Schnellste deutsche Taube „Berni“ kommt aus Vreden

Barcelona-Flug

"Berni" ist ein Marathonprofi. Der vierjährige Täuber hat seiner Ausdauer und Zähigkeit einen sensationellen Sieg zu verdanken, denn "Berni" hat das Rennen um die "erste goldene Barcelona-Taube 2015" und gleichzeitig den Nationalsieg errungen.

VREDEN

, 13.07.2015, 18:09 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die gehämmerte Brieftaube hatte sich auf einem internationalen Flug mit rund 19000 Tauben gegen 1300 deutsche Konkurrenten durchgesetzt. Eine beachtliche Leistung, auf die Besitzer Klemens Iking sichtlich stolz ist. Der Vredener züchtet seit 1987 Brieftauben - ein Hobby, das er bei seinem Vater von der Pike auf gelernt hat. Auf Langstreckenflüge konzentriert sich der 51-Jährige seit 2010.

Erfolg nicht überraschend

Der Wahnsinns-Erfolg mit seinem "Berni" freut den Taubensportler zwar, aber kam nicht überraschend. Denn Klemens Iking züchtet mit großer Sorgfalt Langstreckenflieger und steckt viel Zeit und Arbeit in die Präparation seiner Champions. "So ein Tier muss natürlich auf den Punkt vorbereitet sein", weiß er. Auch "Berni" hat vor seinem großen Sieg zu Saisonbeginn mit kürzeren Trainingsflügen angefangen. "Normalerweise gehen die ersten paar Flüge in Süd-Ost-Richtung über 400 bis 500 Kilometer", berichtet der Vredener. Dann nach drei bis vier Flügen habe er "Berni" auf Süd-West-Richtung umgewöhnt. Auch die richtige Ernährung spielt eine große Rolle, wie der Züchter verrät.

Kraftmischung mit Hanf und Erdnüssen

Er füttere eine Körnermischung, die mit Hanf und Erdnüssen angereichert sei, damit die gefiederten Marathonsportler genügend Fettreserven für den langen Flug aufbauen. "Wenn die Tauben hier weggehen, müssen die rund sein", so Klemens Iking. "Berni" und drei Kameraden aus dem insgesamt zwölfköpfigen Reisetauben-Team des Züchters machten sich am 28. Juni auf nach Spanien - auch auf dem Weg wurden sie und viele weitere Tauben optimal versorgt.

Der Auflass in Barcelona war am 3. Juli um Punkt 7.40 Uhr. Die Bedingungen für die Vögel waren hart. Temperaturen von bis zu 40 Grad am heißesten Wochenende des Sommers verlangten "Berni" und seinen Artgenossen alles ab. Hinzu kam noch, dass der Vredener Täuber mit 1233 Kilometern eine der längsten Strecken des Wettbewerbs zu fliegen hatte. Doch "Berni" kämpfte - und gewann. Mit durchschnittlich knapp 50 km/h war das Tier unterwegs. Am Samstagnachmittag um 15.21 Uhr und 20 Sekunden landete der geflügelte Ausdauersportler auf dem Dach seines Schlages. Freudig begrüßt von Klemens Iking und neun Freunden aus seinem Brieftaubenverein "Ruck Zuck Vreden".

Glückwünsche aus ganz Europa

"Hier war Samstag die Hölle los, als klar war, dass Berni den ersten National gemacht hat", beschreibt der Schornsteinfegermeister die unbändige Freude. Drei Stunden lang gingen auf drei Telefonen Glückwünsche aus ganz Europa ein. "Berni" genießt inzwischen die Ruhe nach dem Rennen - und das an einem geheimen Ort. Klemens Iking hat seinen besten Flieger bereits in Sicherheit gebracht, denn er fürchtet, dass Neider ihm sein Spitzentier stehlen könnten.

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