss aber geheizt werden“, so Mensing.

Rechtsstreit um den Neubau am Markt in Vreden: Nachbar und Investor einigen sich

Die Bauarbeiten auf dem Grundstück laufen weiter. © Markus Gehring

Eine Regelung dafür fand sich in der Baugenehmigung nicht. Deswegen hat Frank Mensing am 23. September Klage eingereicht.

Ursprünglich war zudem eine Verengung der Straße An‘t Lummert geplant. „Dann hätte der Trecker nicht mehr durchgepasst“, so Frank Mensing. Ein weiterer Grund für die Klage gegen die Baugenehmigung des Kreises Borken.

Einigung zwischen Kläger und Investor

Schon in einem Einspruch gegen den vorhabenbezogenen Bebauungsplan im April 2018 hatte Frank Mensing eine Klage angekündigt. Zu einem Urteil wird es aber jetzt nicht kommen. Frank Mensing hat die Klage am Dienstagabend zurückgezogen.

„Wir haben uns geeinigt. Der Investor hat sehr gut mit uns zusammengearbeitet und wir haben eine Lösung gefunden“, sagt der Rechtsanwalt. Für die Bauphase gibt es nun eine Regelung und auch die Durchfahrt ist nun breiter geplant, sodass der Trecker problemlos die Hackschnitzel für die Heizung anliefern kann.

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Das ehemalige Haus Kleine, beziehungsweise das Brauhaus mitten in der Vredener Innenstadt wurde im Juli diesen Jahres abgerissen. Eine Wiederbelebung der Gastronomie in dem alten Gebäude war 2017 wegen Problemen mit dem Lärmschutz gescheitert.

Dimensionen des Gebäudes sorgten für Diskussionen

Nun plant der Eigentümer des Grundstücks dort einen Neubau. Ins Erdgeschoss soll eine Filiale der Kette Café Extrablatt einziehen, in den oberen Stockwerken entstehen 16 Eigentumswohnungen in gehobenem Stil. Fünf Geschosse wird das Gebäude haben. Die Traufhöhe liegt bei 11,30 Metern, die Firsthöhe bei 19,30 Metern. Zum Vergleich: Das alte Rathaus (Musikschule) hat eine Traufhöhe von 6,67 Metern und eine Firsthöhe von 15,67 Metern.

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So soll der Neubau am Markt aussehen. Im Erdgeschoss ist ein Café Extrablatt geplant, in den Obergeschossen Eigentumswohnungen.

Die Dimensionen waren auch bei den Vredener Politikern durchaus Diskussionsthema. Am Ende des Verfahrens stimmten jedoch bis auf die UWG und ein CDU-Politiker alle Ratsmitglieder für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan, der das Bauvorhaben erst möglich macht.

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Die Bauarbeiten auf dem Grundstück laufen weiter. © Markus Gehring

Die Bauarbeiten haben sich wegen der Klage nicht verzögert. „Die Klage hatte keine aufschiebende Wirkung“, erklärt Karlheinz Görder, Pressesprecher des Kreises Borken. Die Durchfahrt über die Straße An‘t Lummert in Richtung Domhof ist zurzeit gesperrt, weil an unterirdischen Leitungen und Kanälen gearbeitet wird.

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