Tagesmütter betreuen Flüchtlingskinder

Dem Alltag entfliehen

Jeden Dienstagnachmittag holen Claudia Albersmann, Erika Schulte, Veronika Lastring und Manuela Grunden Flüchtlingskinder im Alter von drei bis sechs Jahren aus der Turnhalle an der Georgschule ab und ermöglichen ihnen ein paar schöne, erlebnisreiche Stunden.

VREDEN

von Anne Rolvering

, 08.12.2015, 17:29 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die qualifizierten Tagesmütter Erika Schulte, Veronika Lastring, Claudia Albersmann und Manuela Grunden (v.l.n.r.) betreuen seit Ende September jeden Dienstagnachmittag Flüchtlingskinder im Alter von drei bis sechs Jahren. Rechts Silke Temming vom SKF.

Die qualifizierten Tagesmütter Erika Schulte, Veronika Lastring, Claudia Albersmann und Manuela Grunden (v.l.n.r.) betreuen seit Ende September jeden Dienstagnachmittag Flüchtlingskinder im Alter von drei bis sechs Jahren. Rechts Silke Temming vom SKF.

Bis zu zehn Mädchen und Jungen werden dann "mit ganz viel Liebe" von 15 bis 17 Uhr betreut. "In den Kindergärten gibt es zurzeit keine Plätze mehr für die Kleinkinder. Mit unserem neuen Projekt sollen die Kinder und Familien der Flüchtlinge, die seit kurzem in Vreden leben, gefördert und unterstützt werden," sagt Silke Temming vom Sozialdienst katholischer Frauen (SKF).

"Kunterbunt im SKF"

Entstanden ist das Projekt "Kunterbunt im SKF", als Manuela Grunden mit Brigitte Sicking von der Stadt Vreden sprach und ihr mitteilte, dass sie sich gerne um die Betreuung der Flüchtlingskinder kümmern würde. In Absprache mit dem SKF zählt das Kinderprojekt jetzt zu den Brückenprojekten, die eine Eingliederung der Flüchtlinge in die Gesellschaft und ihr Leben in Vreden erleichtern sollen. Vor dem offiziellen Projektstart haben die Initiatorinnen eine Konzeption geschrieben und freuen sich nun, dass "Kunterbunt im SKF" bis voraussichtlich Ende nächsten Jahres stattfinden kann.

Engagierte Tagesmütter

Mit Claudia Albersmann, Erika Schulte und Veronika Lastring fand Manuela Grunden schnell weitere engagierte und qualifizierte Tagesmütter, die sich ebenfalls gerne um die Flüchtlingskinder kümmern wollten. Zunächst sollte die Betreuung in der Turnhalle der Georgschule erfolgen. Doch es wurde den Frauen schnell klar, dass die räumliche Enge und Geräuschkulisse für die Menschen, die dort mit ihren Familien auf engsten Raum leben, schon bedrängend genug ist.

Die Kirchengemeinde St. Georg stellte den Frauen den Gemeindebulli zur Verfügung und Manuela Grunden organisierte über Facebook Kindersitze. "Wir holen die Kinder jetzt jeden Dienstagnachmittag ab und sie freuen sich jedes Mal sehr, wenn sie uns sehen," berichtet Claudia Albersmann.

Draußen spielen

Am Anfang hätten die Eltern die Kinder begleitet, damit eine Vertrauenssituation entstehen konnte. Bei schlechtem Wetter dürfen die Mädchen und Jungen im Betreuungsraum des SKF im Matthiashaus oder im Kettelerhaus spielen, ansonsten sind alle lieber an der frischen Luft und halten sich gerne am Berkelsee oder im Park auf dem Spielplatz auf. "Heute haben wir mit den Kindern die weihnachtlich geschmückte Innenstadt angeschaut. Der Weihnachtsbaum Horst und die Glocke wurden natürlich auch bestaunt," erklärt Erika Schulte.

Gemeinsam mit den anderen Betreuerinnen verweist sie darauf, dass sie im ständigen Austausch mit den Eltern sind und auch regelmäßig von ihnen in die Kabinen der Turnhalle zum Teetrinken eingeladen würden. Die Eltern seien sehr dankbar für die Hilfe und die Kinder würden die Betreuerinnen vor Glück umarmen.

Spielenachmittage

Claudia Albersmann berichtet, dass die KAB St. Georg der Gruppe ermögliche, im Kettelerhaus Spielnachmittage anzubieten und die Getränke dafür spende.

"Wir würden uns freuen, wenn uns noch Schüler oder andere Interessierte bei unserem Projekt unterstützen. Denn wir möchten Kunterbunt gerne noch weiter ausdehnen," betont Silke Temming.

Claudia Albersmann, Erika Schulte, Veronika Lastring und Manuela Grunden fügen hinzu, dass die Hilfe bestens ankomme: "Man bekommt ganz viel zurück, nicht nur von den Kindern. ’Wir sind doch alle Mütter und wollen nur das Beste für unsere Kinder’ hat uns eine Mutter gesagt." Anne Rolvering

Nähere Informationen zum SKF-Flüchtlingskinderprojekt "Kunterbunt im SKF" erteilt Silke Temming unter Tel. (02564) 93280.

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