Die Feuerwehr vor dem Sturm: „Unsere Kameraden sind 365 Tage im Jahr gewappnet“

Sturmwarnung

In der Nacht von Sonntag auf Montag soll NRW ein größeres Sturmtief treffen. Bei der Freiwilligen Feuerwehr Vreden wie auch auf Kreisebene sieht man sich für diese Szenarien gut vorbereitet.

Vreden

, 07.02.2020, 16:47 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Feuerwehr vor dem Sturm: „Unsere Kameraden sind 365 Tage im Jahr gewappnet“

Ob die Feuerwehr wie hier bei einem vergangenen Einsatz an der B70 wieder umgestürzte Baume abräumen muss, wenn das Sturmtief Sabine wütet, bleibt abzuwarten. © Foto Feuerwehr Vreden (Archiv)

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat vor einem schweren Sturm ab Sonntag gewarnt. In Nordrhein-Westfalen wird der Höhepunkt laut Prognosen zwischen Sonntagnachmittag und Montagmorgen erwartet. Im Flachland – so auch im westlichen Münsterland – fallen dabei insgesamt zudem etwa 10 bis 15 Liter Regen auf den Quadratmeter. Experten erwarten nach derzeitigen Berechnungen der Wettermodelle gar eines der markantesten Sturmereignisse der vergangenen zehn bis 15 Jahre. Im Grenzgebiet womöglich ein wenig abgeflacht.

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Bei der Vredener Feuerwehr ist man vorbereitet. „Unsere Kameraden sind 365 Tage im Jahr gewappnet“, weiß Christian Nienhaus, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Vreden, zu berichten. Das sei in den Nachbarkommunen genauso. Besondere Vorkehrungen würden bei Sturmwarnung erst einmal nicht ergriffen. Das sei bei Krisenlagen wie drohendem Hochwasser anders geartet: „Da lassen sich präventive Maßnahmen einleiten und ergreifen.“

Feuerwehrkameraden sind sensibilisiert

Sollten sich die Hinweise auf eine größere Gefahrenlage konkretisieren, würde „der eine oder andere Feuerwehrmann sicher weniger weit wegfahren“, um schnell greifbar zu sein. Dass zum Beispiel diskutiert wird, ein Fußball-Bundesligaspiel am Sonntag in Mönchengladbach abzusagen, sei aufgrund der Größe an Menschenansammlung eine besondere Dimension. „Da sind dann Veranstalter und Ordnungsbehörden besonders sensibilisiert.“

Die Feuerwehr vor dem Sturm: „Unsere Kameraden sind 365 Tage im Jahr gewappnet“

Feuerwehrleiter Christian Nienhaus sieht seine Mannschaft "365 Tage im Jahr" gewappnet. Bei der Ankündigung von größeren Gefahrenlagen seien die Kameraden besonders sensibilisiert. © Thünte

Sollte eine sogenannte Großschadenslage eintreten, dann sieht sich auch der Kreis Borken als übergeordnete Koordinierungsstelle gut darauf eingestellt, wie Kreisbrandmeister Stefan van Bömmel berichtet. „Das stellen wir durch Übungen und Fortbildungen mit unserem Stabspersonal permanent sicher“, so der Stadtlohner. Die Leitstelle sei eh „24/7 besetzt“, der Stabsraum jederzeit für Krisenlagen einsatzbereit, das Stabspersonal eng eingebunden. Aktuell sei man noch recht gelassen, beobachte die Entwicklung.

Gefahr droht vor allem in Wäldern

Die Gefahr aus dem Sturmtief „Sabine“ könnte nicht allein direkt durch den Sturm an sich drohen, sondern durch den Zustand der Vegetation. Diese ist weiter sehr geschwächt – auch weil es zwei Jahre zu wenig Regen gegeben hat. Dazu steht viel Totholz in den Wäldern in NRW, weil der Borkenkäfer übel gewütet hat.

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Bei Windgeschwindigkeiten von über 100 km/h – und die soll es in Teilen geben können - sind diese Bäume ein leichtes Opfer für den Sturm. Und so weist Nienhaus eindringlich darauf hin, sich bei Konkretisierung der Sturmgefahr von Wäldern fernzuhalten, im Haus zu bleiben und Gartenmöbel und Co. vorab zu sichern.

Nun gilt es abzuwarten: Christian Nienhaus mahnt zur Wachsamkeit, aber auch zur Ruhe: „Ob es nun Böen bis zu 110 km/h werden, warten wir erst einmal ab. Es ist aber auch dann kein Weltuntergang.“

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