Das Amtsgericht Ahaus hat einen 46-jährigen Vredener freigesprochen. © Stefan Grothues
Amtsgericht Ahaus

Unter Tränen: 21-Jähriger gesteht Unfall mit fahrlässiger Verletzung

Ein 21-jähriger Vredener ist mit vier weiteren Personen im Auto ohne Fahrerlaubnis gefahren. Die Fahrt endete, als der Vredener von der Straße abkam und gegen einen Baum prallte.

Zu einem Verkehrserziehungskurs, einer Geldstrafe und einem Fahrverbot von zehn Monaten wurde ein 21-jähriger Vredener vom Amtsgericht Ahaus verurteilt. Grund: Er hatte im August vergangenen Jahres einen Pkw ohne Führerschein geführt und kollidierte mit einem Baum. So wie der Angeklagte selbst erlitten die vier weiteren Insassen Verletzungen.

Geständnis mit Tränen in den Augen

Mit Tränen in den Augen gestand der Angeklagte während Verhandlung die Tat. „Wir sind nur eben einkaufen gefahren“, erzählte der Vredener. Er und seine Freunde haben am Abend des Unfalls nur zusammen etwas trinken wollen. Als die Spirituosen ausgingen, sei die Wahl des Fahrers schnell auf den Angeklagten gefallen. Er sei zu dem Zeitpunkt der einzige Nüchterne gewesen. Dass er auch der Einzige ohne Führerschein war, sollen alle Freunde gewusst haben.

Trotzdem haben sich der 21-Jährige und seine vier Freunde in den Wagen gesetzt. „Wir waren schon auf dem Rückweg, als mir plötzlich ein Auto entgegenkam“, erklärte der Angeklagte dem Richter. Um auszuweichen, habe er das Auto nach links gelenkt und sei gegen einen Baum gefahren. Er selbst und ein Mitfahrer erlitten schwere, sein Beifahrer und die zwei anderen Mitfahrer leichtere Verletzungen.

Es handle sich um eine jugendtypische Tat

Des Weiteren seien nicht alle angeschnallt gewesen. Das spiegle sich auch in den Verletzungen wieder. Die angeschnallte Person auf dem Rücksitz ist mit einer Prellung davongekommen. Mit weitaus schlimmeren Verletzungen wie einer herausgebrochenen Hüfte hatte der Mitfahrer hinter dem Fahrer zu kämpfen. Im weiteren Verfahren stellte der Vertreter der Staatsanwaltschaft heraus, dass es sich hierbei um eine jugendtypische Tat handle und deswegen das Jugendstrafrecht greife.

„Vieles wiegt sich hier gegenseitig auf“, betonte der Richter während der Verhandlung. Der Angeklagte sei zwar ohne Führerschein gefahren, jedoch haben die Insassen davon gewusst und sich außerdem nicht angeschnallt. Daher erlitten sie fahrlässig verursachte Verletzungen. Auch Verletzungen, die lebenslange Folgen haben werden.

Angeklagter zeigte Reue

Nach eigenen Aussagen bereut der Angeklagte seine Tat und habe bis heute daran zu knabbern. Geständnis und Einsicht sprachen für ihn. Der Vredener wurde zu einer Geldstrafe von 2000 Euro an das Deutsche Rote Kreuz in Stadtlohn und einem Verkehrserziehungskurs verurteilt. Außerdem wurde er zu einem Fahrverbot von zehn Monaten verurteilt.

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