Was ist Identität und was hat das mit Nationalität zu tun? Schüleraustausch liefert Antworten

hzGymnasium Vreden

Vredener Gymnasiasten haben sich beim Schüleraustausch mit den Niederlanden mit dem Thema Identität beschäftigt. Doch sie haben auch ganz alltägliche Unterschiede kennengelernt.

Vreden

, 27.01.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Grenzüberschreitende Kontakte, die Erweiterung der Sprachkompetenz und ein Projekt über Identität standen für eine Woche im Mittelpunkt des Schüleraustauschs der Vredener Gymnasiasten mit Schülern aus Hulst in den Niederlanden. „Am ersten Tag fiel uns das Sprechen und Verstehen noch schwer, jetzt klappt es schon sehr gut mit der Verständigung. Wir haben ganz viel zusammen erlebt und miteinander gelernt“, fassten Ben Haverkock und seine niederländische Austauschpartnerin Isabel Claeys ihre Eindrücke zusammen.

Mithilfe des Erasmus-Plus-Förderprogramms haben die beiden Niederländisch-Lehrer vom Gymnasium Georgianum, Meike Honerbom und Christoph Terrahe mit Goedele Laenens (Lehrerin am Reynaertcollege Hulst), den Austausch organisiert. Am Sonntag, 19. Januar, kamen die Vredener in Hulst an und lernten dort ihre Austauschpartner mit verschiedenen Spielen kennen.

Belgische Einflüsse im niederländischen Hulst

Bei der Führung durch den Ort Hulst, der in Zeeland liegt und 11.000 Einwohner hat, staunten die Gymnasiasten über die besondere Wall-Anlage. „Hulst befindet sich in der Nähe von Antwerpen in Belgien, das fiel uns sofort beim Niederländisch-Sprechen auf und wir bemerkten es auch in den Restaurants“, sagte Meike Honerbom.

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Am Montag begannen die Schüler mit ihrer Projektarbeit, in der es unter anderem um die Themen Zweiter Weltkrieg, Migration, Wasser, Tolerenz, Gender, Europa, Mediengebrauch, Grenzregion, Religion und Nationalismus ging. Dazu fand am gleichen Tag eine Besichtigung des jüdischen Viertels in Antwerpen statt. In einem Altenheim wurden Interviews mit Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs geführt und in Brüssel besuchten die Austauschschüler das europäische Parlament. Die Delta-Werke, eine große niederländische Wasserschutzanlage, bestaunten die deutschen und niederländischen Schüler am Mittwoch, bevor alle gemeinsam nach Vreden fuhren.

Besichtigungen und Spaß-Aktionen

Dort sprachen die 16- und 17-Jährigen nicht mehr miteinander Niederländisch, sondern Deutsch. Das Austauschprogramm setzte sich am Donnerstag mit einem Besuch in Münster, einem Stadtspiel und der Besichtigung des Friedenssaals fort. Spaß und Spiel standen am Abend beim Klettern und Trampolinspringen auf dem Jugendcampus im Mittelpunkt. Die Projektarbeiten wurden am Freitag mit weiteren Interviews fortgeführt, bevor die einzelnen Schülergruppen am Samstag ihre Ergebnisse vorstellten.

Was ist Identität und was hat das mit Nationalität zu tun? Schüleraustausch liefert Antworten

Ben Haverkock aus Vreden und seine Austauschpartnerin Isabel Claeys aus Hulst berichteten von ihren positiven Erfahrungen beim Schüleraustausch. © Anne Rolvering

„Die Schüler haben sich sehr gut engagiert und ein großes Pensum absolviert. Wir sind sehr zufrieden mit dem Schüleraustausch, der wirklich sehr kommunikativ war“, lobten Meike Honerbom und Goedele Laenens alle Teilnehmer. „Eigentlich war es bei meiner Gastfamilie in den Niederlanden ähnlich wie zu Hause. Mir ist aufgefallen, dass die Häuser kleiner sind und die Familien viel gemeinsame Zeit miteinander verbringen,“ erklärte Ben Haverkock. Isabel Claeys entgegnete, sie hätte in Vreden über Lichtschalter gestaunt, die sich außerhalb des Raums betätigen ließen. Außerdem sei ihr aufgefallen, dass viele Lebensmittel nicht so süß schmecken wie zu Hause.

„Aber ich spreche jetzt besser Deutsch und mein Wortschatz ist auch größer geworden,“ meinte Isabel lachend. Ben fügte hinzu: „Die neuen Kontakte wollen wir auf jeden Fall weiter vertiefen, um die Sprache noch besser zu lernen und um Freundschaften zu knüpfen“.

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