Rossmann soll in den Neubau am Bremer Platz in Vreden ziehen

hzNeubau Bremer Platz

Der Investor hat die Pläne für den Neubau am Bremer Platz überarbeitet. Sie zeigen ein niedrigeres Gebäude mit kleineren Fenstern und Rossmann als Ankermieter. Daran gibt es jedoch Zweifel.

Vreden

, 18.11.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Neue Fassade, keine Tiefgarage und ein insgesamt niedrigeres Gebäude: Das zeigen die überarbeiteten Pläne für den Neubau auf dem Bremer Platz mitten in der Vredener Innenstadt. Diese wurden in der jüngsten Sitzung des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses vorgestellt.

Und noch eine Neuigkeit verraten die Pläne. Auf dem Gebäude prangt in der Visualisierung nicht mehr das Logo eines Bio-Marktes sondern das der Drogeriekette Rossmann.

Ankermieter ist Pflicht für die Grundstücksvergabe

„Der Vorhabenträger konnte das Interesse eines Drogeristen als Mieter für die Ladenfläche im Erdgeschoss nachweisen“, sagte Stadtplaner Dirk Hetrodt in der Sitzung. Für Kasper Neuendorf (FDP) reichte das jedoch nicht aus: „Wir haben hier ein eher schwammiges Schreiben vorliegen. Festzustehen scheint da noch gar nichts. Dabei haben wir ganz klar einen Ankermieter gefordert.“

Jetzt lesen

Joachim Hartmann, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung, meinte dazu: „Das wollen wir auch. Aber das ist doch eine gute Grundlage, um die Sache weiterzuentwickeln.“

Rossmann hält sich bedeckt

Das Unternehmen Rossmann hält sich Anfrage unserer Redaktion bedeckt. Die Frage, ob ein Mietinteresse besteht, will die Pressestelle nicht beantworten. „Rossmann ist stets auf der Suche nach optimalen Standorten. Von einem konkreten Umzug ist mir nichts bekannt. Wir bitten um Nachsicht, dass wir auch grundsätzlich keine Gespräche kommentieren“, schreibt Josef Lange von der Pressestelle.

Rossmann soll in den Neubau am Bremer Platz in Vreden ziehen

Ein Blick auf den Bremer Platz vom Domhof aus gesehen. Auf dem jetzigen Parkplatz soll ein Gebäude entstehen. © Markus Gehring

Der Investor muss einen Frequenzbringer als Ankermieter vorweisen. Das ist eine zwingende Voraussetzung für die Vergabe des städtischen Grundstücks. Im Erdgeschoss entstehen zwei Flächen für Einzelhandel, eine mit 600 bis 700 Quadratmetern, eine mit 120 Quadratmetern. In den Obergeschossen sollen Wohnungen gebaut werden.

Große Kritik an der bisherigen Fassade

In den letzten Wochen hat der Investor die Pläne überarbeitet. Vor allem an der Fassade gab es große Kritik vom Mobilen Baukulturbeirat, der die vier Pläne für den Bremer Platz bewertet hatte.

Jetzt also soll das Gebäude niedriger werden, sodass es sich besser in das Umfeld einfügt. Im Erdgeschoss springt die Fassade im Bereich des Eingangs ein wenig zurück. Aus den großflächigen Glaswänden in den zwei Obergeschossen sind nun mehrere kleinteilige Fenster geworden.

Jetzt lesen

Den Bau einer Tiefgarage hat der Investor laut Verwaltung geprüft. „Aufgrund verschiedener schwieriger Rahmenbedingungen wie zum Beispiel dem Grundstückszuschnitt und vorhandener Leitungen, ist eine Tiefgarage unrentabel“, berichtete Dirk Hetrodt. Außerdem sei kaum Platz für eine gescheite Einfahrt in die Tiefgarage.

Diskussion um die Parkplatz-Frage

Das sorgte durchaus für Skepsis bei den Kommunalpolitikern. „Die 46 Stellplätze auf dem Bremer Platz sollten nicht ersatzlos gestrichen werden“, fand Heinrich Wildenhues (CDU). Gerd Welper (Grüne) widersprach: „Ich teile diesen Parkplatz-Fetisch nicht. Und wenn man in einer Tiefgarage vor einer Schranke ein paar Cent reinschmeißen müsste, dann kann man da unten Tischtennis spielen. Da fährt kein Vredener rein.“

Der Ausschuss hat mit einer Enthaltung beschlossen, dass die Stadt Vreden weitere Grundstücksverhandlungen führen soll auf Grundlage der neuen Pläne.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt