Viel Freude mit der Vergangenheit

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Lokale Kultur muss auch in Zeiten von Corona für alle weiterhin erreichbar sein. Mit dem Museumskoffer hat das kult in Vreden eine ideale Lösung gefunden.

Vreden

, 12.11.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit Beginn der Corona-Zeit gab es beim kult Westmünsterland Anfragen von Senioren- und Pflegezentren in Vreden über „außer Haus“ Angebote für Bewohner, die nicht ins Museum kommen können

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„Wir hatten bereits im ehemaligen Hamaland-Museum einen Koffer mit Originalobjekten, als Erinnerungen an die frühere Schulzeit, den wir an Schulen ausgeliehen haben,“ erklärt kult-Mitarbeiterin Bärbel Bomkamp. Dieser Koffer wurde als erster „Museumskoffer“ an das St. Georg Senioren- und Pflegezentrum ausgeliehen.

Großes Interesse

Die Bewohner hatten laut Bärbel Bomkamp viel Freude an den Objekten und verbrachten damit unterhaltsame Nachmittage. Nach dem Betrachten von Klassenfotos, alten Zeugnissen, des Katechismusses, den Fleißbildern oder den Holzschuhen entwickelten sich lebhafte Gespräche. „Die Gegenstände haben alle einen Wiedererkennungswert.

Das Mitteilungsbedürfnis unserer Bewohner war sehr groß, denn sie durften sich wieder in längst vergangene Zeiten versetzen,“ erzählt Jenny Heming (Mitarbeiterin des St. Georg Senioren- und Pflegezentrums). Die Frauen und Männer schrieben auch auf Schiefer-Tafeln in der heute fast unbekannten Sütterlin-Schrift und berichteten von ihren eigenen Erlebnissen in der Schulzeit.

Senioreneinrichtungen melden sich

Nachdem das kult öffentlich über das Museumskoffer-Angebot informierte, meldeten sich laut Bärbel Bomkamp zahlreiche weitere Senioren- und Pflegeheime, sowie Tageseinrichtungen für Senioren aus dem ganzen Kreis Borken, die auch gerne einen „Koffer mit Erinnerungen“ ausleihen wollten.

„Wir packten dann als Nächstes noch einen alten Wäschekorb mit allem, was früher für die große Wäsche, also die Wäschepflege benötigt wurde und dann noch einen zweiten Koffer zum Thema Schule,“ blickt Bärbel Bomkamp zurück.

Thema Kindheit

Später kam ein weiterer Museumskoffer zum Thema „Kindheit“ dazu. Altes Spielzeug, lange Strümpfe für Mädchen, Lederhosen für Jungen, ein Palmstock, alte Bilderbücher und Lieder, also viele Objekte die Kindheitserinnerungen aufleben lassen, bilden jetzt den dritten Schwerpunkt des „Museumskoffers“.

Bärbel Bomkamp (Mitarbeiterin kult) zeigt das Zubehör aus dem Museumskoffer „Wäsche“.

Bärbel Bomkamp (Mitarbeiterin kult) zeigt das Zubehör aus dem Museumskoffer „Wäsche“. © Anne Rolvering

Siebzehn Senioren- und Pflegeheime, sowie Tageseinrichtungen für Senioren, haben sich bereits einen Museumskoffer ausgeliehen. Die Verantwortlichen der Einrichtungen äußerten sich laut Bärbel Bomkamp anschließend alle sehr erfreut über schönen Nachmittage für die Senioren und deren lebhaften Austausch. Unter anderen beschäftigten sich die Bewohner des Seniorenheimes St. Hendricus in Südlohn sogar sechs bis acht Wochen mit dem Museumskoffer.

Sprechen über alte Zeiten

„Auch im St. Ludger Senioren- und Pflegezentrum wurde nach dem Anschauen der Gegenstände aus dem Koffer viel über alte Zeiten geredet,“ berichtet eine Mitarbeiterin der Einrichtung. Mit dem Inhalt des Koffers „Kindheit“ beschäftigen sich zurzeit die Bewohner des Seniorenzentrums St. Georg.

„Unsere Erfahrungen mit den Museumskoffern sind durchweg positiv, ob in großen oder kleinen Gruppen,“ berichtet Jenny Heming. Bärbel Bomkamp weist darauf hin, dass im kult Westmünsterland gerne weitere Museumskoffer kostenlos für Pflege- und Senioreneinrichtungen nach individuellen Wünschen zusammengestellt werden können.

Kontaktlose Übergabe

Die Übergabe erfolgt kontaktlos am Empfang des kult Westmünsterland. Alle Objekte werden nach Gebrauch desinfiziert, sodass die Corona-Hygiene sicher gestellt ist. Auch Schulklassen können sich gerne im melden, wenn sie Interesse an einem Museumskoffer haben.

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Nähere Informationen erteilt Bärbel Bomkamp im kult unter Tel.-Nr. (02861) 6814292 oder per Mail an kult@kreis-borken.de.

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