Die Sanierung des Freibades wird länger dauern als geplant. Eine Eröffnung ist erst für 2022 geplant. © Victoria Garwer
Schwimmbad

Verzögerung bei Freibad-Sanierung: Niemand hat an den Wasserfilter gedacht

Das neue Vredener Freibad wird erst im Sommer 2022 eröffnet. Bei den Bauarbeiten sind Probleme mit der Wasserfilteranlage aufgetreten. Aufgefallen ist das vorher niemandem.

In diesem Sommer werden im Vredener Freibad keine Kinder plantschen und keine Schwimmer ihre Bahnen ziehen. Doch das hat nichts mit der Corona-Pandemie zu tun. Das neue Edelstahlbecken wird einfach nicht rechtzeitig fertig. Eigentlich sollten die Bauarbeiten im Juni abgeschlossen sein. Jetzt geht die Stadt von Mitte August aus, und dann ist die Freibad-Saison vorbei. Das Bad bleibt also den ganzen Sommer geschlossen.

Kämmerer Jürgen Buckting hat die schlechte Nachricht am Ende der Ratssitzung am Donnerstagabend verkündet. „Die Dimensionen der Wasserfilteranlage sind nicht ausreichend“, sagte er zur Begründung. Eigentlich wollte man die alte Filteranlage einfach weiter benutzen. „Wir sind davon ausgegangen, dass damit alles in Ordnung ist. Erst bei der Überprüfung im Verfahren ist das Problem aufgefallen.“

Mehr Wasser sorgt dafür, dass alte Anlage nicht reicht

Denn in dem neuen Becken wird mehr Wasser sein als vorher, unter anderem weil der Bereich unter dem Sprungturm tiefer wird. Für diese Mehrmenge an Wasser ist die alte Filteranlage aber nicht ausgelegt. Gerade bei heißen Temperaturen könnte es deswegen hygienische Probleme geben.

„Vermutlich würden wir so nicht einmal eine Genehmigung vom Gesundheitsamt bekommen“, sagt Jürgen Buckting am Freitag im Gespräch mit der Redaktion. Eine funktionierende Fitleranlage sei eine „zwingende Voraussetzung“.

Niemand hat an die Wasserfilteranlage gedacht

Aber hätte das nicht früher auffallen müssen? „Wir haben im Vorfeld nicht darüber nachgedacht“, gibt Jürgen Buckting zu. Die Stadt sei davon ausgegangen, dass man einfach das neue Edelstahlbecken in das bestehende Betonbecken reinhängen kann.

Das Planungsbüro wurde mit einer reinen Sanierung des Beckens beauftragt und hat sich deswegen die Technik nicht weiter angeschaut. „Es hat keiner einen Fehler gemacht, da kann man niemandem einen Vorwurf machen. Es ist einfach nur nicht aufgefallen“, sagt der Kämmerer.

Eine komplett neue Wasserfilteranlage zu installieren, wäre jedoch ein enormer Aufwand. Deswegen hat sich die Verwaltung zusammen mit dem Planungsbüro für eine einfachere Lösung entschieden. Die bestehenden Filteranlagen von Hallen- und Freibad werden miteinander kombiniert. Da immer nur eines der beiden Bäder geöffnet ist, kann so die gemeinsame Leistung genutzt werden.

Sanierung bleibt wohl trotzdem im Budget

Bis diese Pläne vorlagen, hat es allerdings ein paar Wochen gedauert. Außerdem sei es schwer, momentan Firmen zu bekommen, die das auch umsetzen können, so der Kämmerer. Insgesamt rechnet er mit einer Verzögerung von zwei Monaten.

Der neue Zeitplan sieht vor, dass die Bauarbeiten Mitte August beendet sind. „Aber dann lohnt es sich nicht mehr, für zwei Wochen das Freibad zu öffnen“, sagt Jürgen Buckting. Deswegen habe man sich dazu entschlossen, das neue Becken erst zur Sommersaison 2022 zu eröffnen.

Christoph Terrahe (CDU) regte in der Ratssitzung an, dass die Verwaltung eine Lösung für diesen Sommer finden solle: „Vielleicht können die Schüler zumindest in den Sommerferien kostenlos ins Stadtlohner Freibad fahren.“ Die Verwaltung wird sich darum kümmern.

Die Verzögerung hat übrigens nach ersten Schätzungen keine finanziellen Auswirkungen. „Wir haben Einsparungen bei anderen Gewerken. Deswegen gehe ich fest davon aus, dass wir innerhalb des Budgets von 2,9 Millionen Euro bleiben werden“, sagte Jürgen Buckting.

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Als gebürtige Vredenerin habe ich mich aus Liebe zur Region ganz bewusst für den Job als Lokaljournalistin in meiner Heimat entschieden. Mein Herz schlägt für die Geschichten der Menschen vor Ort. Ich möchte informieren, unterhalten und überraschen.
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