Corona-Krise: Drei Tage ohne Blutspenden wären laut DRK-Ortsverein ein Desaster

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Das Coronavirus legt nach und nach das öffentliche Leben lahm. Davon betroffen sein könnten bald auch Blutspendentermine. Etwas, das laut DRK-Ortsverein katastrophale Folgen hätte.

Vreden

, 17.03.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Coronavirus greift immer weiter um sich und legt das öffentliche Leben Stück für Stück lahm. Soziale Kontakte sollen, so weit es geht, ruhen. „Jeder wird Opfer bringen müssen“, stellte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet bereits klar. Doch etwas, das trotz aller Vorsichtsmaßnahmen nicht zum Erliegen kommen darf, ist das Blutspendenaufkommen.

„Wir können darauf nicht verzichten. Krankheiten oder Unfälle, die beispielsweise Operationen mit Blutspenden nach sich ziehen, gibt es ja trotz Corona weiterhin“, stellt Marianne Wüpping, Vorsitzende des DRK-Ortsverein Vreden, auf Nachfrage klar.

Regelmäßige Blutspenden sind unverzichtbar

Und wie essenziell regelmäßige Blutspenden sind, verdeutlicht die Zahl 1300. So viele Blutspende brauche es im Westmünsterland und Ostwestfalen pro Tag, um den Bedarf in diesem Bereich zu decken. Das entspricht gut 650 Litern Blut. „Drei Tage ohne eine einzige Blutspende und es wäre ein Desaster“, so Marianne Wüpping.

Noch sei das Aufkommen stabil, aber: „Weniger darf es auch nicht werden.“ Eine flächendeckende Isolation/Quarantäne würde dem DRK in Sachen Blutspendeaufkommen das Genick brechen, mutmaßt Marianne Wüpping. Oder aber, wenn die Menschen aus Sorge vor dem Virus generell auf eine Blutspende verzichten würden. „Daran will ich gar nicht denken. Wir hoffen, dass alles stabil bleibt.“

70 bis 80 Liter Blut kommen pro Spendetermin in Vreden zusammen

Und stabil für Vreden heißt konkret zwölf Blutspendentermine im Jahr. In den Bauerschaften sind es jeweils vier. 70 bis 80 Liter Blut kommen pro Spendetermin zusammen, berichtet Marianne Wüpping. „Das ist ein sehr guter Wert. Wir hoffen inständig, dass wir diesen auch weiterhin halten können.“ Denn das Spendeaufkommen aus Vreden leiste einen wichtigen Beitrag zur Gesamtversorgung in Sachen Blutkonserven.


Und damit das so bleibt, gehe es darum, die Menschen für diese Thematik zu sensibilisieren. Zu der ganz unterschiedliche Aspekte gehören. In Zeiten von Corona vor allem hinsichtlich der Sicherheit der Spender und der DRK-Mitarbeiter. Aber auch was die Haltbarkeit der Blutspenden angeht.

Ortsverein hat Schutzmaßnahmen ergriffen

So hat der DRK-Ortsverein bereits vor drei Wochen, so schildert es Marianne Wüpping, damit begonnen, direkt nach der Anmeldung eines Spenders die Temperatur zu messen. „So verhindern wir im Fall der Fälle, dass der Betroffene durch die Räumlichkeiten läuft und senken ein mögliches Übertragungsrisiko.“ Davon ab gelte ohnehin die Maxime, dass generell nur gesunde Menschen spenden dürfen.


Dass dies kein Allheilmittel sein kann, weiß auf Marianne Wüpping, aber sie sagt: „Alle tun alles, was in unserer Macht steht.“ Dazu gehöre auch, dass die Mitarbeiter Handschuhe tragen. „Wobei sie das ohnehin tun. Alle Mitarbeiter sind gut geschult und wissen, was zu tun ist.“

Durch Schließungen fallen Blutspenden weg

Eine verdächtige Temperaturmessung habe es bisher noch nicht gegeben. „Bislang läuft es noch ganz gut für uns.“ Abstriche gibt es natürlich bei Spendenterminen in Schulen, Universitäten oder Altenheimen. An Schulen und Unis findet wegen der Coronakrise kein Unterricht statt und Seniorenheime sind für Besucher geschlossen. Dazu zählen auch DRK-Mitarbeiter. „Das ist natürlich alles sinnvoll. Keine Frage. Aber so fehlen natürlich auch Blutspenden.“

Und wer denkt, Blutspenden seien ewig haltbar, der irrt. Aus einer Blutspende werden Plasma, rotes Blut und Thrombozyten gewonnen. Letztere seien, so erklärt Marianne Wüpping, elementar für die Behandlung von Krebspatienten. Das Problem: Die Haltbarkeit beträgt mal gerade drei Tage. „Das zeigt, wie dringend wir auf frische Blutspenden angewiesen sind.“ Jeden Tag und trotz Coronakrise.

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