Schulzentrum: Brückenbau und eine Zweifachhalle jenseits der Berkel

hzWidukindstadion

Es ist eine „historische Entscheidung“: Nach jahrelangen Beratungen und Gesprächen hat der Rat Pläne für das Widukindstadion beschlossen. Klar ist: Auch jenseits der Berkel wird jetzt gebaut.

Vreden

, 18.12.2019, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als es in der jüngsten Ratssitzung um das Thema Widukindstadion ging, sprach der Erste Beigeordnete Bernd Kemper von einer „historischen Entscheidung“, die anstehe. Vor sieben Jahren und neun Monaten habe sich der Vredener Rat das erste Mal damit beschäftigt.

16 Ratssitzungen, 15 Fachausschusssitzungen, Schulcampus-Pläne und einen Bürgerentscheid später lagen dem Rat drei Varianten zum optimierten Sportangebot im Schulzentrum vor.

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Die Lokalpolitiker entschieden sich mehrheitlich (18 Ja-Stimmen, 14 Nein-Stimmen) für die sogenannte Variante 5 (wir berichteten).

Bei dieser Variante liegt die neue Zweifach-Turnhalle jenseits der Berkel. „Das bringt die Halle direkt an die Gärten“, erklärte Bernd Kemper. „Sie liegt aber tiefer als die dort vorhandene Bebauung.“

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Eine mögliche Dreifach-Turnhalle, in den Plänen als „Zweifach+X-Halle“ benannt, soll im Bereich der bisherigen Walberthalle und der Mädchenhalle entstehen.

Bau einer Mensa

Die Mensa für die Sekundarschule soll zwischen dem E-Trakt der Sekundarschule und der neuen Zweifachhalle gebaut werden. Durch Verzicht auf den Hallenstandort an der Zwillbrocker Straße könne der bisherige Schulhof des Gymnasiums in unveränderter Größe bleiben.

Schulzentrum: Brückenbau und eine Zweifachhalle jenseits der Berkel

Die vom Rat verabschiedete Variante sieht den Bau einer Zweifachhalle jenseits der Berkel vor. Dafür wird der Bau einer Brücke erforderlich. © Boedding, Christian

Bei der Variante 1 hätte die Zweifach-Turnhalle im Bereich der bisherigen Walberthalle und der Mädchenhalle gelegen, die „Zweifach+X-Halle“ an der Zwillbrocker Straße. Bei der Variante 1a wären die Turnhallen getauscht worden.

Die Christdemokraten würden sich für die Variante 5 entscheiden, erklärte der Fraktionsvorsitzende Heinz Gewering (CDU) vor der Abstimmung. Die Variante mit einer Halle jenseits der Berkel trage der Flexibilität der schulischen Entwicklung Rechnung.

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Unterstützung kam von Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch. Die Variante mit der Halle auf der anderen Berkelseite gewährleiste am ehesten Entwicklungsperspektiven.

Extrakosten durch Brückenbau

Gegenreden gab es unter anderem von Hendrik Mulder (FDP) und Elmar Kampshoff (UWG). Beide sahen die Entfernungen kritisch. Zudem würden durch den Bau einer Brücke Extrakosten generiert.

Neben der Festlegung auf die 400-Meter-Bahn berücksichtigen die nun beschlossenen Pläne, dass auf einen neuen Eingangsbereich für das Gymnasium verzichtet wird.

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Für die Sekundarschule gibt es eine Mensa und einen Technikbereich und im direkten Umfeld der 400-Meter-Bahn eine Lagermöglichkeit für Geräte in einem Nebengebäude. Durch den Rückbau der bisherigen Turnhalle werden Abstellflächen für Fahrräder und Autos frei.

Gespräche mit Beteiligten

Bernd Kemper berichtete von Gesprächen mit Vertretern der Sportvereine (TV Vreden und Ausdauerteam), der Schulen (Gymnasium Georgianum und Sekundarschule), der Bürgerinitiative und weiteren Beteiligten.

Am 27. November sei eine Anliegerversammlung durchgeführt worden. „Je nach persönlicher Betroffenheit entschied man sich für die ein oder andere Variante.“ Mehrheitlich habe sich die Versammlung für die Variante 5 ausgesprochen, erklärte Kemper. Dabei handele es sich allerdings nicht um eine repräsentative Meinungsabfrage.

Fachbereichsleiter Joachim Hartmann erläuterte in der Ratssitzung die drei Varianten. Alle drei würden die Forderungen des Bürgerentscheids einhalten und alle drei würden etwa gleich viel kosten, erklärte Hartmann. Allerdings würden bei Variante 5 – für die sich der Rat entschied – noch die Kosten für die Brücke und die Erschließung des Geländes hinzukommen.

Mehr als 20 Millionen Euro wird das Vorhaben kosten, das in vier Bauabschnitten verwirklicht werden soll.

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Bauabschnitt I: Errichtung der Sporthalle auf dem ehemaligen Abenteuerspielplatz auf der anderen Berkelseite.

Bauabschnitt II: Abriss der Walbert- und der Mädchenturnhalle, Bau der größeren Zweifach- oder einer Dreifachhalle, zeitgleich Bau der Mensa der Sekundarschule, einschließlich Technikbereich.

Bauabschnitt III: Abriss der Jungenturnhalle an der Widukindstraße, Erstellung der Wettkampfbahn, einschließlich des Sportplatzes und der Leichtathletik-Angebote.

Bauabschnitt IV: Gestaltung des Außengeländes.

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Als Zeitrahmen für die Umsetzung sprach Fachbereichsleiter Joachim Hartmann von einem „Vier- bis Fünf-Jahres-Plan“. Die Verwaltung gehe davon aus, 2020 die Planungsphase abzuschließen und 2021 mit dem Bau beginnen zu können. Die zuvor erläuterten vier Bauabschnitte hätten den Vorteil, dass immer ausreichend Sporthallenkapazitäten zur Verfügung stünden. „Es müsste kein Sportunterricht ausfallen.“

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