Start für Hochleistungs-Breitbandnetz: Industriegebiet Gaxel geht online

Datenautobahn

VREDEN Die Datenautobahn im Gewerbegebiet Gaxel nimmt Fahrt auf - und die Zufriedenheit über den hinzugewonnenen Standortfaktor ist groß bei allen Beteiligten, die sich gemeinsam für das Hochleistungs-Breitbandnetz eingesetzt haben.

von von Anne Winter-Weckenbrock

, 09.07.2009, 18:31 Uhr / Lesedauer: 2 min

"Vreden hat im Münsterland hinter Warendorf die zweitschlechteste Anbindung an die Autobahn. Umso wichtiger ist es, den Anschluss an die Datenautobahn hinzubekommen", beschreibt Bürgermeister Hermann Pennekamp im Pressegespräch an diesem fast historischen Donnerstagnachmittag die Bedeutung des neuen Stücks Infrastruktur für Vreden. In den Räumen der Firma Laudert haben sich die Projektpartner von Stadt, SVS, Wirtschaftsförderungsgesellschaft und der deutsch-niederländischen Breitbandplattform NDIX zusammengefunden, um den Anschluss an das neue Netz zu feiern - der Mediendienstleister ist einer der drei ersten direkten Anschlussnehmer. Die Geschäftsführer Rainer Laudert und Jörg Rewer betonen, wie wichtig es für ihr Unternehmen sei, nun neben der Telekom-Leitung auf eine zweite zurückgreifen zu können: "Die Bilddaten wachsen um den Faktor 30 bis 40 Prozent jährlich", verdeutlicht Laudert die Herausforderungen, denen sich die Datenlogistik stellen müsse in der auf Tempo setzenden Branche.

Anschluss auch per Funk

Drei Unternehmen aus dem Industriegebiet Gaxel nutzen mit der Eröffnung die rund 50 0000 Euro teure Glasfaserstrecke direkt, zwölf weitere aus Gaxel und zwei Unternehmen in Ammeloe nutzen den Anschluss über eine Funklösung, die wiederum die Vredener Firma epcan anbietet. "Wir planen in naher Zukunft die weiteren Kirchdörfer anzuschließen", blickt Geschäftsführer Nils Waning voraus.

Weitere drei Anschlussnehmer ans NDIX-Netz in Gaxel wären gut, beleuchtet Bürgermeister Hermann Pennekamp die Wirtschaftlichkeit des neuen Angebots. Gleichwohl ist er zuversichtlich: "Infrastruktur wird angenommen, wenn es sie gibt." Das bestätigt Han Bellers von der non-profit-Organisation NDIX: In Emsdetten und Greven zum Beispiel schlössen Kunden jetzt mehr und mehr an, blickt er auf das jüngst im Nachbarkreis Steinfurt verlegte Glasfasernetz.

Um dem vielzitierten Standortfaktor für Vreden den Weg zu ebnen, war die Stadt Vreden in Vorleistung gegangen: Mit 250 000 Euro finanzierten sie den Leitungsbau vor. In Raten, so der Bürgermeister gestern, werde NDIX aus den Anschlussgebühren das Geld an die Stadt zurückzahlen.

  • Daten und Fakten:
  • Offener Zugang: NDIX ist eine deutsch-niederländische Breitbandplattform, die sich als non-profit-Einrichtung dem Open-Access-Modell (zu Deutsch etwa: offener Zugang) verschrieben hat. Das heißt: Jeder Interessierte kann zu transparenten Tarifen Anschluss an das belichtete Glasfasernetz erhalten und dort auch außerhalb des Internets schnell, sicher und kostenfrei externe Datensicherung, Mietsoftware und ähnliche Dienste den Kunden anbieten.
  •  Bauträger: Die SVS-Versorgungsgesellschaft auf deutscher Seite und die Firma TReNT auf niederländischer haben als Bauträger die zwölf Kilometer lange Glasfaserstrecke gebaut. Die SVS ist Eigentümerin der Strecke und vermietet sie an NDIX. Der Knotenpunkt befindet sich in Winterswijk. 
  • Kooperation: Eingebunden ist die Maßnahme in eine Kooperationen der Kommunen Ahaus, Heek, Legden, Schöppingen, Stadtlohn, Südlohn und Vreden mit der SVS, den Stadtwerken Ahaus, NDIX und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Borken. 
  • Gebühren: 1000 Euro pro Monat (über 60 Monate) zahlt das Unternehmen für den Anschluss ans Hochleistungs-Breitbandnetz, eine 5Mbit-Synchron-Leitung von epcan kostet 140 Euro im Monat.
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